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Windjammer-Kreuzfahrt auf der Ostsee

Makelloser Himmel. Wolkenlos bis zum Horizont. Träge schwappt die Dünung. Ein laues Lüftchen zupft lustlos an den Rahsegeln. Die Sonne brennt herab und wärmt den zur Seite gestellten Weißwein. Der Hals schmerzt schon leicht, aber was hilft’s? Man muss einfach den Kopf in den Nacken legen und zusehen, wie Bootsmann Martin Pacatang seine Männer auf die Rahen jagt. Weil das Schiff schön klein und der Blickwinkel damit sehr steil ist, müssen die Nackenwirbel eben etwas leiden. Dutzende Passagiere blinzeln mit mir ins Sonnengegleiße. Welches Bild bietet sich den Matrosen dort oben aus 40 Meter Höhe? Wie sehr zerrt der Wind an einem, wenn es bei zu kräftigem Wind heißt: „Rahsegel reffen und bergen!“ Kopfüber über die Rahen gehängt, tief unter dir die weißen Kämme brechender Wellen. Die meisten Gäste haben schon bei weit weniger Seegang Mühe, das Weinglas von der Bar zum Liegestuhl zu bringen – und trauen ihren Augen nicht: Da oben mischen zwei junge „Seemänninnen“ mit. Kapitän Evgeny Nemerzhitskiy steht auf der Brücke und hat alles im Blick. Die Manöver laufen routiniert. Wir sind auf keinem Placebo-Segler, sondern auf einem echten Segelschiff – bei passendem Wetter werden die Segel jeden Tag von Hand gesetzt und geborgen. Authentische Segelromantik, für die harte Arbeit nötig ist. Sind die Segel gesetzt, verstummt der Schiffsdiesel. Nun gleitet das Schiff unter leichtem Glucksen über die Ostsee. „Bei gutem Wind machen wir ohne Segel drei Knoten, allein durch den Winddruck auf Aufbauten, Masten und Rahen“, erzählt Bootsmann Martin. Auf der Brücke hat der Dritte Offizier Grzegorz Chroscicki Dienst. Wie schnell die „Sea Cloud II“ unter Segeln fahren könne, will ich wissen. „Wenn alles passt,“ so der junge Pole, der das Logbuch aktualisiert, „schaffen wir 13 Knoten.“ Die „Sea Cloud II“, mit der wir über die Ostsee schippern, wurde 2001 getauft. Der Windjammer mit edwardianischem Interieur wurde als „echte“ Bark gebaut, also mit zwei „vollgetakelten“ Masten und einem Besanmast mit Gaffel – segeln. Dass die insgesamt 2.800 Quadratmeter Segelfläche von Hand gesetzt werden, bedeutet nicht, dass es keine Winschen gibt. „Sonst müsste die Decksmannschaft um ein Vielfaches größer sein“, so Käpt’n Nemerzhitskiy. Sehr übersichtlich und entspannt ist das Leben an Bord für die maximal 95 Passagiere des 117 Meter langen Dreimasters. Auf drei Decks verteilen sich 29 Außenkabinen, 16 Junior-Suiten und 2 Owner-Suiten – alle mit Marmorbädern. Auf dem Lido-Deck befinden sich Bar, Lounge und Restaurant sowie die mit maritimer Literatur gut bestückte Bibliothek. Aber der größte Teil der Passagiere ist ohnehin die meiste Zeit an Deck – egal, ob die Sonne brennt oder ein kühler Wind übers Deck fegt. Schon während des Midsommer-Barbecue bei der spätabendlichen Ausfahrt aus dem Stockholm-Fjord war der „place to be“ klar: zwischen Lido- Bar und Heckreling. Etwas Sonne im Gesicht, leichte Brise um die Nase und den Wellen – dank geringen Freibords – schön nah. Meerblick zum Lunch genießt, wer einen der kleinen Tische direkt an der Reling ergattert.zu den Angeboten

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