NABU: Schiffe rasch auf Dieselantrieb umstellen

Offizielle US-Studie bestärkt NABU-Kampagne

Berlin/Washington – Die Havarie des Containerschiffs „Rena“ vor der Küste Neuseelands und die Verseuchung des Meeres mit giftigem Schweröl verleihen der neuesten Untersuchung der amerikanischen Meeres- und Atmosphärenbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) weitere Brisanz. „Mit dem Umstieg von Schweröl auf Schiffsdiesel als Kraftstoff lassen sich die giftigen Schiffsabgase drastisch reduzieren. Das müssen nun endlich auch die Traumschiff-Reeder von AIDA, TUI und Co. zur Kenntnis nehmen“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die Studie.

Demnach reduziert eine Umstellung von Schweröl auf schwefelarmen Schiffsdiesel und eine geringere Fahrtgeschwindigkeit deutlich die Emissionen eines Schiffs, beweist die NOAA-Studie. Die Messungen der Abgase eines Hochseeschiffs ergaben, dass etliche gesundheitsschädliche und klimawirksame Schadstoffe nach der Umstellung deutlich sanken: Bei Schwefeldioxid und Feinstaub wurden Verbesserungen von rund 90 Prozent gemessen. Der Ausstoß von klimaschädlichen Rußpartikeln reduzierte sich um mehr als 40 Prozent.

Die Ergebnisse der NOAA-Untersuchung bestärken die NABU-Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“. Dringend fordert der NABU vor allem die Kreuzfahrtreedereien auf, endlich auf Schweröl zu verzichten. „Die Luftverschmutzung durch die Verwendung von Schweröl ist verheerend. Die Messungen des NOAA zeigen nun ganz deutlich, dass Schiffsreeder mit einfachen Maßnahmen sofort einen großen Beitrag im Kampf gegen die Klimaerwärmung und für die Gesundheit der Menschen leisten können“, erklärt NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Vor allem in Küstennähe und in der Arktis sind die schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Klima besonders hoch. Trotzdem setzen die großen Reedereien aus reiner Profitgier bislang auf Schweröl als Kraftstoff. „Längst könnten die Schiffseigner wirksam gegen die Luftverschmutzung vorgehen, indem sie anderen Treibstoff verwenden und Technik zur Nachbehandlung der Abgase in die Schiffe einbauen“, betont auch Studienleiter Daniel Lack vom NOAA-Institut.

Zudem zeigt die aktuelle Havarie der „Rena“ vor Neuseeland die enormen Risiken des giftigen Treibstoffs für Mensch und Natur. Dort sind bereits hunderte Tonnen Schweröl ins Meer gelangt und schädigen Pflanzen und Tiere. Ein 60 Kilometer breiter Streifen Strand ist bereits verseucht – und weitere mehr als 1000 Tonnen Schweröl drohen auszulaufen. „Schweröl als Schiffstreibstoff einzusetzen ist unverantwortlich. Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt damit so viele Schadstoffe aus, wie fünf Millionen Autos. Und mit jeder Havarie droht der Super-GAU auf See. Die Zeche zahlen die Menschen mit Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs und Naturkatastrophen wie gerade in Neuseeland“, erklärt Oeliger.

Für Rückfragen:
Julia Balz
Kampagnenleiterin
Tel. 030-284984-1625

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.