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NABU legt nach – Fotowettbewerb: Rauchende Schlote im Bild

NABU legt nach – Fotowettbewerb: Rauchende Schlote im Bild
Bewertung

Was Kreuzfahrtunternehmen gerne verstecken

Unter dem Motto „Rauchende Schlote ins Bild gerückt“ startet der NABU einen Foto- und Kurzfilmwettbewerb, um auf die enorme Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe aufmerksam zu machen. Gesucht werden Fotos, die die drastische Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zeigen. Einsendeschluss ist der 31. März 2012. Die Einsender der drei besten Fotos oder Kurzvideos bekommen ihr persönliches Lieblingsfoto auf Stoffleinwand gedruckt.

Der NABU-Fotowettbewerb illustriert, dass die Anbieter von Fluss- und Seekreuzfahrten mit Fotos von unberührter Natur, blauem Himmel und Meer werben – doch die Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus. Denn auf hoher See fahren die weißen Luxuliner mit Schweröl, das dicke schwarze und giftige Rauchfahnen erzeugt, die für Menschen, die Umwelt und das Klima hoch gefährlich sind. Stickoxide können zu Herz- und Lungenkrankheiten führen, Schwefeloxide tragen zur Bodenversauerung bei und Rußpartikel verschärfen den Klimawandel.

Diese unschönen Tatsachen werden auf den Hochglanzfotos der Reeder oft einfach wegretuschiert. Doch das löst das Problem nicht: Besser wäre es, die Schiffe würden endlich statt mit Schweröl nur noch mit Schiffsdiesel fahren und dazu Rußpartikelfilter nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der öffentliche Druck auf die Kreuzfahrtreeder wachsen. Dazu ruft der NABU den Fotowettbewerb aus: „Zeigen Sie uns, was die Kreuzfahrtunternehmen gerne verstecken möchte!“, sagt Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte und Leiter der NABU-Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ Schicken Sie uns Ihre Fotos oder Kurzvideos, auf denen die Abgase von Kreuzfahrtschiffen zu sehen sind. Egal ob Sie an Bord waren, oder von der Küste aus fotografiert oder gefilmt haben: Die sprichwörtlich „dreckigsten“ Fotos und Videos werden von uns prämiert. Die Einsender der drei besten Fotos oder Kurzvideos bekommen das persönliche Lieblingsfoto Ihrer Wahl auf Stoffleinwand gedruckt.

So können Sie am Fotowettbewerb teilnehmen: Senden Sie Ihre Fotos und Kurzvideos bis zum 31. März 2012 digital als Bilddateien an Julia.Balz@NABU.de oder als Abzüge an Julia Balz, NABU-Verkehrsreferat, Charitestraße 3, 10117 Berlin. Die Fotos (JPG-Format) bzw. Kurzvideos sollten maximal zehn Megabyte groß sein. Mit der Zusendung erklären Sie, dass die Fotos beziehungsweise Videos von Ihnen stammen, echt sind und dass der NABU diese für seine Kampagne nutzen kann.

Mit freundlicher Unterstützung von www.eicie.com

 NABU fordert komplettes Schwerölverbot für Kreuzfahrtschiffe

NABU-Experten mit Ortskenntnis empfehlen Lehren aus „Concordia“-Unglück

Berlin – Der NABU-Meeresbiologe Dr. Kim Detloff, der drei Jahre im Unglücksgebiet forschte, sieht große Gefahren für das Naturparadies vor der Insel Giglio, vor allem durch die 2400 Tonnen Schwer- und Dieselöl, die in den Tanks des verunglückten Kreuzfahrtschiffes gebunkert sind. „Schweröl ist eine hochgiftige, teerartige Substanz, die schwer abzupumpen ist. Wenn das Schweröl ausläuft, sinkt es auf den Meeresboden ab und überdeckt dort alles. Damit würden weite Areale unter Wasser unweigerlich zum Friedhof für alle Lebewesen.“ So ist das Schweröl im Rumpf der „Concordia“ eine tödliche Gefahr für Zehntausende von Meerestieren, die in dem 1996 gegründeten Nationalpark Toskanischer Archipel mit seiner besonders großen Artenvielfalt leben.

„Das Gebiet um Giglio ist ein Naturparadies mit bunten Korallenwänden, in dem große Schwärme von Barrakudas, Lippfischen und Meerbrassen vorkommen. Zudem gehören die Gewässer zu einem wichtigen Walschutzgebiet, in dem Pott- und Finwale und verschiedene Delfine leben. Die Insel ist Rastplatz für viele Zugvögel, auch kommen hier die seltenen Sturmtaucher und die Korallenmöwe vor“, erklärt NABU-Experte Detloff.

Zudem ist Schweröl besonders schwer zu bekämpfen: „Die bisherigen Schiffskatastrophen zeigen leider, dass es praktisch unmöglich ist, alles austretende Öl abzufangen.“ Noch dazu ist nicht ausgeschlossen, dass die Gifte des Schweröls auch in die Nahrungskette gelangen, erklärt der NABU-Meeresbiologe: „Falls Öl austritt, wird es von Kleinlebewesen aufgenommen und gelangt so zwangsläufig in den Körper von Fischen, die womöglich am Ende auf unserem Mittagstisch landen. Aber diese Zusammenhänge sind bisher erst ansatzweise erforscht. Man sollte hier nicht unnötig dramatisieren.“

Der NABU dringt auf politische Konsequenzen aus dem Unglück. „Der NABU fordert, das Kreuzfahrtschiffe, die Naturschutzgebiete und sensible ökologische Meeres- und Küstenräume befahren, komplett auf Schweröl verzichten müssen“, sagt der Leiter der NABU-Verkehrspolitik, Dietmar Oeliger. „In Europa dürfen Schiffe bislang nur in der Nord- und Ostsee nicht mit Schweröl angetrieben werden. In der Antarktis dagegen ist es seit kurzem verboten Schweröl mitzuführen. Es ist völlig unverständlich, warum diese Regelung nicht auch für das stark befahrene Mittelmeer gilt.“

„Angetrieben mit Schweröl stoßen allein die 15 größten Seeschiffe jedes Jahr mehr schädliche Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid und Rußpartikel aus, als alle Autos weltweit. Und die gigantischen Abgaswolken in Häfen und vor den Küsten belasten Mensch und Umwelt. Eine Studie des dänischen Center for Center for Energy, Environment and Health zufolge kosten diese Schadstoffe jedes Jahr bis zu 50 000 Menschen vorzeitig das Leben, die zum Beispiel an Krebs erkranken und vorzeitig sterben“, erklärt NABU-Experte Oeliger. Die Schiffsabgase zu reinigen wie bei Diesel-Pkws funktioniert mit Schweröl nicht. „Deshalb fordern wir seit Jahren den Umstieg, denn das teurere Dieselöl enthält viel weniger Schadstoffanteile. Zudem kann man beim Einsatz von Schiffsdiesel Rußfilter installieren und so einen großen Teil der Schadstoffemissionen verhindern.“

Die NABU-Experten betonen: „Auch ein Unfall mit Dieselöl ist verheerend, aber die Folgen sind einfacher zu bekämpfen, denn Dieselöl ist leichter und schwimmt an der Wasseroberfläche. So kann es besser bekämpft werden und verursacht nicht die chronische Verseuchung des Wassers und des Meeresbodens.“

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Categories: NABU, umweltschäden

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