MS Deutschland: Kapitän auf eigenem Schiff unerwünscht?

Und wieder gibt es eine Schlagzeile mehr! Kapitän Jungblut sieht sich offenbar berufen für die deutsche Flagge zu kämpfen. Er reiste während seines Urlaubs nach London und verfasste angeblich einen Brandbrief an den Bundespräsidenten und wurde daraufhin des Schiffes verwiesen (so die Bild). Welche Loyalität ist hier angebracht? Sachliche Gründe scheinen hier einer emotionalen Diskussion zu weichen. Fakt ist, das es wirtschaftlich richtig ist auszuflaggen. Die Diskussion die Deutschland würde für Deutschland stehen halte ich ebenso für masslos übertrieben. Als die Schwestern in den Bankrott gingen kam auch keiner von der deutschen Regierung. Warum soll die Deutschland das einzige Schiff sein das noch unter deutscher Flagge fährt. Konzepte ändern sich eben. Die Reederei muss wirtschaftlich arbeiten, wie alle anderen auch. Oder regt sich jemand darüber auf das bei Tui-Cruises ebenso Malta hängt? Ist es nicht im Grunde völlig egal welche Flagge dahinten hängt? Die Deutschland wird bleiben wie Sie ist. Solange die Politik nicht die Bedingungen schafft das Schiff unter deutscher Flagge fahren können müssen die Politiker sich auch nicht wundern wenn die Reederei ausflaggt, nicht zuletzt auch um die Arbeitsplätze an Bord zu erhalten, langfristig. Ein Kapitän sollte für seine Besatzung stehen, aber er sollte sich nicht in so grundsätzliche Entscheidungen der Reederei einmischen und damit der eigenen Geschäftsleitung in den Rücken fallen.
Es ist ein zweischneidiges Schwert! Was meint Ihr?

Ein Kommentar

  1. Kapitän Jungblut und die „Deutschland“Ich kenne Kapitän Andreas Jungblut noch von meiner Tätigkeit im Proviant der „Berlin“.Er ist ein sehr erfahrener und beliebter Kapitän. Die jetzige Art und Weise wie Aurelius mit ihm Umgeht ist natürlich nicht die feine Art.Im Informationsblatt der Reederei Peter Deilmann vom 21. Mai ist zu lesen der Grund der Ausflaggung. Der Gesetzgeber hat die Finanzmittel gekürzt, das bedeutet erhebliche Kostennachteile im deutschen Schiffsregister. Aurelius teilt weiter mit, die Sicherheit an Bord bleibt unverändert. Man will den hohen Servicestandart, auch mit der deutschen Crew, weiterhin den Gästen anbieten.Die „deutsche Kreuzfahrttradition“ ist aus der Reederei- Werbung fast verschwunden.Unseren Bundespräsidenten will man noch unter „deutscher“ Flagge empfangen. Gleich danach wechselt Aurelius nach Malta. Ich kann wegen der Kosten die Reederei verstehen.Sie hat nicht die alleinige Schuld zum Wechsel. Die Deutschen wollen alles „billig“ haben.Ob das auf die vielen Stammwiederholer zutrifft mag ich zu bezweifeln, die können sich eine Fahrt mit der „Deutschland“ leisten. Ich sehe folgende Möglichkeiten: „deutsche“ Flagge und wenn nötig höhere Passagierpreise. Oder unter Malta den Passagepreis nach unten verändern, bei gleich bleibenden hohen Standard.. Das der Kapitän die Besatzung unterstützt, ist sehr Lobenswert. Als Führungskraft muss er einerseits die Interessen der Reederei wahren, aber sich auch für die Belange der Crew und Passagiere einsetzen. So kann er sich nicht ganz neutral verhalten. Kapitän Jungblut hat richtig gehandelt. Nach seinem Urlaub sollte er wieder die „Deutschland“ führen. Ansonsten kann das Auswirkungen auf Passagiere und als „Traumschiff“ haben. Mit den Meldungen in „Bild“ kann man geteilter Meinung sein, auch mit den vielen (teilweise unüberlegten) Kommentaren. Ich wünsche Aurelius die richtige Entscheidung (nicht einfach). ..Und die Bitte von sicher Vielen und von mir: Kapitän Jungblut muss weiter an Bord bleiben.Peter Stilbach, Wriedel – ehem. Proviantmeister der MS „Berlin“

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