Volle Fahrt voraus: Schiffsreisen gewinnen immer mehr an Popularität, der gesamte Kreuzfahrtenmarkt in Deutschland ist auch im Jahr 2012 wieder deutlich gewachsen. Erstmals unternahmen fast zwei Millionen Bundesbürger – 1.980.897 Passagiere – eine Reise auf einem Hochsee- oder Flusskreuzfahrtschiff, teilte der Deutsche ReiseVerband (DRV) am 7. März 2013 auf der größten internationalen Tourismusmesse ITB Berlin mit. Das entspricht einer Steigerung von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2011: 1,8 Millionen Kreuzfahrtgäste). Der Gesamtumsatz kletterte zum ersten Mal über die Marke von drei Milliarden Euro – und zwar um 7,9 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Der Kreuzfahrtenmarkt konnte damit seinen Anteil am Gesamtumsatz des Veranstaltermarktes in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,3 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr auf 12,7 Prozent steigern.
Die Anbieter von Hochsee-Kreuzfahrten profitierten im Jahr 2012 erneut von einem zweistelligen Passagier- und Umsatzplus. Insgesamt erwirtschafteten die Veranstalter über 2,6 Milliarden Euro Umsatz (2011: 2,4 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Gäste stieg von 1.388.199 im Jahr 2011 um 11,2 Prozent auf 1.544.269. Der durchschnittliche Reisepreis für eine Hochseekreuzfahrt blieb unverändert bei 1.710 Euro – ebenso wie die Reisedauer, die erneut bei 9,2 Tagen lag. Das beliebteste Fahrtgebiet war mit Abstand das westliche Mittelmeer gefolgt von der Region Nordland (Norwegen, Island, Spitzbergen, Grönland), dem östlichen Mittelmeer, den Kanarischen Inseln, der Karibik sowie der Ostsee. Damit bleibt die Rangfolge gegenüber Vorjahr unverändert.
Die Anbieter von Flusskreuzfahrten zählten im Jahr 2012 insgesamt 436.628 Passagiere und verzeichneten einen Rückgang der Passagierzahlen von 5,4 Prozent (2011: 461.695). Damit weist die Flusskreuzfahrt erstmalig seit 2006 kein Wachstum auf. Ein Grund für die Wachstumsdelle waren die politischen Unruhen in Ägypten, die die Nachfrage nach Nilkreuzfahrten beeinträchtigte. Die Reihenfolge der drei beliebtesten Flüsse der Deutschen hat sich daher 2012 wie folgt geändert: Die Donau ist nach wie vor die Nummer eins, nun gefolgt vom Rhein und seinen Nebenflüssen sowie dem Nil, der auf Position drei gefallen ist. Guido Laukamp, stellvertretender Vorsitzender des DRV-Ausschusses Schiff, erläutert weitere Faktoren für den Rückgang: „Die deutlich erschwerte Visa-Regelung für Flussreisende in Russland und die Irritationen um die Mehrwertsteuer-Erhöhung auf Flussreisen von sieben auf 19 Prozent haben die prognostizierte Nachfrage ebenfalls beeinträchtigt. Das sind jedoch nur temporäre Effekte. „Langfristig wird der Markt weiter wachsen, da Flussreisen mit ihrem hohen Komfort bei gleichzeitig hohem Erlebniswert besonders die wachsende Zahl der Best-Ager ansprechen.“ Das belegt auch das wachsende Angebot: 2012 wurden 16 Schiffe neu in Dienst gestellt, von denen allein fünf im deutschen Markt angeboten werden. Der Gesamtumsatz der Anbieter verringerte sich 2012 um 8,2 Prozent auf 455 Millionen Euro (2011: 496 Millionen Euro). Der durchschnittliche Reisepreis betrug 1.034 Euro und lag somit um 32 Euro – das entspricht drei Prozent – unter dem des Vorjahres (2011: 1.075 Euro).
Exklusive DRV-Studie: Wichtige Kennziffern zum deutschen Kreuzfahrtenmarkt Die DRV-Studie enthält neben detaillierten Ergebnissen sowie Kennziffern zu Anbietern, Passagierzahlen, Preisen, Reisedauer, Umsätzen und Zielen auch Daten zur Bedeutung des Segmentes Kreuzfahrten im deutschen Touristikmarkt. Sie gibt zudem einen Überblick über die geplanten Schiffsneubauten im Kreuzfahrtenmarkt.