Gastartikel MS Azores: Einmal Geiranger Fjord exklusiv – und wieder zurück!

Begegnung mit einer Walfamilie

Irgendwie fliegen die Tage jetzt an uns vorbei. Eben noch in Tromsø, dann Narvik und plötzlich sind wir schon an unserer letzten Zwischenstation unserer Reise angekommen: Flam (ausgesprochen: Flomm). Das Außergewöhnliche an unserer Reise ist, dass wir einfach der Saison ein wenig vorausfahren.

Das bedeutet, wir sind zum Teil das einzige Passagierschiff in den Häfen, was gewisse Vorteile mit sich bringt. Einen davon möchte ich Ihnen hier mal nahe legen. Besonders beeindruckend war dies zweifelsohne bei der Tagestour zum berühmten Geiranger Fjord. Der Ausflug, der mit rund 180 Euro zwar kräftig in die Urlaubskasse haut, schien im ersten Moment überteuert.

 
Wenn man allerdings Revue passieren lässt, was einem für das Geld geboten wurde, überwirft man alle Zweifel mit einem seligen Lächeln: nicht weniger als den gesamten Geiranger Fjord exklusiv. In der Saison liegen an dem, berühmtesten Postkarten-Fjord Norwegens teilweise 6 Kreuzfahrtschiffe und mehr, die dann mehrere Tausend Tagestouristen an Land schwemmen.
 
Geiranger Fjord
Der kleine Ort mit der imposanten Kulisse gleicht an diesen Tagen dann eher einer touristischen Karnevalsveranstaltung. Und der spektakuläre Ritt auf den Serpentinen der Adlerstraße hat deutlich mehr Thrill, als das ängstliche Touristenherz wünscht, wenn die Reisebusfahrer darauf gleich dutzendweise an den beeindruckenden Klippen entlang jonglieren.
 
Der Tagesausflug, der in Alesund direkt neben der MS “Azores” mit dem Schnellboot beginnt, hätte nicht aufregender starten können. Der 35 Knoten schnelle Katamaran fährt in knapp zweieinhalb Stunden durch den Storfjord und den Sunnylvsfjord in den Geiranger Fjord hinein. Das kraftvolle Boot verfügt neben modernster Informationstechnik auch über ein einladendes Sonnendeck, an dem man die geradezu traumhafte Landschaft genießen kann, die an einem vorbei zieht. Was für ein Spektakel schließlich, wenn man auf dem Deck des Katamarans, die Hände fest in die Reling vergraben, in die letzte Wende des Fjords einfährt und einen die gefühlten 10 Windstärken fast aus dem Parka hauen.
 
Gigantisch – selbst wenn man dafür in Kauf nehmen muss, dass die berühmten Wasserfälle des “Geiranger” – die sieben Schwestern – sich der Kälte geschuldet noch nicht an der Fjordwand entlang ergießen.
 
Dafür nimmt man ein exklusives Mahl im Union-Hotel zu sich, das einem fast den Eindruck vermittelt, das gediegene Hotel hätte seine Pforten ausschließlich für unsere Reisegruppe geöffnet. Der insgesamt auf sieben Stunden ausgelegte Törn führt über Bergstraßen und Tunnelpässe, inklusive einer Fährquerung, zurück nach Alesund. Natürlich nicht ohne eine ausreichende Zahl an Foto-Stopps einzulegen. Zu erwähnen ist ebenfalls der humorvolle Tourguide Jens, der mit reichlich Witz und viel Fachwissen über die Landschaft, die Kultur und das Leben in Norwegen glänzte.
 
(Wenn man die Gelegenheit dazubekommt, sollte man sich unbedingt mal die Geschichte mit den Elefanteneiern erklären lassen, die links und rechts der Wegstrecke zu finden sind). Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Besuch auf dem Hausberg von Alesund, dessen Panorama einem offenbart, warum diese entzückende Stadt eine der lohnenswertesten Kreuzfahrtziele Norwegens ist.
 
Marco Butzkus (Reise vom 16.03.-29.03.2014 MS Azores)

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