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Helmut Hafner: Mit dem Traumschiff auf großer Mittelmeerkreuzfahrt

Helmut Hafner: Mit dem Traumschiff auf großer Mittelmeerkreuzfahrt
Bewertung

Amadea vor RhodosMit dem Traumschiff auf großer Mittelmeerkreuzfahrt

Jahrzehntelang haben wir uns das Traumschiff im ZDF angesehen, mit wechselnden Schiffen als Hauptdarsteller, mal war es die Berlin, dann lange Zeit die Deutschland, seit kurzem fährt nun die Amadea von Phoenix-Reisen im Auftrag der öffentlich-rechtlich überwachten Fernwehträume der Zuschauer um die Welt. Wir wollten uns den Arbeitsplatz von Kapitän Burger (Sascha Hehn) und Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle alias Harald Schmidt einmal genauer ansehen. Daher hatten wir uns für die Große Mittelmeerkreuzfahrt entschieden, die am 8. November 2017 starten sollte.

Kapitän BegrüßungsanspracheAn diesem Tag wurden wir dann auch vom Kreuzfahrtdirektor persönlich begrüßt. Nein, nicht von Oskar Schifferle, sondern von Steffen Spiegel. Vor jeder Reise sind da einige hundert Hände zu schütteln, eine Willkommensgeste, die man auf allen Phoenix-Schiffen beobachten kann. Das ist der Vorteil der kleineren Schiffe. Alles ist überschaubarer, gemütlicher, familiärer. Ein Grund, weshalb wir die Riesenpötte der neuen Generation meiden.

Die Amadea ist nur 193 Meter lang, verfügt über acht Decks und transportiert höchstens 600 Passagiere. Nach ein paar Tagen auf dem Schiff kennt man daher schon einige der Mitreisenden und man hat darüber hinaus den Vorteil, dass man sich auch noch in seiner Muttersprache unterhalten kann, denn an Bord sind praktisch nur deutschsprachige Gäste, d.h., dass die Tagesprogramme und die Menükarten ebenfalls in Deutsch verfasst sind und die Borddurchsagen auch in Deutsch erfolgen. Ein weiterer Vorteil der Amadea, sie verfügt ausschließlich über Außenkabinen und auch wenn man keinen Balkon hat, sieht man zumindest das Meer vorbei gleiten.

Als wir nach einer Vorübernachtung in Mestre am 8. November an Bord gingen, waren wir gespannt auf das Schiff und die Route. Der Check-In geht zügig über die Bühne und wir erfahren, dass insgesamt 500 Passagiere Gast auf der Amadea sind. Wir bezogen unsere ca. 17 qm große Kabine auf dem Promenadendeck. Sie liegt ziemlich weit vorne, so dass es bei stärkerem

Seegang durchaus zu unliebsamen Schaukelbewegungen kommen kann.

Kurz nach 15 Uhr ertönt das Signal für die Seenotrettungsübung. Wir nehmen unsere Rettungswesten und gehen zur Musterstation. Dort erhalten wir ausführliche Informationen zum Anlegen der Westen und hoffen, dass wir sie nicht brauchen werden. Auf Sascha Hehn, den Kapitän in der Fernsehserie, warten wir vergeblich, aber Hubert Flohr, den „echten“ Kapitän, bekommen wir zu Gesicht. Das Thema Sicherheit wird hier offensichtlich großgeschrieben, wenn sogar der oberste Steuermann persönlich nach dem Rechten sieht.

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Um 16.00 Uhr heißt es dann „Leinen los“, die Amadea verabschiedet sich zu den Klängen der traditionellen Traumschiff-Melodie, die James Last komponiert hat, aus Venedig. Ein beeindruckendes Spektakel. Während auf dem Lido-Deck kulinarische Köstlichkeiten angeboten werden, stehen wir oben auf dem Panorama-Deck und bewundern die vielen kleinen und großen Brücken, die Palazzi und die zahllosen Kirchen, die an dem staunenden Beobachter vorbeiziehen. Ein großartiges Schauspiel, auch wenn man weiß, dass die Kreuzfahrtschiffe viel Schaden anrichten. So trösten wir uns mit dem Gedanken, dass die Amadea doch zu den Kleineren ihrer Gattung gehört und sie wohl auch in Zukunft „La Serenissima“ anlaufen darf. Es wird früh dunkel um diese Jahreszeit und als wir am Markusplatz langsam, fast andächtig, vorbeigleiten, brennen schon viele Lichter.

Derart eingestimmt gehen wir am Abend in das Restaurant „Vier Jahreszeiten“ und sind gespannt, was die Küche der Amadea zu bieten hat. Ich entscheide mich für eine „Rehschulter auf böhmische Art“ und bereue meine Wahl nicht. Wir speisen an einem schön eingedeckten Tisch und genießen zusammen mit sechs weiteren Passagieren den hervorragenden Service des Traumschiffs. Der Wein zu den Hauptmahlzeiten ist im Preis inbegriffen, im Übrigen ist zu den Nebenkosten zu sagen, dass sie sich in Grenzen halten, kein Vergleich zu den teuren Getränkepreisen auf den amerikanischen Schiffen, zu denen u.a. auch Costa zählt.

Soweit ich weiß träumte meine Frau in der ersten Nacht auf dem Traumschiff nicht von Nick Wilder, dem Schiffsarzt, geschlafen hat sie trotzdem gut, auch wenn die Matratzen etwas hart sind. Aber eine Nachfrage an der Rezeption schafft hier schnell Abhilfe und die Kabinenstewardess Cathrin von den Philippinen legt einen Topper auf die Matratze, so dass süße Träume in den kommenden zwei Wochen wahrscheinlicher werden.

Das erste Ziel der Kreuzfahrt ist Dubrovnik, wo uns zwischen üppigen grünen Hügeln die imposanten mittelalterlichen Mauern eines historischen Juwels erwarten, die seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Die Schäden, die der Anfang der 1990er Jahre tobende Krieg, verursacht hat, sind heute nicht mehr zu sehen. „Die Perle der Adria“, wie Dubrovnik auch genannt wird, erstrahlt in alter Schönheit und neuem Glanz. Bevor wir einen Bummel durch die nächtlich beleuchtete Touristenhochburg machen, fahren wir mit dem Bus in das Seebad Cavtat, wo einst Eduard VIII. und Wallis Simpson ihre Flitterwochen verbrachten. Das bei Segelfreunden beliebte Städtchen ist um diese Jahreszeit fast menschenleer, die Strandpromenade gehört uns praktisch allein und wir genießen die Strahlen der untergehenden Sonne.

Während auf den jährlich vom Stapel laufenden „Hochhausschiffen“ mehrstöckige Theater mit atemberaubenden künstlerischen Darbietungen die Zuschauer locken, ist auf der Amadea alles eine Nummer kleiner. Shoppingarkaden sucht man hier genauso vergeblich wie einen Hochseilgarten, Go-Kart-Bahnen oder ein Casino. Stattdessen setzt man auf dem Traumschiff auf gediegene Familienunterhaltung, die ankommt und durchaus ihren Reiz hat. Am zweiten Abend war in der Atlantik Show Lounge der Bauchredner Perry Paul mit seinem knuddeligen Freund Amadeus zu Gast. Sein Angriff auf die Lachmuskeln war oft von Erfolg gekrönt und so waren wir spätestens am zweiten Tag angekommen auf einem Schiff, das nicht nur Gaumenfreuden verspricht, sondern eine Kreuzfahrt, wie man sie vielleicht nur auf dem Traumschiff erlebt.

Auf der Weiterfahrt Richtung Süden erreicht die Amadea am nächsten Tag die Bucht von Kotor (Montenegro), die in ihrer Attraktivität einzigartig ist, reicht sie doch 28 Kilometer ins Landesinnere hinein. Das kristallklare Wasser und eine faszinierende Landschaftskulisse locken die Passagiere auf die Außendecks.

Wenn dazu noch die Sonne für gutes Licht sorgt, steht unvergesslichen

Fotoerinnerungen nichts mehr im Weg. Schon vor der Kreuzfahrt hatten wir einen Ausflug nach Perast gebucht, das nur wenige Kilometer vor Kotor liegt. Von dort fahren wir mit einem kleinen Motorboot zur künstlich aufgeschütteten Insel „Sankt Marien auf dem Felsen“. Die Fläche der Insel beträgt nur ganze 3.030 Quadratmeter, aber schon der Standort der kleinen Marienkirche ist so außergewöhnlich gewählt, dass die Blicke immer wieder dorthin wandern.

Überhaupt ist Phoenix für seine außergewöhnlichen Routenführungen bekannt. Da die Schiffe der Flotte, zu denen noch die Albatros, die Artania und die Deutschland gehören, nicht so groß sind, können mit ihnen auch kleinere Häfen angelaufen werden. Für die Gäste ist es darüber hinaus ganz angenehm, wenn man sich nicht mit mehreren tausend Passagieren von anderen Schiffen durch die Gassen mancher Stadt quälen muss.

Bei wärmer werdenden Temperaturen ging es zunächst weiter nach Süden. Die weiteren Stationen waren Saranda (Albanien), Korfu und die erstaunlichste Kykladen-Insel Santorin. Schon die Einfahrt in den riesigen Krater (Caldera) des Vulkans ist ein Erlebnis. Die Fotoapparate klicken und die Filmkameras surren im Dauereinsatz. Spätestens wenn die ersten Häuser der Inselhauptstadt Fira (Thira) allmählich ins Blickfeld rücken, wird es an Bord ganz leise. Am Kraterrand, in etwa 350 Meter Höhe, drängt sich Haus an Haus, ineinander verschlungen und doch gefährlich nah am Abgrund. Neben Fira haben wir im Rahmen eines mehrstündigen Ausflugs noch den höchstgelegen Ort Pyrgos erkundet, bevor wir in Oia (gesprochen Ia) noch das Glück hatten, einen romantischen Sonnenuntergang erleben zu dürfen.

Im östlichen Mittelmeer reiht sich ein Höhepunkt an den nächsten. Wir haben kaum Zeit, unsere Erinnerungen zu sortieren. Schon am nächsten Tag erreicht die Amadea türkisches Gewässer. Vom Hafen in Cesme geht es mit dem Bus nach Ephesos, wo die seit 2015 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden Ausgrabungsstätten auf staunende Besucher warten. Im November  verlaufen sich nur wenige Touristen an diesen mystischen Ort, der so viel zu bieten hat. Das 24.000 Zuschauer fassende große Theater, die imposante

Celsus-Bibliothek oder der Hadrianstempel geben auch heute noch Einblicke in eine faszinierende Geschichte.

Am Abend lassen wir uns von den gefühlvoll vorgetragenen Melodien der Geigerin Sophie Moser verzaubern. Dabei erleben wir ohnehin längst alles wie im Traum, liegt es also doch am Traumschiff?

Weitere reizvolle Häfen erwarteten uns in den nächsten Tagen. Die Sonne scheint noch eine Spur stärker, auf Rhodos, in Alanya und auf Zypern ist T-Shirt-Wetter. Die 30-Grad-Marke erreicht das Thermometer dann schließlich in Israel, wo die Amadea einen Zwei-Tages-Stopp einlegt und in Haifa ankert. Von der Phoenix-Reiseleitung haben wir umfangreiches Info-Material erhalten und so gehen wir bestens vorbereitet in die Ausflüge. Am ersten Tag besuchen wir ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe, die massive Felsenfestung Masada in der Judäischen Wüste. Sie war Schauplatz eines dramatischen Ereignisses. Im Jahr 73 n.Chr. wählten die 960 Bewohner der Festung den Freitod, um der römischen Belagerung zu entgehen. Im Anschluss fuhren wir dann mit dem Bus weiter zum nur zwei Kilometer entfernten Toten Meer, wo wir die Gelegenheit hatten, in dem extrem salzhaltigen Wasser zu baden. Der Salzgehalt von etwa 30% verhindert ein Absinken und so haben wir viel Spaß mit den typischen Fotos, die uns beim Zeitunglesen zeigen. Solche Schnappschüsse sind nur hier möglich.

Die Tage in Israel waren sicher der Höhepunkt einer Kreuzfahrt, die nach einem letzten Stopp auf Kreta und zwei Seetagen in Nizza endet. Mit einem Koffer voller Erinnerungen und auch dem einen oder anderen Kilo mehr Körpergewicht verließen wir die Amadea. An der Gangway wurden wir vom Kreuzfahrtdirektor verabschiedet und es kommt viel Wehmut auf, für uns war es tatsächlich eine Traumreise auf dem Traumschiff. Auch ohne Sascha Hehn.

 

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Categories: kreuzfahrtnews, Phoenix kreuzfahrten, Reiseberichte

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