“Akte Venedig” – Kreuzfahrtschiffe müssen Emissionen reduzieren

Venedig Kreuzfahrtschiffe …

Das Problem rund um die Kreuzfahrtschiffe in Venedig wird sich so schnell nicht lösen lassen. Auf der einen Seite brauchen die örtlichen Geschäftsleute die Kreuzfahrtgäste auf der anderen Seite richten die Schiffe, besonders die ganz Grossen Schäden an.

Schon länger versucht man sinnvolle Lösungen zu finden. Die Sperre für Kreuzfahrtschiffe wurde inzwischen wieder aufgehoben. Zusätzlich bzw. dann als Ersatz entsteht ein neues Kreuzfahrtterminal außerhalb der gefährdeten Zone.

Alle Infos zum Kreuzfahrt-Hafen in Venedig, den Liegeplätzen der Schiffe, den Transfers uvm. finden Sie auf dieser Seite übersichtlich dargestellt.

Nun gibt es eine neue Regelung bzw. Vereinbarung für die Gemeinde Venedig, das Kreuzfahrtschiffe bereits 15 Seemeilen vor der Küste,  die Haupt- und Hilfsmotoren ihrer Schiffe mit Schiffskraftstoff mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,1 Masse-% zu betreiben haben und dies nicht nur am Liegeplatz, sondern auch während der Schifffahrt vor dem Einlaufen in das Gebiet Venedig oder in das Gebiet  24 km vor der Lagune und während aller Manöverphasen innerhalb des Hafengebiets von Venedig gilt.

Zusätzlich haben sich die Reedereien verpflichtet, in ihren Kommunikationskanälen einen Animationsfilm der Gemeinde Venedig aus der Kampagne #EnjoyRespectVenezia zu veröffentlichen, um die Besucher für umweltfreundliches Verhalten in Venedig zu sensibilisieren.

Diese neue Regeln gelten zunächst bis 31. Dezember 2021.

2 Kommentare

  1. Schwefelgehalt-Reduzierung in Gewässern in und um Venedig kommt spät
    Man wundert sich schon, dass bei der seit Jahren bekannten Umweltbelastung Venedigs durch große Schiffe die Absenkung des erlaubten Schwefelgehaltes im Kraftstoff so spät kommt. Andere Regionen waren da schneller. Z.B. gelten schon seit 2015 strengere Schwefel-Grenzwerte in der Nord- und Ostsee; seit Anfang 2020 ist dort sowie entlang der nordamerikanischen Küste, der US-Karibik, in Island und in der Arktis nur noch ein maximaler Schwefelgehalt von 0,1 % erlaubt. In den Häfen in und um Südkorea gilt der gleiche Wert seit September 2020. In den Gewässern der Antarktis ist die Schwefel-vorschrift sogar so streng, dass nicht einmal schwefelhaltiger Kraftstoff (HFO) mitgeführt werden darf, auch nicht in separaten Tanks.
    Horst Köhler, Friedberg
    Fachautor zu Emissionen aus dem Verkehr

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