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NABU 2021 -Trotz erster Schritte konkrete Klimastrategien notwendig

NABU Kreuzfahrten: Auf dem Kreuzfahrttalk hat der NABU die Umwelt- und Klimabilanz der Kreuzfahrtbranche ermittelt. Die wichtigsten Anbieter auf dem deutschen Markt haben erste Schritte zur Emissionsreduzierung unternommen. Nun braucht es verbindliche Klimaschutzstrategien der gesamten Branche.

Die Kreuzschifffahrt wurde im Zuge der Corona-Pandemie mit erheblichen Einschränkungen und Verwerfungen konfrontiert. Daher verzichtete der NABU in diesem Jahr darauf, ein vollständiges Ranking der einzelnen Unternehmen zu erstellen, wie es in der Vergangenheit üblich war. Stattdessen diskutierte der NABU mit Vertreter*innen der Kreuzfahrtreedereien AIDA, TUI, Hapag-Lloyd und MSC deren Pläne zur Umsetzung der Pariser Klimaziele.

Die Forderung des NABU dabei: Die Kreuzfahrtanbieter müssen sich nicht nur zum Pariser Klimaschutzabkommen bekennen, sondern diese Absichtserklärung auch mit konkreten Klimaschutzstrategien unterfüttern. Auch die Umsetzung der Klimaschutzstrategien muss aus Sicht des NABU deutlich an Fahrt aufnehmen: Künftig wird der Druck auf die Branche steigen, in immer kleineren Zeiträumen immer umfassendere Maßnahmen ergreifen zu müssen. Wenn die Flotten spätestens 2050 emissionsfrei unterwegs sein sollen, muss heute der Grundstein dafür gelegt und in entsprechende Technologien investiert werden. Obwohl einzelne Pilotprojekte Anlass zur Hoffnung geben, ist die Kreuzfahrtbranche insgesamt noch nicht auf Kurs, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens rechtzeitig einzuhalten.

Dabei ist die Umstellung auf alternative Antriebe und synthetische Kraftstoffe auf Basis von erneuerbarem Strom die zentrale Herausforderung für den Sektor. Der Stand der Technik ist nach wie vor weitestgehend im Entwicklungsstadium. Hier kann die Kreuzfahrtbranche zu einem wesentlichen Technologietreiber für die Schifffahrt insgesamt werden.

NABU Kreuzfahrten – Erste Schritte in die richtige Richtung

Zumindest die wichtigsten Anbieter auf dem deutschen Markt haben in den vergangenen Jahren erste Schritte zur Emissionsreduzierung unternommen. So hat etwa AIDA damit begonnen, Brennstoffzellen und Batteriepakete zu ordern und an Bord einbauen zu lassen. Auch MSC hat entsprechende Planungen angekündigt. Beide Reedereien machten im Zuge der Diskussion erstmals publik, dass sie sich mit solar- und windunterstützten Antrieben beschäftigten, um künftig emissionsfrei unterwegs sein zu können. Obwohl bis dato noch nicht final absehbar ist, welche Antriebskonzepte sich künftig in der Seeschifffahrt durchsetzen werden, betonten alle Akteure, dass am Ende kein Weg an synthetischen Kraftstoffen vorbeiführe.

Zudem werde Landstrom zunehmend bei TUI, AIDA, Hapag-Lloyd und MSC zum Standard. Entsprechend müsse jetzt politisch zügig die Weichenstellung für den Aufbau der hafenseitigen Infrastruktur erfolgen. Dabei sei dies nicht nur ein wichtiger Schritt zur CO2-Minderung, sondern trage auch erheblich zur Reduzierung der Luftschadstoffemissionen in den Hafenstädten bei. Gleichzeitig dürfe es nicht zu einer einseitigen Fokussierung auf Schiffsneubauten kommen. Gerade die Bestandsflotte müsse ebenfalls verstärkt in Richtung Emissionsminderung getrimmt werden.

Einigkeit bestand zwischen Anbietern und NABU darin, dass die Anstrengungen der Branche durch verbesserte politische Rahmenbedingungen unterstützt werden müssen, um emissionsfreien Antrieben zum Durchbruch zu verhelfen. Der Einbezug der Schifffahrt in den europäischen Emissionshandel, Vorgaben zur Effizienzsteigerung, eine Landstrompflicht sowie die geplante Anpassung der Energiesteuer-Richtlinie könnten hier aus Sicht des NABU die Schifffahrt deutlich vorwärtsbringen. Doch auch die nächste Bundesregierung ist gefordert, neben dem Eintreten für entsprechende Regelungen auf europäischer und internationaler Ebene, die Entwicklung der nötigen Antriebstechnologien durch nationale Förderprogramme zu flankieren.

NABU-Vision für eine emissionsfreie Kreuzschifffahrt 2050 – AIDA will es bis 2040 schaffen.

Grundlage der NABU-Forderungen auf dem Kreuzfahrttalk war die NABU-Vision für eine emissionsfreie Kreuzschifffahrt im Jahr 2050. Der dreistufige Fahrplan benennt Maßnahmen, um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden. – Info Grafik

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