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Kreuzfahrtaktien im Sinkflug – Schiffe nicht voll, Schulden werden fällig

Der Kreuzfahrtmarkt erholt sich nicht so schnell wie gewünscht oder gehofft. Die Krise ist noch nicht überwunden. Auch wenn es keiner der Verantwortlichen zugeben wird. Im Gegenteil wir bekommen nur Erfolgsmeldungen. Das gehört zum Spiel. Wer aber genau hinschaut, kann die Zeichen erkennen.

Corona hat alles ausgelöst, die erhoffte Erholung für 2022 erhält durch den Ukrainekrieg einen starken Dämpfer. Die lukrativen Sommerreisen auch nach St. Petersburg müssen um geroutet werden. Dazu kommt, dass nun auch Schulden zurückgezahlt werden müssen. Alle wichtigen Kreuzfahrtaktien haben deutlich verloren.

Eine offizielle Umfrage hat ergeben, dass nur 63 % der erfahrenen Kreuzfahrer derzeit wieder eine Kreuzfahrt planen.

In Deutschland werden inzwischen Kreuzfahrten bei den großen Anbietern fast verramscht! Die Buchungszahlen bleiben weit hinter den erwarteten Zahlen zurück, das macht Anleger nervös.

7 Tage mit MSC für 289,- Euro, oder 5 Tage AIDA für 399,- Euro, 8 Tage bei Princess Cruises für 436,- Euro, Royal Caribbean 5 Tage für 300 Euro, 7 Tage Costa für 379,- Euro, Beispiele aus dem e-hoi Portal.

Dazu kommen erhöhte Kosten für Treibstoff und Lebensmittel. Es wird also noch weitere Änderungen und Verkäufe (spekuliert wird z.B. über Seabourn Cruises) geben. Es bleibt also unklar, ob wirklich alle Reedereien in der aktuellen Größe durchkommen werden. CMV und Genting mussten schon Insolvenz anmelden, wann folgt die Nächste?

Fazit: Gute Zeiten für reisende “Sparfüchse”. Kreuzfahrtschnäppchen gibt es ohne Ende! Die Schiffe sind nicht voll. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich die Zahlen wieder erholen.

Royal Caribbean – in den letzten 4 Wochen – 36 %

Carnival – 33,4 % (letzte 4 Wochen), Norwegian Cruises – 34,5 % (letzte 4 Wochen)

Marktführer Carnival türmte seine Schulden auf 34,9 Milliarden Dollar, ein Umstand, der ihn im laufenden Jahr voraussichtlich 1,5 Milliarden Dollar an Zinsen kosten wird. Wettbewerber Royal Caribbean, der noch zu Beginn der Coronapandemie indirekt für rund 600 Millionen Euro die Hälfte an der Tui-Reederei Hapag-Lloyd Cruises erwarb, ist inzwischen mit 22,9 Milliarden Dollar verschuldet.

Handelsblatt 25.05.2022