Island schießt sich ins Steuer-Eis – Kreuzfahrtschiffe kehren dem Inselstaat den Rücken

Island wollte mit einer neuen „Infrastruktursteuer“ eigentlich seine Häfen modernisieren – doch das Ergebnis ist frostig: Kreuzfahrtschiffe meiden das Land. Seit dem 1. Januar 2025 müssen Passagiere pro Hafenstopp satte 2.500 isländische Kronen (etwa 18 US-Dollar) zahlen. Klingt nach Kleingeld? Für Reedereien mit tausenden Gästen pro Anlauf ist das ein teurer Spaß – und für kleine Küstengemeinden eine wirtschaftliche Katastrophe.

Laut dem Iceland Monitor sind die Folgen jetzt deutlich sichtbar: Die Zahl der Kreuzfahrtanläufe ist massiv eingebrochen, in manchen Regionen um mehr als 50 Prozent. Besonders betroffen sind ländliche Gemeinden, deren Einnahmen aus Kreuzfahrttourismus fast über Nacht weggeschmolzen sind.

„Die Lage ist wirklich düster“, sagt Sigurður Jökull Ólafsson, Geschäftsführer von Cruise Iceland. „Viele Orte außerhalb Reykjavíks verlieren ihre wichtigste Einnahmequelle.“


Millionen für den Staat, aber leere Häfen

Die Regierung hatte sich von der Steuer mehr als 10 Millionen Dollar an Einnahmen erhofft – doch nun droht der Schuss nach hinten loszugehen. Reedereien wie MSC Cruises zeigen sich alarmiert.
Francesco de Curtis, Leiter des Hafenbetriebs bei MSC, schrieb bereits Anfang des Jahres an den Hafen Akureyri:

„Diese neu vorgeschlagene Gebühr ist so hoch, dass sie unsere Einschätzung der Wirtschaftlichkeit Islands erheblich beeinträchtigt.“

Auch Cruise Iceland warnte frühzeitig vor den Folgen – doch die Politik blieb hart. Nun zeigen die Buchungszahlen für 2026 und 2027, dass viele Schiffe Island von der Karte gestrichen haben. Besonders die beliebten Expeditionskreuzfahrten in der Arktis verlagern sich Richtung Norwegen oder Schottland, wo Gebühren und Bürokratie deutlich niedriger sind.


Ein Lehrstück in Abschreckungspolitik

Während Nachbarländer wie Norwegen und die Färöer-Inseln um Kreuzfahrtgäste werben, zieht Island die Steuer-Schraube an – und steht nun mit modernisierten, aber leeren Häfen da.

Was bleibt, ist eine teure Erkenntnis: Wenn man Kreuzfahrttourismus besteuert, als wäre er ein Luxusproblem, dann kommt eben niemand mehr.
Oder, wie man auf Isländisch sagen könnte: Skál auf die verlorenen Millionen!

(Quelle: Cruiseindustrynews.com)


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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