Nach nur fünf Jahren: Cunard gibt die Queen Anne schon wieder ab

Eine überraschende Flottenentscheidung im Carnival-Konzern: Die erst 2024 in Dienst gestellte Queen Anne verlässt Cunard bereits 2029 und wechselt zu P&O Cruises – gleichzeitig geht die Arcadia zu Holland America Line.

Das Wichtigste in Kürze

  • Queen Anne verlässt Cunard bereits 2029 und wechselt zu P&O Cruises.
  • Das jüngste Cunard-Schiff wurde erst 2024 in Dienst gestellt und bleibt damit nur rund fünf Jahre bei der Traditionsreederei.
  • Gleichzeitig verlässt Arcadia P&O Cruises und wechselt zu Holland America Line.
  • Beide Schiffe sollen für ihre neuen Reedereien angepasst beziehungsweise modernisiert werden.

Warum gibt Cunard die Queen Anne schon nach fünf Jahren ab?

Damit war kaum zu rechnen: Cunard wird sein jüngstes Kreuzfahrtschiff bereits 2029 wieder abgeben.

Die Queen Anne wechselt von Cunard zu P&O Cruises. Beide Reedereien gehören zur Carnival Corporation, sodass es sich um eine konzerninterne Verschiebung handelt.

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Queen Anne wurde erst 2024 in Dienst gestellt und war der erste Cunard-Neubau seit der Queen Elizabeth im Jahr 2010.

Mit ihrer Indienststellung wuchs die Cunard-Flotte erstmals seit längerer Zeit wieder auf vier Schiffe. Doch diese Ära wird nicht lange dauern.

Nach nur rund fünf Jahren soll Queen Anne Cunard wieder verlassen.

Was passiert mit der Queen Anne bei P&O Cruises?

Queen Anne soll 2029 umfangreich verändert werden, bevor sie für P&O Cruises eingesetzt wird.

Nach den bislang veröffentlichten Informationen sind umfangreiche Designänderungen vorgesehen, mit denen das Schiff an das Produkt und Erscheinungsbild von P&O Cruises angepasst werden soll.

Wie umfangreich die Veränderungen tatsächlich ausfallen und welche Restaurants, Bars oder anderen öffentlichen Bereiche betroffen sind, wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Queen Anne ist für rund 3.000 Passagiere ausgelegt und würde damit zu den größeren Schiffen der P&O-Cruises-Flotte gehören.

Für P&O Cruises bedeutet der Wechsel vor allem eines: Die Reederei bekommt ein erst wenige Jahre altes und modernes Kreuzfahrtschiff.

Was bedeutet der Wechsel für die Cunard-Flotte?

Cunard würde nach dem Ausscheiden der Queen Anne nach aktuellem Stand wieder mit drei Schiffen unterwegs sein:

Queen Mary 2, Queen Victoria und Queen Elizabeth.

Damit verliert Cunard ausgerechnet sein jüngstes Schiff.

Das ist auch deshalb ungewöhnlich, weil Queen Anne erst mit erheblichem Aufwand als vierte „Queen“ der Flotte eingeführt wurde.

Das Schiff entstand auf einer innerhalb des Carnival-Konzerns bereits bekannten Plattform und wurde speziell für Cunard gestaltet. Zahlreiche Bereiche an Bord greifen bewusst die lange Geschichte der britischen Reederei auf.

2029 beginnt für das Schiff nun bereits ein neues Kapitel.

Warum verschiebt Carnival die Queen Anne zu P&O Cruises?

Eine ausführliche Begründung für die Entscheidung liegt bislang nicht vor.

Allerdings handelt es sich nicht um einen Verkauf an einen Konkurrenten. Cunard, P&O Cruises und Holland America Line gehören zur Carnival Corporation.

Der Konzern kann seine Schiffe deshalb innerhalb verschiedener Marken neu positionieren.

P&O Cruises erhält mit Queen Anne ein wesentlich jüngeres Schiff, während gleichzeitig ein älteres Schiff die Flotte verlässt.

Denn parallel zur Queen Anne wird auch die Arcadia die Reederei wechseln.

Wohin wechselt die Arcadia?

Arcadia verlässt P&O Cruises ebenfalls im Jahr 2029 und geht zu Holland America Line.

Das 2005 in Dienst gestellte Schiff bietet Platz für etwas mehr als 2.000 Gäste.

Interessant ist dabei die technische Verwandtschaft: Arcadia basiert auf derselben Vista-Class-Plattform wie mehrere Schiffe von Holland America Line.

Dazu gehören Oosterdam, Noordam, Westerdam und Zuiderdam.

Holland America Line übernimmt damit ein Schiff, dessen technische Grundkonstruktion innerhalb der eigenen Flotte bereits bestens bekannt ist.

Mit Arcadia wächst die Flotte von Holland America Line von elf auf zwölf Schiffe.

Wird die Arcadia für Holland America Line umgebaut?

Ja. Holland America Line hat bereits angekündigt, Arcadia in das Modernisierungsprogramm „Holland America Evolution“ aufzunehmen.

Dabei sollen verschiedene Bereiche des Schiffes an das Produkt von Holland America Line angepasst werden.

Welche Restaurants, Kabinen und öffentlichen Bereiche konkret verändert werden, steht allerdings noch nicht fest.

Die Details will Holland America Line in den kommenden Monaten bekannt geben.

Damit dürfte aus der heutigen Meldung noch eine weitere interessante Geschichte entstehen, sobald bekannt wird, wie umfangreich Arcadia für ihren neuen Einsatz umgebaut wird.

Was steckt hinter dem ungewöhnlichen Schiffstausch?

Im Grunde verschiebt Carnival Corporation zwei Schiffe zwischen drei seiner traditionsreichsten Marken:

Queen Anne: Cunard → P&O Cruises

Arcadia: P&O Cruises → Holland America Line

Dabei erhält P&O Cruises mit Queen Anne ein deutlich jüngeres und größeres Schiff.

Holland America Line wiederum übernimmt mit Arcadia ein älteres Schiff, dessen technische Plattform bereits in der eigenen Flotte vertreten ist.

Der große Einschnitt findet damit bei Cunard statt.

Denn dort gibt man nicht irgendein älteres Schiff ab, sondern ausgerechnet das 2024 in Dienst gestellte jüngste Mitglied der Flotte.

Ist der Abschied der Queen Anne eine Überraschung?

Durchaus.

Queen Anne wurde bei ihrer Indienststellung als wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der Cunard-Flotte präsentiert. Erstmals seit Jahren war die Reederei wieder mit vier Schiffen unterwegs.

Dass genau dieses Schiff bereits fünf Jahre später innerhalb des Carnival-Konzerns zu einer anderen Marke wechseln soll, war bislang nicht absehbar.

Dabei bedeutet der Wechsel nicht automatisch, dass Carnival mit dem Schiff oder Cunard unzufrieden ist. Konzerninterne Flottenverschiebungen können zahlreiche wirtschaftliche und strategische Gründe haben.

Welche Überlegungen bei der Queen Anne letztlich ausschlaggebend waren, wurde bislang nicht detailliert erläutert.

Fest steht jedoch: Für Cunard ist es eine erhebliche Veränderung der Flottenstrategie.

Wann verlässt Queen Anne Cunard?

Der Wechsel ist für 2029 vorgesehen.

Bis dahin wird Queen Anne weiterhin regulär für Cunard eingesetzt. Anschließend soll das Schiff für seinen zukünftigen Einsatz bei P&O Cruises angepasst werden.

Auch Arcadia bleibt zunächst bei P&O Cruises und wechselt ebenfalls 2029 zu Holland America Line.

Weitere Informationen zu den zukünftigen Routen und den geplanten Veränderungen an beiden Schiffen sollen später veröffentlicht werden.

Häufige Fragen zum Abschied der Queen Anne von Cunard

Verlässt Queen Anne wirklich Cunard?

Ja. Queen Anne soll 2029 von Cunard zur Carnival-Schwestermarke P&O Cruises wechseln.

Warum ist der Wechsel so ungewöhnlich?

Queen Anne wurde erst 2024 in Dienst gestellt und ist das jüngste Schiff von Cunard. Zum Zeitpunkt des geplanten Wechsels wird sie erst rund fünf Jahre für Cunard gefahren sein.

Wird Queen Anne für P&O Cruises umgebaut?

Für 2029 sind umfangreiche Designänderungen vorgesehen, um das Schiff an P&O Cruises anzupassen. Welche Bereiche konkret verändert werden, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Welche Schiffe bleiben Cunard?

Nach aktuellem Stand bleiben Queen Mary 2, Queen Victoria und Queen Elizabeth bei Cunard.

Was passiert mit der Arcadia?

Arcadia verlässt P&O Cruises ebenfalls 2029 und wechselt zu Holland America Line.

Warum passt Arcadia zu Holland America Line?

Arcadia basiert auf der Vista-Class-Plattform. Holland America Line betreibt mit Oosterdam, Noordam, Westerdam und Zuiderdam bereits mehrere Schiffe auf dieser technischen Basis.

Quelle: Holland America Line / Carnival Corporation, offizielle Mitteilung vom 6. Oktober 2026
Weitere Grundlage: offizielle Flotteninformationen von Cunard und P&O Cruises


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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