Cashback-Urteil erschüttert Kreuzfahrtbranche: Fürchtet die Kreuzfahrt-Elite jetzt um ihre Millionen-Provisionen?

Die Aufregung in der Kreuzfahrtbranche ist groß: Nach dem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf zur Zulässigkeit von Cashback-Modellen im Kreuzfahrtvertrieb schlagen etablierte Branchenvertreter Alarm. Besonders die sogenannte Kreuzfahrtinitiative (KI) warnt plötzlich vor einem angeblich drohenden „Oligopol“ im Markt. Doch hinter der empörten Fassade könnte vor allem eines stecken: die Angst, dass lukrative Provisionsmodelle und jahrzehntelang gesicherte Pfründe ins Wanken geraten.

Im Mittelpunkt steht der Rechtsstreit zwischen AIDA Cruises und dem Sparkassen-Dienstleister S-Markt & Mehrwert. Das Gericht bestätigte erneut die Rechtmäßigkeit von Rückvergütungen beziehungsweise Cashback-Angeboten beim Verkauf von Kreuzfahrten. Für Verbraucher klingt das zunächst simpel: Wer eine Reise bucht, bekommt einen Teil der Provision zurück. Für manche alteingesessenen Vertriebsstrukturen hingegen scheint genau das ein massives Problem zu sein.

Die Kreuzfahrtinitiative warnt nun vor Zuständen wie im Tankstellenmarkt oder Lebensmitteleinzelhandel. Dort gebe es wenige große Marktteilnehmer, die den Markt dominieren würden. Eine bemerkenswerte Argumentation – denn ausgerechnet in einer Branche, in der seit Jahren mit hohen Provisionen, exklusiven Vertriebsnetzwerken und engen Partnerschaften gearbeitet wird, wird plötzlich der Wettbewerb kritisch gesehen, sobald Kunden direkt profitieren könnten.

Besonders pikant: Die KI betont, ihre Mitglieder seien „Qualitätsanbieter“, die stark in Beratung und Weiterbildung investieren würden. Das mag stimmen. Gleichzeitig wissen Insider natürlich auch, dass bei Kreuzfahrten teilweise enorme Provisionen fließen. Je nach Reederei, Kabinenkategorie und Zusatzleistungen können Reisevermittler schnell mehrere hundert bis tausende Euro pro Buchung verdienen. Wenn nun Anbieter beginnen, einen Teil davon an Kunden zurückzugeben, schrillen bei manchen Branchengrößen offenbar die Alarmglocken.

Oder anders formuliert: Solange alle im gleichen System verdienen, gilt der Markt als gesund. Sobald aber jemand wagt, Kunden an diesen Margen teilhaben zu lassen, wird plötzlich das Abendland des Kreuzfahrtvertriebs bedroht.

Dass AIDA Cruises den Prozess geführt hat, wird von der Kreuzfahrtinitiative ausdrücklich begrüßt. Man spricht von einem wichtigen Signal für Qualität und Spezialisierung im Vertrieb. Kritiker könnten allerdings auch sagen: Hier verteidigt ein etabliertes System seine wirtschaftlichen Interessen gegen neue Vertriebsmodelle, die preisbewussten Kunden gefallen dürften.

Besonders interessant ist dabei die Kritik an Banken und Finanzdienstleistern, die mit Cashback-Angeboten Reisen emotional vermarkten würden. Übersetzt heißt das letztlich: Andere Marktteilnehmer spielen plötzlich erfolgreich im Kreuzfahrtgeschäft mit – und das gefällt nicht jedem.

Die eigentliche Frage lautet daher: Geht es wirklich um die Zukunft der Beratungsqualität? Oder eher darum, dass einige Anbieter ihre bisher nahezu unangetasteten Provisionstöpfe nicht kleiner werden sehen wollen?

Für Verbraucher dürfte die Entwicklung jedenfalls spannend werden. Denn Cashback-Modelle erhöhen den Wettbewerbsdruck – und Wettbewerb führt bekanntlich oft zu besseren Preisen. Genau das scheint jedoch nicht jeder in der Branche gleichermaßen begrüßen zu wollen.


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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