Der außergewöhnlich niedrige Wasserstand der Donau sorgt erneut für Probleme in der europäischen Flusskreuzfahrt: In Bulgarien musste ein Flusskreuzfahrtschiff nach einer Grundberührung teilweise evakuiert werden. Betroffen war die Viking Ullur, die unter Schweizer Flagge unterwegs ist. Glücklicherweise wurden nach bisherigen Informationen keine Verletzten gemeldet.
Warum kam es zur Havarie der Viking Ullur?
Nach Angaben der bulgarischen Behörden geriet die Viking Ullur in den frühen Morgenstunden auf einem Donauabschnitt nahe der Stadt Vidin in Schwierigkeiten. Das Flusskreuzfahrtschiff lief gegen 2:20 Uhr Ortszeit auf Grund.
Als Ursache nennen die Einsatzkräfte eine Kombination aus extrem niedrigem Wasserstand und den schwierigen Sichtverhältnissen während der Nacht. Gerade in den Sommermonaten können lang anhaltende Hitzeperioden den Pegel der Donau deutlich sinken lassen und damit die Navigation erschweren.
Wie verlief die Evakuierung der Passagiere?
An Bord befanden sich 186 Kreuzfahrtgäste sowie 52 Besatzungsmitglieder und Servicekräfte. Die Passagiere stammen nach bisherigen Informationen aus verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Da sich das Schiff nicht eigenständig befreien konnte, organisierten die bulgarischen Behörden eine Evakuierung. Mithilfe eines Bootes der Grenzpolizei wurden die Gäste schrittweise von Bord gebracht. Die Rettungsaktion verlief geordnet und ohne Berichte über Verletzte.
Ein zusätzlich bereitgestelltes Ersatzschiff konnte sich aufgrund des niedrigen Wasserstands zunächst nicht weit genug nähern, weshalb die Rettung ausschließlich über kleinere Einsatzboote möglich war.
Welche Rolle spielte der niedrige Wasserstand der Donau?
Die Donau kämpft seit Wochen mit ungewöhnlich niedrigen Pegeln. Mehrere Hitzewellen in Südost- und Mitteleuropa haben den Wasserstand erheblich sinken lassen.
Für die Flusskreuzfahrt bedeutet das zahlreiche Herausforderungen:
- geringere Fahrrinnentiefe
- eingeschränkte Manövrierfähigkeit
- mögliche Routenänderungen
- Verzögerungen oder Umstiege
- erhöhtes Risiko von Grundberührungen
Bereits in den vergangenen Jahren mussten Flussreedereien ihre Fahrpläne wegen Niedrigwasser mehrfach anpassen.
Musste die Viking Ullur zusätzlich versorgt werden?
Nach Informationen der Behörden war für das Schiff ohnehin ein Zwischenstopp im Hafen von Vidin vorgesehen. Dort sollte unter anderem Treibstoff aufgenommen werden. Außerdem soll sich der Vorrat an Trinkwasser dem Ende genähert haben, weshalb eine schnelle Unterstützung zusätzlich wichtig war.
Wie und wann die Reise fortgesetzt werden kann, hängt nun von der erfolgreichen Bergung des Schiffes und den weiteren Wasserstandsverhältnissen ab.
Welche Auswirkungen hat Niedrigwasser auf Flusskreuzfahrten?
Anders als Hochseekreuzfahrtschiffe sind Flusskreuzfahrtschiffe unmittelbar von den Wasserständen abhängig. Sinkt der Pegel zu stark, können selbst moderne Schiffe einzelne Flussabschnitte nicht mehr sicher passieren.
Für Reisende bedeutet das nicht automatisch einen Reiseabbruch. Häufig reagieren die Reedereien mit:
- Bus-Transfers zwischen einzelnen Häfen,
- Schiffswechseln,
- geänderten Fahrplänen oder
- verkürzten Routen.
Solche Maßnahmen gehören inzwischen zum Risikomanagement vieler Flusskreuzfahrtanbieter während besonders trockener Sommer.
Was bedeutet der Vorfall für Reisende auf der Donau?
Der Vorfall der Viking Ullur zeigt einmal mehr, wie stark extreme Wetterlagen inzwischen auch den Flusstourismus beeinflussen. Während moderne Sicherheitskonzepte dafür sorgen, dass die Gäste schnell und professionell betreut werden können, bleiben Niedrigwasser und klimatische Veränderungen eine wachsende Herausforderung für Reedereien auf Europas zweitlängstem Fluss.
Nach aktuellem Stand verlief die Evakuierung ohne Personenschäden. Die Bergungsarbeiten sowie die weitere Reiseplanung der betroffenen Gäste stehen nun im Mittelpunkt.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


