Übelkeit, Schwindel und plötzlich ist die Vorfreude dahin: Wir erklären, warum Seekrankheit auf einer Kreuzfahrt entstehen kann, welche Plätze an Bord günstiger sind und was Reisende tun können, wenn der Magen auf Seegang empfindlich reagiert.
Seekrankheit gehört zu den Themen, über die sich besonders Kreuzfahrt-Neulinge Gedanken machen. Was passiert, wenn ausgerechnet mitten auf dem Meer Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten? Muss man damit rechnen, mehrere Tage in der Kabine zu verbringen?
Die gute Nachricht: Nicht jeder Mensch wird seekrank und selbst empfindliche Passagiere müssen nicht zwangsläufig auf eine Kreuzfahrt verzichten. Moderne Schiffe, eine geeignete Kabinenwahl und einige einfache Verhaltensregeln können helfen.
AIDA Cruises greift das Thema jetzt in der Videoreihe „AIDA einfach erklärt“ auf und erläutert, wie Seekrankheit entsteht und was Passagiere dagegen unternehmen können. Wir nehmen das zum Anlass, das Thema etwas ausführlicher zu betrachten.
Warum wird man auf einem Kreuzfahrtschiff überhaupt seekrank?
Seekrankheit ist eine Form der Reisekrankheit, medizinisch Kinetose genannt. Vereinfacht gesagt erhält das Gehirn widersprüchliche Informationen über die Bewegung des Körpers.
Während das Gleichgewichtsorgan im Innenohr die Bewegungen des Schiffes registriert, melden die Augen beispielsweise beim Blick auf eine feste Wand in der Kabine: Hier bewegt sich eigentlich nichts. Dieser Widerspruch kann den Körper aus dem Takt bringen.
Typische Folgen können Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, kalter Schweiß und im stärkeren Fall Erbrechen sein.
Interessant dabei: Menschen reagieren höchst unterschiedlich. Während ein Passagier selbst bei kräftigem Seegang problemlos beim Abendessen sitzt, kann der Kabinennachbar schon deutlich früher auf die Schiffsbewegungen reagieren.
Wird man auf modernen Kreuzfahrtschiffen seltener seekrank?
Die Größe moderner Kreuzfahrtschiffe kann durchaus von Vorteil sein. Viele große Schiffe verfügen zudem über Stabilisatoren, mit denen Rollbewegungen reduziert werden können.
Ganz ausschalten lässt sich die Bewegung eines Schiffes allerdings nicht. Wer auf Nordsee, Nordatlantik oder anderen Seegebieten mit stärkerem Seegang unterwegs ist, kann auch auf einem großen Kreuzfahrtschiff deutlich merken, dass er sich auf einem Schiff befindet.
Deshalb sollte man Aussagen wie „Auf großen Kreuzfahrtschiffen wird niemand mehr seekrank“ mit Vorsicht betrachten. Das individuelle Empfinden, Wetter, Wellenhöhe, Kurs und Geschwindigkeit spielen eine erhebliche Rolle.
Wo ist der beste Platz auf dem Schiff bei Seekrankheit?
Wer weiß, dass er empfindlich auf Schiffsbewegungen reagiert, sollte bereits bei der Buchung auf die Lage seiner Kabine achten.
Grundsätzlich werden die Bewegungen eines Schiffes mittschiffs und auf niedrigeren Decks häufig weniger stark wahrgenommen als weit vorne oder hinten und auf sehr hohen Decks.
Eine Kabine ungefähr in der Schiffsmitte kann deshalb für empfindliche Passagiere interessant sein.
Auch während der Reise kann es helfen, sich bei stärkerem Seegang eher in zentral gelegenen Bereichen aufzuhalten.
Warum kann der Blick auf den Horizont gegen Seekrankheit helfen?
Ein Klassiker unter den Tipps hat einen nachvollziehbaren Hintergrund: der Blick auf den Horizont.
Wer nach draußen schaut und einen möglichst festen Bezugspunkt betrachtet, hilft den Augen dabei, die tatsächliche Bewegung wahrzunehmen. Dadurch können die unterschiedlichen Informationen von Augen und Gleichgewichtsorgan besser zusammenpassen.
Frische Luft kann ebenfalls als angenehm empfunden werden. Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte daher nicht unbedingt in einer fensterlosen Kabine bleiben und minutenlang auf das Smartphone schauen.
Gerade Lesen, Arbeiten am Laptop oder längeres Betrachten eines Displays kann für empfindliche Reisende während stärkerer Schiffsbewegungen unangenehm werden.
Was kann man selbst gegen Seekrankheit auf Kreuzfahrt tun?
Es gibt einige einfache Maßnahmen, die vielen Passagieren helfen können. Dazu gehören ausreichend Schlaf, regelmäßiges Trinken und eher leichte Mahlzeiten. Sehr fettes Essen und größere Mengen Alkohol sind bei aufkommendem Unwohlsein dagegen keine besonders gute Kombination.
Manche Reisende schwören auf Ingwer, andere auf Akupressurbänder. Wie gut solche Methoden individuell funktionieren, ist unterschiedlich.
Bei Medikamenten gegen Reisekrankheit sollte man dagegen genauer hinschauen. Je nach Wirkstoff können beispielsweise Müdigkeit und andere Nebenwirkungen auftreten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, Vorerkrankungen hat oder sich bei der Auswahl unsicher ist, sollte sich vor der Reise ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.
Sollte man Medikamente gegen Seekrankheit bereits vor der Kreuzfahrt besorgen?
Wer bereits von Auto-, Bus- oder Fährreisen weiß, dass er empfindlich auf Bewegungen reagiert, kann das Thema sinnvollerweise schon vor dem Urlaub ansprechen.
In Apotheken sind unterschiedliche Präparate gegen Reisekrankheit erhältlich. Welches davon geeignet ist und wann es angewendet werden sollte, hängt unter anderem vom Wirkstoff und von der persönlichen Situation ab.
Wichtig ist vor allem: Nicht erst mitten auf dem Atlantik anfangen, sich erstmals mit dem Thema zu beschäftigen. Ein kleines, individuell abgestimmtes Reiseapotheken-Set kann gerade bei längeren Kreuzfahrten sinnvoll sein.
Was passiert, wenn die Seekrankheit an Bord stärker wird?
Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es ein Bordhospital beziehungsweise ein medizinisches Zentrum. Wer starke oder anhaltende Beschwerden hat, sollte sich nicht darauf verlassen, dass es „schon irgendwie vorbeigeht“.
Das gilt besonders dann, wenn häufiges Erbrechen zu Flüssigkeitsmangel führt oder Beschwerden auftreten, die sich nicht eindeutig einer gewöhnlichen Reisekrankheit zuordnen lassen.
Medizinische Leistungen an Bord können kostenpflichtig sein. Eine Auslandskrankenversicherung beziehungsweise Reisekrankenversicherung mit ausreichender Deckung ist deshalb unabhängig vom Thema Seekrankheit grundsätzlich empfehlenswert.
Welche Tipps gibt AIDA gegen Seekrankheit?
AIDA Cruises beschäftigt sich in einem neuen Beitrag der Reihe „AIDA einfach erklärt“ ausführlich mit der Frage, warum Seekrankheit entsteht und wie Passagiere damit umgehen können.
Das Video richtet sich insbesondere an Kreuzfahrt-Neulinge und behandelt neben der Entstehung der Seekrankheit auch praktische Tipps sowie die medizinische Versorgung an Bord.
Hier kann das aktuelle AIDA-Video eingebunden werden:
„Wie entsteht Seekrankheit und was hilft dagegen? | AIDA einfach erklärt“
Gerade für Gäste, die ihre erste Kreuzfahrt planen und wegen möglicher Seekrankheit noch unsicher sind, liefert das Video einen unkomplizierten Einstieg in das Thema.
Kann man eine Kreuzfahrt machen, wenn man schnell reisekrank wird?
In vielen Fällen spricht eine Neigung zur Reisekrankheit nicht grundsätzlich gegen eine Kreuzfahrt. Allerdings lohnt sich eine etwas bewusstere Reiseplanung.
Neben der Kabinenlage kann bereits die Route einen Unterschied machen. Eine Mittelmeerreise in einer typischerweise ruhigeren Wetterperiode kann andere Bedingungen bieten als eine Atlantiküberquerung oder eine Reise durch Seegebiete, in denen häufiger mit kräftigem Seegang gerechnet werden muss.
Eine Garantie für ruhige See gibt es allerdings nirgendwo. Das Meer hält sich bekanntlich nur sehr eingeschränkt an Reiseprospekte.
Ist Seekrankheit auf einer Kreuzfahrt also ein Grund zur Sorge?
Für die meisten Reisenden sollte die Angst vor Seekrankheit kein Grund sein, grundsätzlich auf eine Kreuzfahrt zu verzichten. Gleichzeitig wäre es falsch, das Thema komplett herunterzuspielen.
Wer empfindlich ist, kann bereits bei der Kabinenwahl vorsorgen, sich vor Reisebeginn über geeignete Mittel informieren und bei Seegang einige einfache Verhaltensregeln beachten.
Und falls der Magen tatsächlich einmal rebelliert, bedeutet das noch lange nicht, dass die gesamte Kreuzfahrt gelaufen ist. Häufig gewöhnt sich der Körper mit der Zeit an die Bewegungen des Schiffes.
Unser Kreuzfahrttester-Tipp: Wer zum ersten Mal auf Kreuzfahrt geht und bereits aus Auto, Bus oder Flugzeug eine ausgeprägte Reisekrankheit kennt, sollte das Thema vor der Abreise mit Arzt oder Apotheke besprechen. Vorbereitung nimmt nicht nur das Risiko, sondern vor allem einen großen Teil der Unsicherheit.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

