AROYA Cruises plant zwei neue Kreuzfahrtschiffe: Saudi-Arabien greift den internationalen Markt an

Saudi-Arabiens Kreuzfahrtreederei AROYA Cruises will mit zwei Neubauten international wachsen – und hat dabei auch den europäischen Kreuzfahrtmarkt im Blick.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei neue Kreuzfahrtschiffe geplant: AROYA Cruises will seine Flotte langfristig von einem auf drei Schiffe erweitern.
  • Erster Neubau 2032 oder 2033: Die Reederei führt bereits Gespräche mit verschiedenen Werften über mögliche Entwürfe.
  • Europa wird wichtiger: Nach Deutschland erschließt AROYA nun auch Großbritannien und erweitert gleichzeitig das Mittelmeerprogramm.

Saudi-Arabien verfolgt ehrgeizige Pläne im internationalen Kreuzfahrtgeschäft. Die noch junge Reederei AROYA Cruises möchte ihre Flotte in den kommenden Jahren deutlich ausbauen und künftig eigene Kreuzfahrtschiffe bauen lassen.

Bei einer Branchenveranstaltung am 2. Oktober 2026 in London bestätigte Taha Nazer, kommissarischer Geschäftsführer der Muttergesellschaft Cruise Saudi, die langfristige Strategie. Demnach soll AROYA Cruises künftig drei Kreuzfahrtschiffe betreiben.

Das zweite Schiff könnte bereits 2032 oder 2033 in Dienst gestellt werden. Gespräche mit verschiedenen Werften über mögliche Schiffsentwürfe laufen nach Unternehmensangaben bereits.

Damit zeichnet sich ein wichtiger Entwicklungsschritt ab: Aus einer zunächst auf Saudi-Arabien und die umliegenden Märkte ausgerichteten Reederei soll langfristig ein international etablierter Kreuzfahrtanbieter werden.

Welche neuen Kreuzfahrtschiffe plant AROYA Cruises?

Anders als beim ersten Schiff möchte AROYA Cruises künftig auf speziell entwickelte Neubauten setzen.

Die Unternehmensführung bestätigte in London, dass derzeit mit verschiedenen Werften an unterschiedlichen Entwürfen gearbeitet wird. Konkrete Angaben zur Größe, Passagierkapazität, Ausstattung oder zum Antrieb der geplanten Schiffe gibt es bislang nicht.

Auch eine Entscheidung über die Bauwerft wurde noch nicht bekannt gegeben.

Die geplante Indienststellung des zweiten Schiffes im Jahr 2032 oder 2033 zeigt allerdings, dass die Reederei langfristig plant. Für ein drittes Schiff wurde noch kein konkreter Termin genannt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einer angekündigten Flottenstrategie und einer verbindlichen Bestellung: Bislang sind keine unterschriebenen Neubauverträge öffentlich bestätigt.

Welche Verbindung hat AROYA Cruises zur deutschen Meyer Werft?

Für die deutsche Kreuzfahrtindustrie ist AROYA Cruises keine unbekannte Reederei.

Das heutige Kreuzfahrtschiff AROYA wurde ursprünglich als World Dream für die asiatische Reederei Dream Cruises gebaut. Die Meyer Werft in Papenburg lieferte das Schiff 2017 aus.

Nach der Insolvenz der früheren Eigentümergruppe Genting Hong Kong wurde das Kreuzfahrtschiff von Cruise Saudi übernommen und anschließend umfassend umgebaut.

Im Dezember 2024 nahm die neue Reederei den Kreuzfahrtbetrieb im Roten Meer auf.

Die Entscheidung für ein bereits vorhandenes Schiff hatte einen entscheidenden Vorteil: Nach Angaben von Cruise Saudi konnte der Markteintritt dadurch um rund dreieinhalb Jahre beschleunigt werden.

Für die geplanten Neubauten verfolgt das Unternehmen nun eine andere Strategie. Die künftigen Schiffe sollen von Beginn an auf die besonderen Anforderungen und Zielgruppen der Marke zugeschnitten werden.

Ob auch die Meyer Werft in Papenburg bei den neuen Aufträgen eine Rolle spielen könnte, ist derzeit offen. Eine Beteiligung deutscher Werften an den laufenden Gesprächen wurde nicht bestätigt.

Warum expandiert AROYA Cruises jetzt nach Europa?

Die Neubaupläne sind nur ein Teil der internationalen Wachstumsstrategie.

AROYA Cruises hat nach dem Start im Roten Meer auch den Mittelmeerraum erschlossen. Istanbul entwickelte sich dabei zu einem wichtigen Heimathafen.

Deutschland gehörte zu den ersten europäischen Märkten, in denen die Reederei gezielt Gäste gewinnen wollte.

Nach Angaben der Unternehmensführung haben bereits rund 8.000 Passagiere aus Deutschland eine Kreuzfahrt mit AROYA unternommen.

Mit dem offiziellen Markteintritt in Großbritannien Anfang Oktober 2026 folgt nun ein weiterer wichtiger Schritt.

Der britische Markt zählt zu den größten Kreuzfahrtmärkten Europas. AROYA möchte deshalb insbesondere die Zusammenarbeit mit Reisebüros und Vertriebspartnern ausbauen.

Auch neue Märkte in Asien stehen im Raum. Unternehmensvertreter nannten unter anderem Malaysia, Indonesien und Brunei als interessante Regionen für eine mögliche weitere Expansion.

Welche Kreuzfahrten bietet AROYA 2027 an?

Auch beim Reiseprogramm setzt die Reederei verstärkt auf internationale Gäste.

Für die Saison 2026/2027 sind zahlreiche Kreuzfahrten ab Istanbul vorgesehen. Neben türkischen Häfen stehen unter anderem Griechenland und Ägypten auf dem Fahrplan.

Erstmals werden außerdem 14-tägige Kreuzfahrten angeboten, die bis in das westliche Mittelmeer führen.

Zu den vorgesehenen Reisezielen gehören unter anderem Italien, Malta, Tunesien, Kroatien, Montenegro und Albanien.

Im September 2027 soll das Schiff anschließend durch den Suezkanal zurück in das Rote Meer fahren.

Dort bleiben Kreuzfahrten ab Dschidda ein wichtiger Bestandteil des Programms.

Die stärkere Präsenz im Mittelmeer bietet AROYA zugleich die Möglichkeit, zusätzliche internationale Gäste zu gewinnen und die Abhängigkeit von einzelnen regionalen Märkten zu verringern.

Was unterscheidet AROYA Cruises von europäischen Reedereien?

AROYA Cruises setzt auf ein eigenständiges Konzept, das stark von arabischer Gastfreundschaft und kulturellen Besonderheiten geprägt ist.

Dazu gehören unter anderem halal-zertifizierte Speisen und Getränke sowie der vollständige Verzicht auf alkoholische Getränke an Bord.

Gleichzeitig richtet sich das Angebot ausdrücklich auch an internationale Gäste unterschiedlicher Herkunft und Religion.

Nach Angaben der Reederei waren bereits Passagiere aus mehr als 100 Nationen an Bord.

Das unterscheidet AROYA von vielen etablierten europäischen Kreuzfahrtanbietern. Während Reedereien wie AIDA Cruises, TUI Cruises oder MSC Cruises unterschiedliche Konzepte für ein breites internationales Publikum anbieten, versucht AROYA, eine eigene Positionierung mit arabischem Charakter aufzubauen.

Ob sich dieses Konzept langfristig auch außerhalb der traditionellen Kernmärkte durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.

Wird AROYA Cruises zu einem neuen Konkurrenten für AIDA, MSC und TUI Cruises?

Noch ist AROYA Cruises mit nur einem Schiff ein vergleichsweise kleiner Anbieter.

Die geplante Erweiterung auf drei Kreuzfahrtschiffe würde die Kapazitäten allerdings deutlich erhöhen und könnte der Reederei neue Möglichkeiten auf internationalen Märkten eröffnen.

Besonders interessant ist die langfristige Finanzierung. Hinter Cruise Saudi steht der staatliche saudi-arabische Public Investment Fund (PIF).

Damit verfügt das Projekt über einen finanzstarken Eigentümer. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Neubaupläne bereits vollständig finanziert oder vertraglich abgesichert sind.

Für etablierte Reedereien dürfte AROYA kurzfristig noch keine unmittelbare Bedrohung darstellen.

Langfristig könnte jedoch ein zusätzlicher Anbieter entstehen, der insbesondere im östlichen Mittelmeer und bei Kreuzfahrten rund um die Arabische Halbinsel eine größere Rolle spielt.

Wie bewertet Kreuzfahrttester.com die Expansionspläne?

Die Entwicklung von AROYA Cruises zeigt, dass sich der internationale Kreuzfahrtmarkt weiter verändert.

Saudi-Arabien investiert nicht nur in neue touristische Infrastruktur, sondern versucht gleichzeitig, mit einer eigenen Reederei dauerhaft im Kreuzfahrtgeschäft Fuß zu fassen.

Besonders bemerkenswert ist der geplante Wechsel von einem übernommenen Kreuzfahrtschiff zu eigens entwickelten Neubauten.

Allerdings liegen zwischen den heutigen Ankündigungen und einer möglichen Indienststellung im Jahr 2032 oder 2033 noch mehrere Jahre.

Entscheidend wird sein, ob aus den laufenden Werftgesprächen verbindliche Bauaufträge entstehen und ob AROYA seine internationale Nachfrage nachhaltig steigern kann.

Redaktioneller Hinweis: Kreuzfahrttester.com hat AROYA Cruises bislang nicht persönlich getestet. Eine eigene Bewertung oder Empfehlung der Reederei ist daher derzeit nicht möglich.

Häufige Fragen zu AROYA Cruises

Wie viele Kreuzfahrtschiffe besitzt AROYA Cruises?

Aktuell betreibt die Reederei ein Kreuzfahrtschiff. Langfristig soll die Flotte auf insgesamt drei Schiffe wachsen.

Wann kommt das nächste AROYA-Kreuzfahrtschiff?

Die Unternehmensführung strebt eine Indienststellung des zweiten Schiffes für 2032 oder 2033 an. Ein verbindlicher Bauauftrag ist bislang nicht bekannt.

Wird das neue AROYA-Schiff in Deutschland gebaut?

Das ist noch offen. Die Reederei führt Gespräche mit verschiedenen Werften. Eine Entscheidung über den Bauort wurde nicht veröffentlicht.

Wo wurde das heutige AROYA-Schiff gebaut?

Das Schiff wurde 2017 als World Dream von der Meyer Werft in Papenburg ausgeliefert.

Können deutsche Gäste mit AROYA Cruises reisen?

Ja. Die Reederei vermarktet ihre Kreuzfahrten auch in Deutschland und bietet unter anderem Reisen im Mittelmeer an.

Gibt es Alkohol an Bord von AROYA Cruises?

Nein. Das Kreuzfahrtkonzept sieht keinen Alkoholausschank vor. Die gastronomischen Angebote sind halal-zertifiziert.


Quellen und Bildnachweis

  • Seatrade Cruise News, 3. Oktober 2026: Aroya enters UK market, plans three-ship fleet
  • Cruise Trade News, 6. Oktober 2026: Saudi line Aroya Cruises launches in UK market

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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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