Mein Schiff 3 wird nach Unfall verlegt – Werftwechsel in Bremerhaven hat begonnen

Eine Woche nach der Kollision in Bremerhaven bewegt sich die Mein Schiff 3 wieder. Das beschädigte Kreuzfahrtschiff wird für den Wechsel zur Lloyd-Werft manövriert. Dort stehen umfangreiche Reparaturen bevor.

Bremerhaven, 1. November 2026 – Auf der Mein Schiff 3 kommt wieder Bewegung ins Spiel. Genau eine Woche nach der schweren Kollision mit zwei Containerschiffen im Hafen von Bremerhaven hat am Sonntagnachmittag das Manöver für den geplanten Werftwechsel begonnen. Nach aktuellen Beobachtungen von Kreuzfahrttester.com auf MarineTraffic wird das beschädigte Kreuzfahrtschiff gedreht.

Damit zeichnet sich die Verlegung von der Columbuskaje zur Lloyd-Werft ab. Dort soll das Schiff nach dem Unfall vom 25. Oktober repariert werden. Besonders die beschädigten Rettungsboote stellen die Verantwortlichen vor Herausforderungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mein Schiff 3 in Bewegung: Am 1. November wurde das Kreuzfahrtschiff nach Beobachtungen auf MarineTraffic für den Werftwechsel manövriert.
  • Reparaturen in Bremerhaven: Die Lloyd-Werft soll die Unfallschäden beseitigen und beschädigte Rettungsboote ersetzen.
  • Weitere Reiseabsagen möglich: TUI Cruises will Anfang der kommenden Woche mehr Klarheit über die nächsten Kreuzfahrten schaffen.

Mein Schiff 3 verlässt bisherigen Liegeplatz

Seit dem Unfall am 25. Oktober lag die Mein Schiff 3 an der Columbuskaje in Bremerhaven. Dort untersuchten Fachleute die Schäden und bereiteten die notwendigen Reparaturmaßnahmen vor.

Für den heutigen Sonntag war die Verlegung zur Lloyd-Werft angekündigt worden. Nach Angaben des Hafenamtes sollte das Kreuzfahrtschiff am Mittag von der Columbuskaje ablegen und gegen 16 Uhr die Kaiserschleuse passieren.

Die nun beobachtete Drehbewegung passt zu diesem geplanten Ablauf. Die Passage der Schleuse und die Ankunft an der Werftpier waren zum Zeitpunkt dieser Meldung allerdings noch nicht unabhängig bestätigt.

Lloyd-Werft muss erhebliche Schäden reparieren

Die Lloyd-Werft in Bremerhaven übernimmt die Instandsetzung des Kreuzfahrtschiffes. Die zur Heinrich-Rönner-Gruppe gehörende Werft steht damit vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Bei der Kollision wurden unter anderem Rettungsboote, deren Aufhängungen und Bereiche der Außenstruktur beschädigt. Neben den notwendigen Stahlbauarbeiten müssen deshalb auch sicherheitsrelevante Einrichtungen wiederhergestellt werden.

Wie lange die Reparaturen dauern werden, konnte die Rönner-Gruppe bislang nicht sagen.

Beschädigte Rettungsboote könnten Rückkehr verzögern

Besonders schwierig dürfte die Wiederherstellung der vorgeschriebenen Rettungskapazitäten werden.

TUI Cruises hat bereits bestätigt, dass von den Schäden auch Rettungsmittel betroffen sind. Vor einer erneuten Kreuzfahrt müsse sichergestellt sein, dass ausreichend Rettungskapazitäten für alle Personen an Bord zur Verfügung stehen.

Dabei geht es nicht nur um die Reparatur sichtbarer Schäden. Auch die Verfügbarkeit geeigneter Ersatzboote, deren fachgerechte Installation und die erforderlichen Sicherheitsprüfungen spielen eine Rolle.

Ob sich alle benötigten Ersatzteile kurzfristig beschaffen lassen, ist bislang nicht bekannt.

Was passiert mit der Nordkap-Reise am 14. November?

Für die gebuchten Gäste bleibt die wichtigste Frage weiterhin unbeantwortet: Wann kann die Mein Schiff 3 wieder in den regulären Kreuzfahrtbetrieb zurückkehren?

Die ursprünglich am 25. Oktober gestartete Kanaren-Kreuzfahrt wurde nach dem Unfall vollständig abgesagt.

Bereits am 14. November 2026 steht die nächste Reise im Fahrplan. Dann soll die Mein Schiff 3 von Bremerhaven aus zu einer 14-tägigen Norwegen-Kreuzfahrt mit Nordkap aufbrechen.

Ob diese Reise stattfinden kann, ist weiterhin offen.

TUI Cruises teilte am 29. Oktober mit, dass Anfang der kommenden Woche mehr Klarheit über mögliche Auswirkungen auf nachfolgende Reisen erwartet werde. Sobald verlässliche Informationen vorliegen, sollen die betroffenen Gäste und Vertriebspartner informiert werden.

Auch für die weiteren Abfahrten im November und Dezember besteht damit noch keine vollständige Planungssicherheit.

Ermittlungen zum Unfall dauern an

Am Abend des 25. Oktober war die Mein Schiff 3 beim Auslaufen aus Bremerhaven mit zwei am Containerterminal liegenden Frachtschiffen kollidiert.

Nach bisherigen Erkenntnissen spielte eine starke Windböe eine wesentliche Rolle. Die Wasserschutzpolizei untersucht weiterhin die genauen Umstände und mögliche Verantwortlichkeiten.

Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf mindestens einen siebenstelligen Betrag geschätzt.

Auch das beteiligte Containerschiff MSC Victorine wurde erheblich beschädigt. Anders als bei der Mein Schiff 3 waren die Reparaturen dort direkt an der Stromkaje vorgesehen.

Wie geht es jetzt weiter?

Mit dem begonnenen Manöver für den Werftwechsel erreicht die Aufarbeitung des Unfalls eine neue Phase. Die nächsten entscheidenden Schritte sind die Ankunft an der Lloyd-Werft, die Festlegung des vollständigen Reparaturumfangs und die Beschaffung der benötigten Ersatzteile.

Für die Passagiere dürfte jedoch vor allem die angekündigte Entscheidung von TUI Cruises über weitere Reisen von Bedeutung sein.

Kreuzfahrttester.com beobachtet die Schiffsbewegungen weiterhin und aktualisiert diesen Bericht, sobald die Mein Schiff 3 ihren neuen Liegeplatz erreicht hat oder neue Informationen zu den geplanten Kreuzfahrten vorliegen.


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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