Villa Vie Residences: Die never-ending Kreuzfahrt-Odyssee

Belfast, 13. September 2024 – Wenn Geduld eine Tugend ist, dann sind die Passagiere der Villa Vie Odyssey wohl die heiligsten Menschen . Schließlich sind sie seit Monaten in Belfast gestrandet und warten sehnsüchtig darauf, endlich die versprochene Weltreise anzutreten. Selbst wenn sich für einige Gäste das Fiasko bereits wiederholt. Die Ironie könnte nicht größer sein: Ein Schiff namens Odyssey, das seiner Bedeutung alle Ehre macht, indem es seit Mai 2024 nicht einen einzigen Hafen erreicht hat. Stattdessen bietet es seinen Gästen eine aufregende Zeit in den schönsten Hotels von Belfast. Klingt glamourös? Weit gefehlt.

Ein schwimmender Traum – fest verankert in Belfast

Eigentlich sollte die Odyssey, ehemals die 30 Jahre alte Braemar, bereits vor vier Monaten zu einer 3 Jahre dauernden Weltreise aufbrechen, die 425 Häfen in 147 Ländern umfasst. Klingt nach einer Traumreise, nicht wahr? Die Realität sieht allerdings so aus: Während die Passagiere darauf warten, endlich in See zu stechen, schieben sich an Bord zur Abwechslung drei Mahlzeiten am Tag rein. Kabinen betreten? Ja. Darin schlafen? Nein. Willkommen auf der Kreuzfahrt der Zukunft – oder doch eher Vergangenheit?

Die „Odyssey“ von Villa Vie Residences: Wird die geplante Weltreise jemals stattfinden?

Problem, Problemo, Problemissimo

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber nach vier verschobenen Reiseantritten und unzähligen „baldigen Starts“ fragen sich die Gäste langsam, ob „bald“ überhaupt noch existiert. Als das Schiff endlich zu Seetests aufbrach, war die Freude nur von kurzer Dauer. Überraschung: Die Tests liefen „nicht ganz so toll“, wie Villa Vie es charmant ausdrückte. Kurz gesagt, das Schiff bekam schlichtweg keine Zulassung.

Man könnte fast meinen, Villa Vie schaffte es, eine völlig neue Art des Reisens zu erfinden: der Aufenthalt in schicken Hotels, kombiniert mit gelegentlichen Shuttlebusfahrten zum Hafen, wo man sein Gepäck schon mal an Bord unterbringen darf. Wer braucht schon eine Weltreise, wenn man die schönsten Ecken von Belfast „genießen“ kann?

Passagiere oder doch eher Pechvögel?

Unter den wartenden Passagieren befinden sich auch Angela und Steve Theriac, die offenbar wahre Meister des Optimismus sind. Seit über drei Monaten sitzen sie in Europa fest und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Doch auch ihr Durchhaltevermögen hat Grenzen. Nach der jüngsten Nachricht, dass Villa Vie nun doch keine Hotelkosten mehr übernimmt, entschieden sie sich, den Rückflug in die USA anzutreten – schließlich sei das günstiger als weitere Nächte in einem der charmanten, aber teuren Hotels von Belfast.

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Aber keine Sorge, Villa Vie zeigt sich generös und versprach, die Hotelkosten mit einem Bordguthaben von 200 Dollar pro Tag irgendwann zu erstatten. Ein kleines Detail: Das Schiff muss dafür natürlich erst mal ablegen, was angesichts der bisherigen „Erfolge“ noch etwas dauern könnte.

Fazit: Die Kreuzfahrt, die keine ist

Während Villa Vie weiterhin versucht, das Schiff seetüchtig zu machen, zweifeln viele Passagiere inzwischen daran, ob sie jemals die versprochene Weltreise antreten werden. Für 120.000 Dollar Kaufpreis pro Kabine und einer monatlichen Gebühr von 1.750 Dollar hatten sich die Passagiere wohl mehr erhofft als einen Aufenthalt in einem Hafenhotel.

Wer weiß, vielleicht liegt die Odyssey auch 2025 noch in Belfast. Zumindest haben die Passagiere dann genug Zeit, das Guinness in den örtlichen Pubs ausgiebig zu testen – eine Weltreise der ganz anderen Art.


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Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 3.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte.

Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.
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