Kommentar: Kinder an Bord – Warum wir alle ein bisschen mehr Gelassenheit brauchen

Kinder auf Kreuzfahrtschiffen sorgen regelmäßig für hitzige Debatten – dabei wäre mit etwas gegenseitigem Verständnis oft allen geholfen.

Kinder gehören auf Kreuzfahrtschiffe – genauso wie gegenseitige Rücksicht

Kaum e in Thema sorgt derzeit in den sozialen Medien für so viele emotionale Diskussionen wie Kinder an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Besonders in Facebook-Gruppen wird leidenschaftlich darüber diskutiert, ob Kinder auf Schiffen wie der Mein Schiff Relax oder anderen Kreuzfahrtschiffen störend sind oder ganz selbstverständlich dazugehören.

Wenn man die zahlreichen Kommentare liest, entsteht schnell der Eindruck, dass es nur Schwarz oder Weiß gibt. Entweder sind Kinder angeblich das Problem – oder Erwachsene, die sich über Kinder beschweren.

Dabei liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Gehören Kinder auf ein Kreuzfahrtschiff?

Aus unserer Sicht lautet die Antwort ganz klar: Ja.

Kreuzfahrten sind kein exklusiver Urlaub nur für Erwachsene. Die meisten großen Reedereien werben ganz bewusst um Familien. Es gibt Kids Clubs, Familienkabinen, Kinderprogramme und eigene Freizeitangebote.

Wer eine Familienreederei bucht, sollte daher nicht überrascht sein, wenn Kinder mit an Bord sind.

Kinder lachen, spielen, freuen sich über den Pool oder rennen auch einmal etwas zu schnell über das Deck. Das gehört zum Familienurlaub genauso dazu wie ältere Gäste, Honeymooner oder Alleinreisende.

Dürfen Eltern alles?

Natürlich nicht.

Genauso selbstverständlich wie Kinder dazugehören, gehört auch die Verantwortung der Eltern dazu.

Niemand möchte Kinder erleben, die unbeaufsichtigt durch Restaurants rennen, andere Gäste belästigen oder bis spät in die Nacht lärmen.

Hier sind Eltern gefragt.

Ein Urlaub bedeutet schließlich nicht, sämtliche Regeln über Bord zu werfen.

Die allermeisten Familien machen das übrigens hervorragend. Leider reichen wenige negative Erlebnisse oft aus, damit ein schlechtes Bild entsteht.

Müssen Erwachsene jedes Kinderlachen als Störung empfinden?

Auch hier lohnt sich vielleicht ein kleiner Perspektivwechsel.

Viele Erwachsene waren selbst einmal Kinder oder haben eigene Kinder oder Enkel.

Ein Kind wird niemals den ganzen Tag still auf einer Liege sitzen.

Wer absolute Ruhe sucht, findet diese häufig eher

  • in Adults-only-Hotels,
  • auf speziellen Luxusreisen,
  • auf Expeditionsschiffen
  • oder in den ausgewiesenen Ruhebereichen an Bord.

Auch viele Kreuzfahrtschiffe bieten inzwischen bewusst Rückzugsorte an.

Warum werden Diskussionen inzwischen so schnell persönlich?

Was in vielen Facebook-Diskussionen auffällt:

Es geht oft schon lange nicht mehr um Kinder.

Es geht um gegenseitige Vorwürfe.

„Die Eltern können ihre Kinder nicht erziehen.“

„Die Kinderhasser sollen zuhause bleiben.“

„Familien ruinieren den Urlaub.“

„Rentner beschweren sich über alles.“

Mit solchen Aussagen gewinnt am Ende niemand.

Statt miteinander zu reden, entstehen zwei Lager.

Dabei verbringen alle denselben Urlaub.

Ist Rücksicht nicht die eigentliche Lösung?

Vielleicht sollten wir uns wieder auf das konzentrieren, was Kreuzfahrten eigentlich ausmacht:

Gemeinsam schöne Reisen erleben.

Das bedeutet auch gegenseitige Rücksicht.

  • Eltern achten darauf, dass ihre Kinder andere Gäste respektieren.
  • Erwachsene akzeptieren, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind.
  • Wer Ruhe sucht, nutzt die vorhandenen Rückzugsbereiche.
  • Wer mit Kindern reist, erklärt ihnen, dass auch andere Urlaub machen möchten.

So einfach könnte es manchmal sein.

Unser Fazit

Kinder gehören auf Kreuzfahrtschiffe.

Nicht nur, weil sie zahlende Gäste sind, sondern weil Kreuzfahrten Menschen aller Generationen zusammenbringen sollen.

Genauso selbstverständlich gehört aber auch gegenseitige Rücksicht dazu.

Vielleicht müssen wir gar nicht darüber diskutieren, ob Kinder an Bord gehören.

Vielleicht sollten wir viel häufiger darüber sprechen, wie wir alle gemeinsam dafür sorgen können, dass jeder einen schönen Urlaub erlebt.

Denn am Ende sind Respekt, Gelassenheit und ein freundlicher Umgang miteinander wahrscheinlich die beste All-inclusive-Leistung, die es auf jedem Kreuzfahrtschiff geben kann.


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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