Warum gibt es in Grönland keine Straßen zwischen den Städten?

Wer zum ersten Mal nach Grönland reist, ist oft überrascht: Zwischen den meisten Städten und Siedlungen der größten Insel der Welt gibt es keine Straßen. Doch warum ist das so – und wie bewegen sich die Menschen stattdessen fort?

Warum überrascht Grönland viele Kreuzfahrtgäste?

Wer auf eine Karte von Grönland blickt, entdeckt zahlreiche Orte entlang der Küste. Schnell entsteht der Eindruck, man könne von einer Stadt zur nächsten fahren. Tatsächlich ist genau das in den meisten Fällen nicht möglich.

Zwischen den größeren Städten wie Nuuk, Ilulissat, Sisimiut oder Nanortalik existieren keine Straßenverbindungen. Wer von einem Ort zum anderen reisen möchte, muss das Flugzeug, den Hubschrauber oder ein Schiff nutzen.

Für viele Besucher gehört diese Erkenntnis zu den größten Überraschungen einer Grönland-Reise.

Warum wurden keine Straßen gebaut?

Der wichtigste Grund ist die enorme Größe Grönlands. Mit einer Fläche von mehr als zwei Millionen Quadratkilometern ist die Insel etwa sechsmal so groß wie Deutschland. Gleichzeitig leben hier nur rund 57.000 Menschen.

Hinzu kommen gewaltige Gebirge, Fjorde, Gletscher und Eisfelder, die große Teile des Landes prägen. Der Bau und die Unterhaltung von Straßen über hunderte Kilometer durch diese Landschaft wären extrem aufwendig und wirtschaftlich kaum sinnvoll.

Deshalb entwickelte sich Grönland über Jahrhunderte entlang der Küsten. Der Seeweg war und ist oft die einfachste Verbindung zwischen den Orten.

Wie reisen die Menschen in Grönland?

Die meisten Städte verfügen über einen Flughafen oder Hubschrauberlandeplatz. Im Sommer spielen zudem Schiffe und Fähren eine wichtige Rolle.

Viele Einwohner nutzen:

  • Inlandsflüge
  • Hubschrauberverbindungen
  • Fähren
  • Boote

Gerade in den abgelegenen Regionen bleibt das Wasser die wichtigste Verkehrsader.

Gibt es überhaupt Straßen in Grönland?

Ja, aber nur innerhalb der einzelnen Orte. In Nuuk, Ilulissat oder Sisimiut gibt es normale Straßen, Autos und Busse. Diese Straßennetze enden jedoch meist an den Ortsgrenzen.

Eine Ausnahme bildet die Strecke zwischen Kangerlussuaq und dem Inlandeis. Sie gilt als eine der wenigen längeren Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften.

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Welche Auswirkungen hat das auf Kreuzfahrtreisende?

Für Kreuzfahrtgäste macht genau diese Abgeschiedenheit den besonderen Reiz Grönlands aus. Viele Orte wirken authentisch und ursprünglich, weil sie nicht durch große Verkehrswege miteinander verbunden sind.

Wer in Nuuk, Sisimiut oder Ilulissat an Land geht, erlebt Städte, die sich über Jahrzehnte weitgehend unabhängig voneinander entwickelt haben und bis heute ihren eigenen Charakter bewahrt haben.

Welche Orte besuchen wir auf unserer ARTANIA-Reise?

Auf unserer Grönland-Kreuzfahrt mit der ARTANIA werden wir unter anderem folgende Orte anlaufen:

  • Paamiut
  • Nuuk
  • Ilulissat
  • Sisimiut
  • Nanortalik

Jeder dieser Häfen ist nur über den Seeweg oder die Luft erreichbar. Genau das macht die Reise für viele Kreuzfahrtfans so faszinierend.

Ist die fehlende Straßenverbindung ein Nachteil?

Für die Einwohner bedeutet die geografische Isolation oftmals höhere Lebenshaltungskosten und einen größeren logistischen Aufwand. Für Reisende eröffnet sie jedoch eine selten gewordene Erfahrung: Regionen zu besuchen, die bis heute stark von Natur, Wetter und den Bedingungen der Arktis geprägt werden.

Wer durch den Nuukfjord fährt, die Eisberge der Diskobucht bestaunt oder die Passage durch den Prins Christian Sund erlebt, erkennt schnell, warum Straßen in Grönland oft keine Rolle spielen. Hier bestimmen Fjorde, Berge, Eis und das Meer den Rhythmus des Lebens.

Unser Eindruck vor der Reise

Noch haben wir Grönland nicht erreicht. Doch schon bei den Vorbereitungen auf unsere ARTANIA-Reise wird deutlich, wie einzigartig dieses Land ist. Während in Europa Straßen fast jeden Ort miteinander verbinden, bleibt Grönland bis heute eines der wenigen Reiseziele der Welt, in denen das Schiff vielerorts die wichtigste Verbindung zwischen den Menschen darstellt.

Während unserer Reise werden wir diesen Artikel mit eigenen Eindrücken, Fotos und Erfahrungen aus Nuuk, Ilulissat, Sisimiut und Nanortalik ergänzen.


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Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 3.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte.

Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.
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