Der Rhein erreicht bei Köln einen historischen Tiefstand: Innerhalb eines Tages liefen bei Köln und Bonn gleich zwei Fahrgastkabinenschiffe auf Grund. Die MS Dutch Melody musste von einem anderen Schiff freigezogen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Rheinpegel in Köln ist am Montag auf den historischen Tiefstand von 40 Zentimetern gefallen.
- Am Samstag liefen bei Köln und Bonn zwei Flusskreuzfahrtschiffe auf Grund.
- Die MS Dutch Melody ist namentlich bekannt, der Name des zweiten Schiffes wurde von der Polizei bislang nicht veröffentlicht.
Veröffentlicht: 28. September 2026
Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026
Das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein sorgt zunehmend für Probleme in der Schifffahrt. Besonders deutlich wurde das am Samstag, 26. September 2026: Innerhalb weniger Stunden liefen bei Köln und Bonn gleich zwei Fahrgastkabinenschiffe auf Grund.
Inzwischen hat sich die Situation weiter verschärft. Am Montagmorgen wurden am Kölner Pegel nur noch 40 Zentimeter gemessen – ein neuer historischer Tiefststand. Für Dienstagmorgen erwarten die Stadtentwässerungsbetriebe Köln sogar nur etwa 39 Zentimeter plus/minus fünf Zentimeter. StEB Köln
Was ist mit der MS Dutch Melody in Köln passiert?
Die MS Dutch Melody fuhr sich am Samstagnachmittag im Bereich der Deutzer Brücke in Köln fest.
Nach Angaben der Wasserschutzpolizei ging die Meldung gegen 15:13 Uhr ein. Das 110 Meter lange Flusskreuzfahrtschiff saß mitten in der Fahrrinne fest.
Die Besatzung organisierte daraufhin die Unterstützung eines anderen Schiffes. Die Dutch Melody konnte freigezogen werden, gegen 17:43 Uhr war der Einsatz beendet. Ein direktes Eingreifen der Wasserschutzpolizei war nicht erforderlich. Kölner Stadt-Anzeiger
Welches zweite Flusskreuzfahrtschiff lief bei Bonn auf Grund?
Nur wenige Stunden zuvor hatte sich bereits ein weiteres Fahrgastkabinenschiff festgefahren.
Nach der offiziellen Meldung der Polizei Duisburg lief das Schiff am 26. September gegen 7 Uhr bei Rheinkilometer 655,6 auf Höhe der Bonner Kennedybrücke auf Grund.
An Bord befanden sich 129 Passagiere und 33 Besatzungsmitglieder. Das Schiff war von Andernach in Richtung Düsseldorf unterwegs.
Ein erster Versuch, aus eigener Kraft wieder freizukommen, scheiterte. Daraufhin wurden die Wasserschutzpolizei Bonn sowie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung verständigt und die Schifffahrt zeitweise gesperrt.
Bei einem zweiten Manöver kam das Schiff wieder frei und konnte seine Reise unbeschädigt fortsetzen. Um 12:33 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben. Verletzt wurde niemand.
Den Namen dieses Schiffes hat die Wasserschutzpolizei bislang nicht veröffentlicht. Auch unsere Recherche anhand der bekannten Route und Fahrplandaten lässt derzeit keine zweifelsfreie Identifizierung zu. Deshalb verzichten wir bewusst auf Spekulationen.
Wie niedrig ist der Rhein bei Köln inzwischen?
Am Montagmorgen um 6 Uhr wurden am Kölner Pegel nur noch 0,40 Meter gemessen. Damit wurde erneut ein historischer Tiefststand erreicht. StEB Köln
Wichtig dabei: Ein Pegelstand von 40 Zentimetern bedeutet nicht, dass der Rhein in der Fahrrinne nur 40 Zentimeter tief ist. Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes liegt die Fahrrinne in Köln etwa 1,11 Meter tiefer als der angezeigte Pegelstand.
Trotzdem sind die Auswirkungen deutlich. Der zuständige Außenbezirksleiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein erklärte, dass die Schifffahrt inzwischen stark abgenommen habe. Kölner Stadt-Anzeiger
Welche Folgen hat das Niedrigwasser für die Schifffahrt?
Dass es sich nicht nur um zwei außergewöhnliche Zwischenfälle handelt, zeigen die zunehmenden Einschränkungen entlang des Rheins.
Die Köln-Düsseldorfer weist bereits auf Verspätungen, gesperrte Anlegestellen und Fahrtausfälle hin. Unter anderem kann die Nostalgie-Route wegen des Niedrigwassers bis zum Saisonende am 4. Oktober nicht mehr angeboten werden. Auch verschiedene Stationen entlang des Mittelrheins können derzeit nicht oder nur eingeschränkt angelaufen werden. Köln-Düsseldorfer
Für Flusskreuzfahrten bedeutet Niedrigwasser allerdings nicht automatisch, dass eine Reise abgesagt werden muss. Je nach Schiff, Tiefgang und Flussabschnitt können Fahrpläne angepasst, Liegeplätze verändert oder einzelne Strecken anders organisiert werden.
Die beiden Grundberührungen vom Wochenende zeigen jedoch, wie anspruchsvoll die Situation inzwischen geworden ist.
Wie entwickelt sich der Rheinpegel weiter?
Eine schnelle Entspannung zeichnet sich zunächst nicht ab.
Die StEB Köln erwartet für Dienstagmorgen einen Pegel von rund 39 Zentimetern ± 5 Zentimeter. Nach weiteren behördlichen Prognosen könnte der Wasserstand im Wochenverlauf zeitweise sogar in Richtung 36 Zentimeter sinken. StEB Köln
Damit dürfte das Niedrigwasser für Flusskreuzfahrten und die übrige Rheinschifffahrt in den kommenden Tagen ein wichtiges Thema bleiben.
Einschätzung von Kreuzfahrttester.com
Zwei festgefahrene Fahrgastkabinenschiffe innerhalb weniger Stunden sind ein deutliches Zeichen dafür, wie außergewöhnlich die aktuelle Situation auf dem Rhein ist.
Für Reisende besteht dennoch kein Grund, eine bevorstehende Flusskreuzfahrt vorschnell abzuschreiben. Entscheidend sind das eingesetzte Schiff, dessen Tiefgang und die jeweils befahrenen Rheinabschnitte. Gäste sollten sich bei anhaltendem Niedrigwasser allerdings auf kurzfristige Änderungen des Reiseverlaufs einstellen.
Häufige Fragen zum Niedrigwasser auf dem Rhein
Wie niedrig ist der Rhein aktuell in Köln?
Am 28. September 2026 wurden am Kölner Pegel 40 Zentimeter gemessen. Für den 29. September werden rund 39 Zentimeter ± 5 Zentimeter erwartet. StEB Köln
Welches Flusskreuzfahrtschiff lief in Köln auf Grund?
Es handelte sich um die MS Dutch Melody. Das Schiff konnte mit Unterstützung eines anderen Schiffes wieder freikommen. tagesschau.de
Welches Schiff lief bei Bonn auf Grund?
Die Wasserschutzpolizei hat den Namen bislang nicht veröffentlicht. Bekannt ist, dass 129 Passagiere und 33 Crewmitglieder an Bord waren und das Schiff von Andernach in Richtung Düsseldorf unterwegs war.
Fallen wegen des Niedrigwassers Flusskreuzfahrten aus?
Nicht grundsätzlich. Abhängig von Schiff und Route können Reedereien Fahrpläne und Liegeplätze verändern. Dass Einschränkungen bereits erheblich sind, zeigen unter anderem die aktuellen Fahrplanänderungen der Köln-Düsseldorfer. Köln-Düsseldorfer
Quellen
Polizei Duisburg – Fahrgastkabinenschiff bei Bonn festgefahren
StEB Köln – aktuelle Wasserstandsvorhersage
WDR – historischer Tiefstand des Rheins
Köln-Düsseldorfer – aktuelle Niedrigwasser-Einschränkungen
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


