Mein Schiff 3: Polizei ermittelt gegen Kapitän nach Kollision – neue Details zum Unfall

Nach der schweren Kollision der Mein Schiff 3 mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven rückt jetzt der Kapitän in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Wasserschutzpolizei prüft mögliche Verstöße gegen nautische Sorgfaltspflichten.

Veröffentlicht: 26. Oktober 2026
Stand: 15:00 Uhr

Das Wichtigste in Kürze

  • Ermittlungen gegen Kapitän: Die Wasserschutzpolizei Bremen hat nach der Kollision ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Kapitän der Mein Schiff 3 eingeleitet.
  • Auslaufentscheidung wird überprüft: Die Ermittler wollen klären, ob beim Ablegen unter schwierigen Wetterbedingungen alle erforderlichen Sorgfaltspflichten eingehalten wurden.
  • Kanarenreise abgesagt: Die Mein Schiff 3 muss wegen erheblicher Schäden in eine Werft. Ob die nächste Kreuzfahrt am 14. November stattfinden kann, bleibt offen.

Warum ermittelt die Polizei jetzt gegen den Kapitän der Mein Schiff 3?

Die Kollision der Mein Schiff 3 in Bremerhaven hat nun auch rechtliche Konsequenzen. Nachdem das Kreuzfahrtschiff am Sonntag, 25. Oktober 2026, beim Auslaufen mit zwei festgemachten Containerschiffen zusammengestoßen war, hat die Wasserschutzpolizei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Kapitän eingeleitet.

Mein Schiff 3 Kollision mit Containerschiff in Bremerhaven – Rettungsboote beschädigt, Kanarenreise ungewiss (updates)

Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei Bremen am Montagnachmittag gegenüber RTL und t-online.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Kapitän beim Auslaufmanöver angesichts der schwierigen Wetterbedingungen seinen nautischen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist.

Nach Angaben der Polizei wurden bereits in der Nacht zum Montag die beteiligten Schiffe untersucht und Gespräche mit den verantwortlichen Schiffsführern geführt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem Ermittlungsverfahren und einem nachgewiesenen Fehlverhalten.

Bislang steht keineswegs fest, dass der Kapitän gegen Vorschriften verstoßen hat. Die Ermittlungen sollen zunächst klären, ob überhaupt eine Ordnungswidrigkeit vorliegt.

Hätte die Mein Schiff 3 bei diesem Wetter auslaufen dürfen?

Diese Frage steht nach dem Unfall zunehmend im Mittelpunkt.

Die Mein Schiff 3 hatte am Sonntag gegen 17:30 Uhr mit Unterstützung von Schleppern das Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven verlassen. Ziel war eine 20-tägige Kreuzfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln.

Während des Auslaufmanövers herrschten schwierige Wetterbedingungen. Auf Höhe der Stromkaje wurde das Kreuzfahrtschiff nach Angaben der Polizei von einer starken Windböe erfasst.

Das Schiff trieb daraufhin in Richtung zweier dort festgemachter Containerschiffe und kollidierte mit beiden.

Ob die Windverhältnisse vor dem Ablegen ausreichend berücksichtigt wurden und welche weiteren Umstände zu dem Unfall beitrugen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Grundsätzlich trägt der Kapitän eines Schiffes eine weitreichende Verantwortung für dessen sichere Führung. Bei Hafenmanövern können allerdings auch Lotsen, Schlepper und weitere nautische Beteiligte eingebunden sein.

Welche Rolle diese Beteiligten im konkreten Fall spielten, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Die Polizei untersucht deshalb, ob die maßgeblichen Sicherheitsanforderungen eingehalten wurden.

Welche Konsequenzen drohen dem Kapitän?

Nach den derzeit vorliegenden Informationen handelt es sich um ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Sollte sich herausstellen, dass der Kapitän gegen einschlägige nautische Vorschriften verstoßen hat, könnte ein Bußgeld verhängt werden.

Welche konkrete Vorschrift möglicherweise verletzt wurde und in welcher Höhe eine Geldbuße infrage käme, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Auch ist offen, ob die Ermittlungen zu weiteren Maßnahmen führen werden.

Die Einleitung des Verfahrens ist ausdrücklich nicht mit einer Feststellung der Schuld gleichzusetzen.

Wie schwer sind die Schäden an der Mein Schiff 3?

Die Folgen der Kollision sind erheblich.

Nach der offiziellen Mitteilung der Polizei Bremen wurden an der Mein Schiff 3 mehrere Rettungsboote beziehungsweise deren Einrichtungen, Bootskräne und Teile der Außenhaut beschädigt.

Auch das größere der beiden beteiligten Containerschiffe erlitt schwere Schäden. Seine Backbordseite wurde auf mehreren Metern aufgerissen, außerdem wurden Containerführungen deformiert.

Das kleinere Containerschiff kam nach Polizeiangaben mit vergleichsweise leichten Schäden davon.

Wassereinbrüche wurden bei keinem der beteiligten Schiffe festgestellt.

Die Dienststelle Schiffssicherheit verhängte nach dem Unfall zunächst für alle drei Schiffe ein Auslaufverbot.

Für die Mein Schiff 3 ist inzwischen klar, dass die notwendigen Reparaturen nicht kurzfristig während eines regulären Hafenaufenthaltes durchgeführt werden können.

TUI Cruises hat bestätigt, dass das Kreuzfahrtschiff für die Instandsetzung in eine Werft muss.

Wo die Arbeiten stattfinden und wie lange sie dauern werden, ist noch nicht bekannt.

Mein Schiff 3 Kollision mit Containerschiff in Bremerhaven – Rettungsboote beschädigt, Kanarenreise ungewiss (updates)

Was passiert mit den Passagieren der abgesagten Kanarenreise?

Zum Unfallzeitpunkt befanden sich 2.428 Passagiere und 922 Besatzungsmitglieder an Bord.

Die Gäste konnten nach dem Unfall zunächst auf dem Schiff bleiben und verbrachten die Nacht in Bremerhaven.

Am Montagvormittag bestätigte TUI Cruises dann die vollständige Absage der geplanten Kanarenreise.

Die Passagiere wurden über die Situation informiert und verließen anschließend das Schiff.

Nach den bislang veröffentlichten Informationen soll der Reisepreis vollständig erstattet werden. Darüber hinaus wird über einen zusätzlichen Nachlass von zehn Prozent für eine Neubuchung berichtet.

Die genauen Bedingungen des Kulanzangebots sollten betroffene Gäste unmittelbar mit TUI Cruises beziehungsweise ihrem Reisebüro klären.

Kann die nächste Kreuzfahrt am 14. November stattfinden?

Neben den laufenden Ermittlungen stellt sich inzwischen auch die Frage nach dem weiteren Einsatz der Mein Schiff 3.

Bereits am 14. November 2026 soll das Kreuzfahrtschiff wieder ab Bremerhaven zu einer 14-tägigen Norwegenreise aufbrechen.

Zwischen dem Unfall und diesem Termin liegen lediglich 20 Tage.

In dieser Zeit müssen die Schäden untersucht, die erforderlichen Reparaturen durchgeführt und die Sicherheitseinrichtungen überprüft werden.

Insbesondere der Zustand der beschädigten Rettungsboote und ihrer Aussetzvorrichtungen könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kommen mögliche Überführungsfahrten zwischen Bremerhaven und dem noch unbekannten Reparaturstandort.

Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist derzeit offen.

Eine Absage der Norwegenreise ab dem 14. November wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Einschätzung von Kreuzfahrttester.com: Die Auslaufentscheidung wird zur zentralen Frage

Mit dem eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren erhält die Kollision der Mein Schiff 3 eine neue Dimension.

Während zunächst die erheblichen Schäden und die abgesagte Kanarenreise im Mittelpunkt standen, richtet sich der Blick nun verstärkt auf die nautischen Entscheidungen unmittelbar vor dem Unfall.

Dabei muss allerdings zwischen der Verantwortung eines Kapitäns und einem tatsächlich nachgewiesenen Fehlverhalten unterschieden werden.

Dass ein Schiff bei schwierigen Wetterbedingungen ausläuft, bedeutet für sich genommen noch keinen Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften.

Entscheidend ist, welche Wetterinformationen vorlagen, welche Risiken erkennbar waren und welche Maßnahmen beim Auslaufmanöver getroffen wurden.

Diese Fragen können nur durch eine sorgfältige Untersuchung beantwortet werden.

Für TUI Cruises dürfte neben der Klärung des Unfallhergangs vor allem die möglichst schnelle Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit der Mein Schiff 3 im Mittelpunkt stehen.

Kreuzfahrttester.com hatte bereits am Sonntagabend direkt bei der Pressestelle von TUI Cruises nachgefragt und eine Bestätigung des Zusammenstoßes erhalten.

Wir werden die weiteren Ermittlungen und insbesondere die Auswirkungen auf die nächste geplante Kreuzfahrt verfolgen.

Mein Schiff 3 Kollision mit Containerschiff in Bremerhaven – Rettungsboote beschädigt, Kanarenreise ungewiss (updates)

Häufige Fragen zur Kollision der Mein Schiff 3

Wird gegen den Kapitän der Mein Schiff 3 ermittelt?

Ja. Die Wasserschutzpolizei Bremen hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Sie prüft, ob beim Auslaufen nautische Sorgfaltspflichten verletzt wurden.

Ist der Kapitän für den Unfall verantwortlich?

Das ist bislang nicht geklärt. Ein Fehlverhalten wurde bisher nicht nachgewiesen.

Warum kollidierte die Mein Schiff 3 mit zwei Containerschiffen?

Nach Angaben der Polizei wurde das Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen von einer starken Windböe erfasst und gegen zwei festgemachte Frachter gedrückt. Die weiteren Umstände werden untersucht.

Welche Strafe könnte dem Kapitän drohen?

Sollte eine Ordnungswidrigkeit nachgewiesen werden, könnte ein Bußgeld verhängt werden. Über mögliche konkrete Konsequenzen ist bislang nichts bekannt.

Ist die Kanarenreise abgesagt?

Ja. TUI Cruises hat die vollständige Absage der Reise bestätigt. Das Schiff muss zur Reparatur in eine Werft.

Ist die nächste Kreuzfahrt der Mein Schiff 3 ebenfalls abgesagt?

Nein, eine weitere Reiseabsage wurde bislang nicht bestätigt. Ob die Norwegenreise ab dem 14. November stattfinden kann, ist noch offen.


Quellen

  1. RTL – 26. Oktober 2026, 13:12 Uhr: Polizeisprecherin bestätigt Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Kapitän.
    https://www.rtl.de/news/nach-crash-der-mein-schiff-3-polizei-ermittelt-gegen-kapitaen-id31162853.html
  2. Polizei Bremen – Pressemitteilung Nr. 0691 vom 26. Oktober 2026: Offizielle Angaben zum Unfallhergang, zu den Schäden und zum Auslaufverbot.
    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/35235/6377541

Weitere Berichterstattung: t-online, 26. Oktober 2026, 14:10 Uhr – Bestätigung des Verfahrens durch die Polizei Bremen.

Redaktioneller Hinweis: Das eingeleitete Ordnungswidrigkeitenverfahren dient der Prüfung eines möglichen Fehlverhaltens. Eine Schuld des Kapitäns ist damit nicht festgestellt.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026, 15:00 Uhr.


Entdecke mehr von Der Kreuzfahrttester

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

Nach oben scrollen

Entdecke mehr von Der Kreuzfahrttester

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen