Update vom 29. Oktober 2026, 21:45 Uhr: TUI Cruises will Anfang nächster Woche Klarheit schaffen
Nach der Kollision der Mein Schiff 3 mit einem Containerschiff in Bremerhaven gibt es neue Informationen zum weiteren Vorgehen. Nach Angaben des NDR soll das Kreuzfahrtschiff voraussichtlich am Sonntag, dem 1. November, zur Lloyd Werft verlegt werden.
TUI Cruises rechnet damit, Anfang der kommenden Woche mehr Klarheit über die Dauer der Reparatur und mögliche Auswirkungen auf weitere Kreuzfahrten zu haben. Für bereits gebuchte Gäste bleibt damit zunächst offen, wann die Mein Schiff 3 wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen kann.
Unterdessen dauern die Untersuchungen zum Unfallhergang an. Neben den polizeilichen Ermittlungen beschäftigt sich auch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung mit der Kollision.
Eine offizielle Bestätigung, wann die Mein Schiff 3 wieder Passagiere aufnehmen kann, liegt weiterhin nicht vor.
Nach der Kollision in Bremerhaven gibt es neue Informationen zur Reparatur der Mein Schiff 3. Besonders die zerstörten Rettungsboote könnten die Wiederinbetriebnahme erheblich verzögern. Ein Ausfall bis in den Dezember ist möglich.
Stand: 29. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lloyd Werft in Bremerhaven soll den Reparaturauftrag für die Mein Schiff 3 erhalten haben. Eine offizielle Bestätigung von TUI Cruises steht noch aus.
- Mindestens drei Rettungsboote müssen laut einem aktuellen Medienbericht ersetzt werden. Hersteller Fassmer bestätigt, dass entsprechende Boote nicht auf Lager liegen.
- Eine Reparaturdauer von sechs bis acht Wochen wird von Fachleuten als möglich angesehen. Ein verbindlicher Zeitplan liegt noch nicht vor.
Lloyd Werft soll Mein Schiff 3 reparieren
Vier Tage nach der Kollision der Mein Schiff 3 mit zwei Containerschiffen in Bremerhaven zeichnet sich eine Lösung für die Reparatur ab.
Wie das Fachmedium Weser Maritime News am 29. Oktober berichtet, soll die Lloyd Werft in Bremerhaven den Auftrag zur Instandsetzung des Kreuzfahrtschiffes erhalten haben. Die Informationen stammen demnach aus dem Umfeld des Bremer Landeshafenausschusses.
Die Werft gehört zur Rönner-Gruppe, die bereits zuvor Interesse an der Reparatur des beschädigten Kreuzfahrtschiffes bekundet hatte.
Eine offizielle Bestätigung durch TUI Cruises oder die Lloyd Werft liegt bislang nicht vor.
Rettungsboote werden zum entscheidenden Problem
Besonders schwierig könnte der Ersatz der bei der Kollision zerstörten Rettungsboote werden.
Nach Angaben von Weser Maritime News müssen mindestens drei Rettungsboote auf der Steuerbordseite ersetzt werden. Hinzu kommen Schäden an den Aufhängungen, den Bootsaussetzvorrichtungen und weiteren Bereichen des Schiffes.
Der Hersteller Fassmer aus Berne hat inzwischen bestätigt, dass ein eigenes Team unmittelbar nach dem Unfall an Bord war, um die Schäden zu untersuchen.
Peter Schmidt, Vertriebsleiter bei Fassmer Maritime, erklärte gegenüber dem Fachmedium, dass sich das Unternehmen mit der Reederei darüber abstimme, welche Komponenten repariert und welche vollständig ersetzt werden müssten.
Das Problem: Rettungsboote dieser Größenordnung werden individuell gefertigt. Fertige Ersatzboote stehen nicht einfach auf Lager.
Fassmer könnte möglicherweise bestehende Produktionsaufträge umplanen. Ob und in welchem Umfang das möglich ist, bleibt offen.
Wie lange könnte die Mein Schiff 3 ausfallen?
Ein offizieller Reparaturzeitplan wurde bislang nicht veröffentlicht.
Weser Maritime News berichtet, dass Fachleute für die Neubeschaffung der Rettungsboote mit einem Zeitraum von bis zu sechs bis acht Wochen rechnen. Der Hersteller Fassmer selbst hat ausdrücklich keinen verbindlichen Liefertermin genannt.
Für die weitere Planung sind deshalb mehrere Szenarien denkbar.
Szenario 1: Reparatur und Wiederinbetriebnahme im November
Sollten sich beschädigte Bauteile kurzfristig reparieren lassen und die notwendigen Ersatzteile verfügbar sein, könnte die Werftzeit deutlich kürzer ausfallen.
Voraussetzung wäre allerdings, dass alle sicherheitsrelevanten Systeme wieder ordnungsgemäß funktionieren und die zuständigen Stellen den Betrieb freigeben.
Szenario 2: Rückkehr im Dezember
Wenn tatsächlich mehrere neue Rettungsboote gefertigt und eingebaut werden müssen, erscheint eine Wiederinbetriebnahme erst im Dezember plausibel.
Ausgehend vom Unfall am 25. Oktober würde ein Zeitraum von sechs bis acht Wochen rechnerisch auf etwa den 6. bis 20. Dezember 2026 hinauslaufen.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Orientierung anhand der veröffentlichten Schätzung, nicht um einen bestätigten Fertigstellungstermin.
Szenario 3: Eingeschränkter Betrieb mit weniger Gästen
Eine weitere Möglichkeit wäre eine vorläufige Reparatur, bei der das Schiff zunächst mit einer reduzierten Gästezahl wieder eingesetzt wird.
Diese Variante wird in Fachkreisen diskutiert. Entscheidend wäre, ob die vorhandenen Rettungsmittel für die dann zulässige Personenzahl ausreichen und alle weiteren Sicherheitsanforderungen erfüllt werden.
Eine entsprechende Entscheidung oder Genehmigung ist bislang nicht bekannt.
Welche Reisen der Mein Schiff 3 sind gefährdet?
Die ursprünglich für den 25. Oktober bis 14. November 2026 geplante Kanarenreise wurde von TUI Cruises bereits vollständig abgesagt.
Für nachfolgende Reisen gibt es bislang keine verbindliche Entscheidung der Reederei.
Sollte sich die Beschaffung der Rettungsboote tatsächlich über mehrere Wochen hinziehen, könnten weitere Abfahrten betroffen sein.
Eine Rückkehr Anfang Dezember wäre nach unserer Einschätzung nur dann realistisch, wenn die Arbeiten ohne größere Verzögerungen verlaufen und die erforderlichen Sicherheitsprüfungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Auch eine längere Ausfallzeit lässt sich derzeit nicht ausschließen.
Ermittlungen nach der Kollision laufen weiter
Die Mein Schiff 3 war am 25. Oktober beim Auslaufen aus Bremerhaven gegen zwei festgemachte Containerschiffe gedrückt worden.
Dabei entstanden erhebliche Schäden am Kreuzfahrtschiff und an den beteiligten Frachtern. Die Polizei beziffert den Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro.
Die Wasserschutzpolizei untersucht unter anderem, ob nautische Sorgfaltspflichten verletzt wurden. Parallel befasst sich die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung mit dem Vorfall.
Ein abschließendes Untersuchungsergebnis liegt noch nicht vor.
Fazit: Die Rettungsboote bestimmen möglicherweise den Zeitplan
Während Schäden an der Außenhaut und an anderen Schiffskomponenten grundsätzlich im Rahmen eines Werftaufenthaltes repariert werden können, stellt die Neubeschaffung spezieller Rettungsboote eine zusätzliche Herausforderung dar.
Die Aussagen des Herstellers Fassmer zeigen, dass die Ersatzbeschaffung nicht automatisch innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden kann.
Für die Mein Schiff 3 bleibt deshalb offen, ob eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme möglich ist oder das Schiff bis in den Dezember ausfällt.
Kreuzfahrttester.com verfolgt die Entwicklungen und wird berichten, sobald TUI Cruises einen verbindlichen Reparatur- und Fahrplan veröffentlicht.
Häufige Fragen zur Mein Schiff 3
Wo wird die Mein Schiff 3 repariert?
Nach einem Bericht von Weser Maritime News soll die Lloyd Werft in Bremerhaven den Auftrag erhalten haben. Eine offizielle Bestätigung der Reederei steht noch aus.
Wie viele Rettungsboote sind beschädigt?
Laut dem aktuellen Fachbericht müssen mindestens drei Rettungsboote ersetzt werden. Der genaue Umfang der erforderlichen Reparaturen wird noch untersucht.
Wann fährt die Mein Schiff 3 wieder?
Ein bestätigter Termin liegt nicht vor. Bei einer Ersatzbeschaffung von sechs bis acht Wochen wäre eine Wiederinbetriebnahme im Dezember denkbar. Eine frühere Rückkehr unter bestimmten Voraussetzungen ist nicht ausgeschlossen.
Können weitere Kreuzfahrten ausfallen?
Ja. Sollte die Reparatur länger dauern, könnten weitere Reisen betroffen sein. TUI Cruises hat dazu noch keine abschließende Entscheidung veröffentlicht.
Quellen: TUI Cruises (offizielle Reiseinformation vom 26.10.2026), Weser Maritime News (29.10.2026, mit Aussagen von Fassmer Maritime), NDR (Berichterstattung zur Kollision und den Ermittlungen).
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


