VIDEO | Donau-Kreuzfahrt endet abrupt: MS Nicko Vision strandet über Neujahr wegen Niedrigwasser

Passau / Donau. Eine festlich geplante Donau-Kreuzfahrt endete für mehr als 200 Passagiere unerwartet bereits in der Silvesternacht: Das Flusskreuzfahrtschiff Nicko Vision lief aufgrund extremen Niedrigwassers auf der Donau auf Grund und musste evakuiert werden. Verletzte gab es glücklicherweise keine – doch der Vorfall wirft erneut Fragen zur Planbarkeit von Flusskreuzfahrten bei sinkenden Pegelständen auf. (Quelle bairdmaritime)

Luxusschiff bleibt plötzlich stehen

Das 135 Meter lange, in der Schweiz registrierte Flusskreuzfahrtschiff war am Mittwochabend, dem 31. Dezember, planmäßig von Passau aus in Richtung Bratislava unterwegs. Während der Fahrt kam das Schiff jedoch abrupt zum Stillstand, nachdem der Rumpf den Grund der Donau berührte.

Nach Angaben der zuständigen Behörden lag der Wasserstand rund 23 Zentimeter unter dem Normalpegel – ein scheinbar kleiner Wert, der für ein vollbesetztes Flusskreuzfahrtschiff jedoch gravierende Folgen haben kann.

Hier ballen sich Europas Kreuzfahrtschiffe – diese Häfen sind regelmäßig überfüllt

Bergungsversuch scheitert – Passagiere evakuiert

Unmittelbar nach der Strandung wurde ein Schlepper zur Unglücksstelle entsandt, um das Schiff freizuziehen. Der Versuch blieb erfolglos. Am Neujahrsmorgen (1. Januar) entschied man sich daher für eine kontrollierte Evakuierung.

Ein Lastkahn wurde längsseits positioniert, sodass alle Passagiere das Schiff sicher verlassen konnten. Anschließend erfolgte die Umladung auf ein Ersatzschiff, das die Gäste weiter nach Bratislava brachte – verspätet, aber ohne weitere Zwischenfälle.

Keine Verletzten – aber offene Fragen

Positiv: Verletzungen wurden keine gemeldet, auch größere Schäden am Schiff sind bislang nicht offiziell bestätigt. Dennoch erklärten die Behörden, dass aufgrund des weiterhin sinkenden Wasserstands nicht absehbar sei, wann die Nicko Vision wieder flottgemacht werden kann.

Kommentar vom Kreuzfahrttester

Der Vorfall ist kein Einzelfall, sondern Teil eines wachsenden Problems: Niedrigwasser auf Europas Flüssen wird für Reedereien, Passagiere und Reiseveranstalter zunehmend zur Herausforderung. Gerade bei hoch ausgelasteten Premium- und Luxus-Flusskreuzfahrten stellt sich die Frage, wie realistisch Fahrpläne bei bekannten Pegelrisiken noch sind.
Kurz gesagt: Romantische Flussreisen treffen immer häufiger auf die harte Realität des Klimas.