Die Kreuzfahrtbranche stellt sich auf eine Realität ein, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien: Der Suezkanal verliert weiter an Bedeutung. AIDA Cruises hat nun bestätigt, dass auch in der Wintersaison 2027/28 keine Passage durch das Rote Meer geplant ist. Stattdessen setzt das Unternehmen konsequent auf die Umrundung Afrikas über das Kap der Guten Hoffnung.
Damit reagiert AIDA auf die anhaltende geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten – und sendet ein deutliches Signal: Die Krise wird nicht mehr als kurzfristige Ausnahme betrachtet, sondern als langfristiger Faktor in der Routenplanung.
Rückkehr in den Arabischen Golf – aber ohne Suez
Trotz des Verzichts auf den Suezkanal kehrt AIDA Cruises in den Arabischen Golf zurück. Für den Winter 2027/28 ist die Stationierung eines Schiffes in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorgesehen. Als zentrales Schiff gilt die AIDAprima, die auf einer außergewöhnlich langen Positionierungsreise von Europa nach Dubai und Abu Dhabi verlegt wird.
Diese Überführungsfahrt entwickelt sich zwangsläufig zu einer Grand Voyage, mit Anläufen unter anderem in Südafrika und Namibia – Regionen, die im regulären AIDA-Fahrplan bislang eher eine Nebenrolle spielten.
Sicherheit vor Effizienz – ein teurer Kurswechsel
Die Umfahrung Afrikas bedeutet längere Reisezeiten, mehr Seetage und vor allem: deutlich höhere Betriebskosten. Tausende zusätzliche Seemeilen schlagen beim Treibstoffverbrauch ebenso zu Buche wie bei Crew- und Logistikaufwand. Dennoch nimmt AIDA diese Mehrkosten bewusst in Kauf.
Buchungsstart für Orientreisen im Winter 2027/2028
Der Grund ist klar: Die Sicherheit der Gäste und der Besatzung hat Priorität. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, dass sich große Reedereien zunehmend von der Hoffnung auf eine schnelle Stabilisierung der Region verabschieden.
Golfregion bleibt wirtschaftlich unverzichtbar
Der Arabische Golf bleibt für die Kreuzfahrtindustrie hochattraktiv. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman investieren massiv in Hafeninfrastruktur, Terminals und touristische Angebote. Das milde Winterklima und die hohe Zahlungsbereitschaft der Gäste machen die Region zu einem wichtigen Ertragsfaktor.
AIDA versucht nun, die wirtschaftlichen Nachteile der langen Anreise durch hohe Kabinenauslastung und exklusive Routenkonzepte auszugleichen. Exotische Seetage, seltene Häfen und der Abenteuerfaktor einer Afrika-Umrundung werden gezielt als Mehrwert vermarktet.
Strategiewechsel mit Signalwirkung
Was früher als Notlösung galt, entwickelt sich zunehmend zur neuen strategischen Realität. Die Entscheidung von AIDA Cruises dürfte auch bei anderen Reedereien aufmerksam beobachtet werden. Sollte sich die Lage im Roten Meer nicht grundlegend ändern, könnte die klassische Europa–Asien-Passage dauerhaft an Bedeutung verlieren.
Die Frage bleibt: Wie lange lässt sich dieser Kurs wirtschaftlich durchhalten – und wie reagieren Gäste auf steigende Preise und längere Seereisen? Sicher ist nur: Der Suezkanal verliert weiter an Kreuzfahrt-Relevanz.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.








