Viking räumt bei den USA TODAY 10BEST Awards 2026 ab – internationale Top-Auszeichnungen, europäische Zurückhaltung

Viking gehört auch 2026 zu den großen Gewinnern der internationalen Kreuzfahrtbranche. Bei den USA TODAY 10BEST Readers‘ Choice Awards belegte die Reederei gleich siebenmal den ersten Platz – darunter in den besonders stark beachteten Kategorien Beste Flusskreuzfahrtlinie und Beste Hochseekreuzfahrtlinie. Ein Erfolg, der vor allem den nordamerikanischen Markt widerspiegelt – und in Europa differenziert betrachtet werden sollte.

Sieben Top-Platzierungen bei einem der wichtigsten US-Publikumspreise

Die Leser von USA TODAY wählten Viking 2026 unter anderem zur:

  • Besten Flusskreuzfahrtlinie
  • Besten Hochseekreuzfahrtlinie
  • Besten Alaska-Kreuzfahrt
  • Besten Kreuzfahrtlinie für Landausflüge

Zusätzlich wurden zwei Schiffe ausgezeichnet: Die Viking Mars als Beste Kreuzfahrt nur für Erwachsene sowie die Viking Star als Bestes Kreuzfahrtschiff für Gastronomie. Die Awards kombinieren Experten-Nominierungen mit einer breiten Leserabstimmung – ein klarer Gradmesser für Beliebtheit in den USA.

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Ein Konzept, das vor allem Amerikaner überzeugt

Viking verfolgt seit Jahren konsequent eine klare Linie: keine Kinder, kein Casino, kein Show-Overkill. Stattdessen stehen Kultur, Geschichte und Destinationen im Mittelpunkt. CEO Torstein Hagen beschreibt das Angebot gern als Reisen „für den denkenden Menschen“. Genau dieses Konzept trifft den Geschmack eines anspruchsvollen, überwiegend nordamerikanischen Publikums – und erklärt die Vielzahl an Auszeichnungen.

Europa: präsent auf den Flüssen, aber nicht für Europäer vermarktet

Für deutsche und europäische Leser ist ein Punkt entscheidend: Viking verkauft seine Flussreisen in Europa nicht aktiv an den europäischen Markt. Die Fahrten auf Rhein, Donau oder Seine sind überwiegend auf US-Gäste zugeschnitten – mit englischer Bordsprache, amerikanischem Tagesrhythmus und entsprechendem Publikum.

Das führt dazu, dass Viking zwar auf Europas Flüssen sehr sichtbar ist, an Bord jedoch überwiegend Amerikaner reisen. Für europäische Beobachter entsteht so zunehmend der Eindruck einer starken Überprägung der Flusslandschaft durch eine einzige Marke.

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Viele Schiffe, wenig Differenzierung

Hinzu kommt: Die Viking-Flotte besteht aus einer großen Anzahl nahezu baugleicher Flussschiffe. Das sorgt zwar für Wiedererkennung, verstärkt aber auf stark frequentierten Strecken das Gefühl von Verdichtung. Auf beliebten Flussabschnitten begegnet man Viking-Schiffen inzwischen so häufig, dass weniger Exklusivität, sondern eher eine Art „Dauerpräsenz“ wahrgenommen wird – ein strukturelles Thema des europäischen Flusskreuzfahrtmarkts insgesamt.

Noch kein eigener Test – aber eine klare Einordnung

Viking wurde von uns bislang noch nicht selbst getestet. Umso wichtiger ist eine saubere journalistische Einordnung: Die Reederei ist international hoch dekoriert, im US-Markt extrem erfolgreich – und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie stark Europas Flüsse inzwischen von internationalen Anbietern genutzt werden, ohne dass sich das Angebot primär an europäische Gäste richtet.

Fazit

Die sieben ersten Plätze bei den USA TODAY 10BEST Awards 2026 bestätigen Vikings Ausnahmestellung auf dem nordamerikanischen Kreuzfahrtmarkt. In Europa hingegen steht weniger die Auszeichnung im Vordergrund, sondern die Frage, wie viel Verkehr die Flüsse künftig noch vertragen – und für wen diese Reisen eigentlich gemacht sind.

Claus A. Blohm

„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.