Amsterdam, 5. August 2025 – Kreuzfahrt unter Beschuss – Extinction Rebellion blockiert Hafen mit Kajaks und Plakaten
Amsterdam und Kreuzfahrten – das bleibt eine explosive Mischung. Am Sonntagmorgen, dem 3. August 2025, wurde das Anlegen der Celebrity Eclipse am Passagierterminal Amsterdam durch Umweltaktivisten kurzzeitig verhindert. Die Organisation Extinction Rebellion inszenierte erneut einen spektakulären Protest gegen die Kreuzfahrtindustrie – diesmal mit Kajaks, Bannern und klarer Botschaft: „Stop Cruise Ships Now“.
Blockade auf dem Wasser: Kajaks gegen Kreuzfahrtriesen
Gegen 6 Uhr morgens versammelten sich rund 30 Aktivisten im Wasser rund um das Terminal. Mit Schlauchbooten und Kajaks blockierten sie den direkten Zugang zum Anleger. Auf mitgeführten Transparenten prangerten sie die Umweltbelastung durch Kreuzfahrtschiffe an – konkret: CO₂-Emissionen, Lärm, Feinstaub und Overtourism.
Die Aktion dauerte rund zwei Stunden. Dann griffen die niederländischen Behörden ein. Fünf Aktivisten wurden festgenommen, die übrigen verließen das Gebiet freiwillig. Die Celebrity Eclipse konnte schließlich mit leichter Verzögerung anlegen – der reguläre Zeitplan war nur marginal betroffen.
Amsterdam und die Kreuzfahrt – ein Dauerstreit mit Ansage
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Monaten gab es ähnliche Proteste, zuletzt im Mai beim Besuch eines AIDA-Schiffes. Die Kritik ist bekannt: zu viele Schiffe, zu viele Touristen, zu große Emissionen.
Amsterdam hat darauf bereits reagiert:
- Die Zahl der Kreuzfahrtanläufe wurde auf 100 pro Jahr begrenzt
- Bis 2027 sollen alle Schiffe mit Landstrom versorgt werden können
- Ein kompletter Umzug des Passagierterminals aus der Innenstadt ist in Planung
Die Stadt positioniert sich zunehmend als Vorreiterin im Kampf gegen Overtourism – auch wenn Kreuzfahrttouristen laut Statistiken nur einen kleinen Bruchteil der Millionen Besucher ausmachen. Dennoch bleibt die Branche im Fokus der Debatten.
Extinction Rebellion: „Wir machen weiter – bis die Schiffe verschwinden“
In einem Statement nach der Aktion kündigte Extinction Rebellion weitere Proteste an – in Amsterdam und darüber hinaus. Ziel sei es, die gesellschaftliche Akzeptanz für Kreuzfahrten endgültig zu kippen.
Ein Sprecher sagte wörtlich:
„Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Klimakiller – und haben in einer nachhaltigen Stadt wie Amsterdam nichts verloren.“
Kreuzfahrtbranche zwischen Imagepflege und Realitätscheck
Die Kreuzfahrtindustrie verweist ihrerseits auf technische Fortschritte: Landstrom, LNG, Filteranlagen und modernere Schiffe. Dennoch bleibt das Image angeschlagen – insbesondere in umweltbewussten Metropolen wie Amsterdam.
Ob sich der Protest langfristig auf die Zahl der Anläufe oder die touristische Nachfrage auswirkt, bleibt offen. Klar ist: Der öffentliche Druck wächst – und Amsterdam wird zum Symbol für den globalen Zielkonflikt zwischen Tourismus und Nachhaltigkeit.
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Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 3.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte.
Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.
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