DUBAI / DOHA – 28. Februar 2026 | Die geopolitischen Erschütterungen im Nahen Osten haben die Kreuzfahrtbranche mit voller Härte getroffen. Während namhafte Reedereien wie MSC und TUI Cruises bereits mit massiven Fahrplanänderungen reagieren, steht insbesondere der griechische Spezialist Celestyal Cruises im Fokus. Mit beiden Schiffen der Flotte im Krisengebiet ist die Reederei gezwungen, drastische Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.
Celestyal-Flotte unter striktem Sicherheitsregime
Im Gegensatz zu anderen Anbietern, die ihre Präsenz im Osten bereits reduziert hatten, hat Celestyal in dieser Saison voll auf den Persischen Golf gesetzt. Nun führt diese Strategie zu einer logistischen und sicherheitstechnischen Herausforderung:
- Celestyal Journey (Doha, Katar): Das Flaggschiff der Reederei wurde im Hafen von Doha festgesetzt. Die Schiffsführung hat in Abstimmung mit der Zentrale entschieden, das Schiff für mindestens 24 Stunden im Hafen zu belassen. Ein Auslaufen in Richtung Dubai oder Muscat gilt derzeit als zu riskant, da die Überwachung der Seewege nach den jüngsten Angriffen verstärkt wurde.
- Celestyal Discovery (Dubai, VAE): In der Metropole Dubai wurde der laufende Betrieb der Discovery unterbrochen. Passagiere, die sich auf Landausflügen befanden, wurden teilweise vorzeitig zum Schiff zurückbeordert. Die für die kommenden Tage geplanten Kurz-Kreuzfahrten stehen unter Vorbehalt.
„Stay Inside“: Drastische Maßnahmen an Bord
Berichte von Passagieren zeichnen ein beunruhigendes Bild der aktuellen Lage an Bord. Ähnlich wie auf der Mein Schiff 4 und der Mein Schiff 6 (TUI Cruises) sowie der MSC Euribia, wurden auch auf den Celestyal-Schiffen zeitweise Sicherheitsprotokolle der Stufe Blau aktiviert:
„Wir wurden über die Bordlautsprecher aufgefordert, die Außendecks sofort zu verlassen. Das Personal wies uns an, in unseren Kabinen oder in den innenliegenden öffentlichen Bereichen zu bleiben und den Aufenthalt in der Nähe von großen Fensterfronten zu vermeiden“, berichtet ein Gast der Celestyal Journey.
Diese Maßnahmen dienen primär dem Schutz vor Splitterflügen oder unvorhersehbaren Druckwellen, sollten in der Nähe des Hafens militärische Abwehrmaßnahmen (wie das Abfangen von Drohnen oder Raketen) aktiv werden.
Die Branche am Scheideweg
Die aktuelle Verteilung der Kreuzfahrtschiffe in der Region verdeutlicht das Ausmaß der Krise:
- Celestyal Cruises: 2 Schiffe (Journey, Discovery)
- TUI Cruises: 2 Schiffe (Mein Schiff 4, Mein Schiff 6)
- MSC Cruises: 1 Schiff (MSC Euribia)
Während MSC bereits erste Reisen für den März komplett abgesagt hat, hält sich Celestyal mit einer finalen Absage der restlichen Saison noch zurück. Experten rechnen jedoch damit, dass die für den 2. März geplanten Updates der Reederei auf einen vorzeitigen Abbruch der Golf-Saison hindeuten könnten.
Ungewisse Rückkehr nach Europa
Das größte Problem für Celestyal ist die bevorstehende Rückführung der Schiffe ins Mittelmeer für die Sommersaison. Da das Rote Meer weiterhin als Hochrisikogebiet gilt und die Umfahrung von Afrika (Kap der Guten Hoffnung) für die kleineren Schiffe der Celestyal-Flotte logistisch extrem aufwendig ist, prüft die Reederei derzeit alle Optionen – inklusive eines Transports ohne Gäste oder einer verlängerten Liegezeit in sicheren Häfen.
Status für Reisende: Celestyal-Gäste mit Abfahrten in der ersten Märzhälfte werden gebeten, die offiziellen Kanäle der Reederei stündlich zu prüfen. Die Lage bleibt hochgradig volatil.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


