Man kennt das Bild: Während sich am Hauptpool die Gäste um die letzte freie Liege streiten, blicken von den oberen Decks entspannte Passagiere mit einem Cocktail in der Hand mitleidig herab. „Schiff-im-Schiff“-Konzepte wie der MSC Yacht Club, AIDA Lounge oder TUI Echt Suites boomen. Doch der Aufpreis ist oft gewaltig. Wir haben uns gefragt: Zahlt man hier nur für das goldene Armband und das Ego, oder ist der Mehrwert tatsächlich so groß, dass man nie wieder „normal“ reisen möchte?
1. Das Butler-Dilemma: Braucht man das wirklich?
In den Exklusiv-Bereichen gehört ein Butler oft zum Standard. Er packt die Koffer aus, reserviert den Tisch im Spezialitätenrestaurant und bügelt das Hemd.
- Die Realität: Für viele ist es anfangs eher peinlich als entspannend. Wer es aber einmal erlebt hat, dass der Butler beim Landgang die Warteschlange an der Gangway „magisch“ öffnet, lernt den Service schnell zu schätzen.
2. Die Oase der Stille: Der Kampf um die Liege entfällt
Der größte Pluspunkt ist der Platz. Während auf dem restlichen Schiff 4.000 Menschen wuseln, teilen sich im VIP-Bereich vielleicht 200 Gäste ein eigenes Pooldeck.
- Der Luxus-Faktor: Keine Reservierung mit dem Handtuch um 6 Uhr morgens nötig. Hier findet man auch um 11 Uhr noch ein schattiges Plätzchen mit Meerblick.
3. Kulinarik: Gourmet statt Kantine
Statt Buffet-Schlacht gibt es im Exklusiv-Bereich oft ein eigenes Restaurant mit gehobener Küche, ohne feste Tischzeiten und ohne Hektik.
- Der Clou: Oft sind hier auch hochwertige Spirituosen und Weine bereits im Preis enthalten, für die „normale“ Passagiere extra zahlen müssten.
4. Der „Fast-Pass“ für alles
Vom Check-in bis zum Tendern: Als VIP-Gast ist man immer der Erste. Das spart pro Reise gefühlt Stunden an Wartezeit. In einer Welt, in der Zeit die knappste Ressource ist, ist das für viele das schlagendste Argument.
5. Das „Zurück-Problem“
Die größte Gefahr an diesen Suiten-Bereichen? Man gewöhnt sich verdammt schnell daran. Wer einmal im Yacht Club oder in einer Suite gereist ist, empfindet die Rückkehr in eine Standard-Balkonkabine oft als „Abstieg“.
Und was meint Ihr?
Wären Sie bereit, das Doppelte oder Dreifache für ein solches „Schiff-im-Schiff“-Erlebnis zu zahlen? Oder finden Sie, dass das den Gemeinschaftsgedanken einer Kreuzfahrt zerstört?
Diskutieren Sie mit uns: Ist Luxus auf See sein Geld wert oder reine Statussymbolik? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

