Schlacht am Buffet: Die 7 Todsünden der Selbstbedienung (und wie Sie entspannt satt werden)

Das Buffet-Restaurant auf einem Kreuzfahrtschiff ist ein faszinierender Ort. Es ist ein Schmelztiegel der Kulturen, Geschmäcker und – leider oft auch – der schlechten Manieren. Sobald die Türen öffnen, scheint für manchen Gast der zivilisatorische Firnis zu schmelzen. Es beginnt ein lautloser Kampf um die besten Stücke, die kürzeste Schlange und den Platz am Fenster. Wir haben die sieben „Todsünden“ am Buffet gesammelt, die Crewmitglieder und Mitreisende regelmäßig an den Rand des Wahnsinns treiben. Erkennen Sie sich (oder Ihren Nachbarn) wieder?

1. Der „Vorkoster“ (Die Hygiene-Sünde)

Er steht an der Salatbar und benutzt die gemeinsame Zange, um sich ein Stück Gurke direkt in den Mund zu schieben. Oder noch schlimmer: Er tunkt den eigenen Löffel in die Suppenterrine, um zu probieren.

  • Die Crew-Sicht: Ein absolutes No-Go. Solches Verhalten zwingt die Crew oft, die gesamte Station sofort zu schließen und zu desinfizieren. Nutzen Sie die bereitgestellten Löffel und Zangen – und zwar nur für Ihren Teller!

2. Der „Saucen-Kleckerer“

Er schöpft sich Gulasch auf den Teller, aber die Hälfte landet daneben auf dem glänzenden Edelstahl der Station. Statt kurz Bescheid zu geben, geht er einfach weiter.

  • Das Problem: Die Station sieht innerhalb von Minuten aus wie ein Schlachtfeld. Ein kurzes „Entschuldigung“ an einen Crewmitarbeiter reicht, und das Malheur wird sofort behoben.

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3. Der „Tisch-Reservierer“ mit Handtuch

Man kennt es vom Pooldeck, aber manche Gäste praktizieren es auch im Restaurant: Sie legen ein Handtuch, eine Sonnenbrille oder die Bordkarte auf einen freien Tisch, um dann 20 Minuten lang Essen zu holen.

  • Die Etikette: Ein reservierter Tisch im Buffet-Restaurant ist egoistisch. Suchen Sie sich einen Tisch, wenn Sie Ihr Essen haben. Die Fluktuation ist hoch, es findet sich immer ein Platz.

4. Der „Drängler“ an der Live-Cooking-Station

Beim Omelett-Koch oder an der Pasta-Station bilden sich Schlangen. Dieser Gast steht jedoch „nur ganz kurz“ daneben, um „mal zu gucken“, und schwups, steht er vor Ihnen in der Reihe.

  • Die Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Auch wenn der Koch Sie anlächelt – reihen Sie sich hinten ein. Alles andere ist respektlos gegenüber den Wartenden.

5. Der „Teller-Turm-Bauer“

Sein Teller gleicht einem architektonischen Kunstwerk. Berge von Fleisch, Fisch, Salat und Dessert türmen sich, nur um dann zur Hälfte unberührt stehengelassen zu werden.

  • Die Folge: Das ist nicht nur Lebensmittelverschwendung par excellence, sondern zwingt die Crew zu unnötiger Mehrarbeit beim Abräumen und Entsorgen. Nehmen Sie lieber öfter kleine Portionen.

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6. Der „Falsch-Herum-Geher“

Die Buffet-Inseln haben meist eine logische Laufrichtung (oft von rechts nach links). Dieser Gast ignoriert das und geht gegen den Strom, um sich „schnell noch“ ein Brötchen zu holen, und kollidiert dabei mit drei anderen Gästen.

  • Der Tipp: Folgen Sie dem Fluss. Es entspannt die Situation für alle Beteiligten enorm.

7. Der „Geschirr-Rückgeber“

Manche Gäste stapeln ihr benutztes Geschirr auf dem sauberen Buffet-Tisch, weil sie „der Crew helfen“ wollen.

  • Die Realität: Das Gegenteil ist der Fall. Das Geschirr muss von speziellen Stationen abgeholt werden. Sauberes und schmutziges Geschirr darf niemals an derselben Stelle stehen (Hygiene!). Lassen Sie den Teller einfach auf Ihrem Tisch stehen.

.. und jetzt seid Ihr dran…!

Welches Buffet-Erlebnis hat Ihnen schon mal den Appetit verdorben? Haben Sie eine Strategie, wie man dem Ansturm entgeht und entspannt genießt?

Schreiben Sie uns Ihre lustigsten und nervigsten Buffet-Geschichten in die Kommentare – wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen!


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Claus A. Blohm

„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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