Smoking oder Shorts? Was passiert, wenn Sie den Dresscode an Bord ignorieren?

Früher war alles klar: Abendgarderobe bedeutete Smoking für den Herrn und langes Kleid für die Dame. Wer sich nicht hielt, blieb hungrig in der Kabine. Doch die Zeiten haben sich geändert. Zwischen „Casual“, „Smart Casual“ und „Gala“ herrscht heute oft modische Verwirrung. Im heutigen Bord-Geflüster klären wir die brennende Frage: Wird man wirklich aus dem Restaurant geworfen, wenn man die Krawatte vergessen hat? Und wer sind die wahren Sheriffs der maritimen Mode?

1. Der „Eintritt verboten“-Moment

Es passiert seltener als man denkt, aber es passiert. Vor allem in den Nobel-Restaurants (Specialty Dining) oder an formellen Abenden bei Reedereien wie Cunard oder P&O.

  • Das Geflüster: Wenn Sie im Hauptrestaurant in Badeschlappen und Muskelshirt zum Captain’s Dinner erscheinen, wird Sie der Maître d’ diskret, aber bestimmt zur Seite nehmen. Oft gibt es eine „Leih-Jacke“ oder den sanften Hinweis, dass das Buffet-Deck heute eine wunderbare Alternative bietet.

2. Die „Modepolizei“ sind die Mitreisenden

Viel härter als das Urteil der Crew ist oft der Blick der Tischnachbarn. Wer sich bewusst gegen den Dresscode entscheidet, erntet im Fahrstuhl oder an der Bar oft giftige Blicke derer, die sich zwei Stunden lang im Bad für den großen Auftritt fertig gemacht haben.

  • Der Insider-Check: Die soziale Kontrolle an Bord ist enorm. Wer „underdressed“ ist, fühlt sich oft unwohler als die Crew ihn jemals fühlen lassen würde.

3. Die „Schlupflöcher“ der Moderne

Viele US-Reedereien und auch deutsche Anbieter wie AIDA oder TUI Cruises haben den Dresscode fast abgeschafft. „Casual“ ist das neue Schwarz.

  • Die goldene Regel: „Gepflegt“ ist das Zauberwort. Eine dunkle Jeans und ein Poloshirt gehen heute fast überall durch, wo früher ein Anzug Pflicht war. Nur die Kombination aus kurzen Hosen und Socken in Sandalen bleibt ein modisches Verbrechen, das auch der toleranteste Kapitän nicht gerne sieht.

4. Themenabende: Wenn es skurril wird

„White Night“, „Alpenglühn“ oder „80er Jahre“: Wenn das Schiff zur Mottoparty lädt, bricht modische Anarchie aus.

  • Der Tipp: Wenn Sie nicht im Koffer nach dem weißen Hemd suchen wollen, checken Sie die Reiseunterlagen vorab. Nichts ist frustrierender, als bei der White Night der einzige Gast im schwarzen T-Shirt zu sein – man fühlt sich wie ein bunter Hund (oder eben ein schwarzes Schaf).

5. Warum der Dresscode eigentlich Sinn macht

Trotz aller Lockerheit: Der Dresscode schafft eine Atmosphäre. Wenn alle sich schick machen, schmeckt das 5-Gänge-Menü einfach ein bisschen mehr nach Luxus. Es ist die Wertschätzung gegenüber dem Anlass und der Crew, die sich für diesen Abend ebenfalls in Schale geworfen hat.


Und jetzt seid Ihr dran:

Sind Sie Team „Smoking & Abendkleid“ oder genießen Sie die Freiheit in Jeans und Shirt? Hatten Sie schon mal eine peinliche Begegnung mit der Modepolizei an Bord oder haben Sie über ein Outfit am Nachbartisch nur den Kopf schütteln können?

Schreiben Sie uns Ihre modischen Highlights (und Fails) in die Kommentare – wir sind gespannt, wie viel Glitzer in Ihrem Koffer steckt!


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Claus A. Blohm

„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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