(Update, 07. Mai 2026) – Die medizinische Lage rund um das Expeditionsschiff „Hondius“ hat eine neue Dimension erreicht. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Institut für Gesundheit (RIVM) nun offiziell bestätigten, handelt es sich bei dem Erreger um das südamerikanische Andes-Virus. Dies ist eine besonders besorgniserregende Nachricht, da diese spezifische Hantavirus-Variante als einzige weltweit in seltenen Fällen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Zahl der Fälle steigt auf acht – Spur führt nach Argentinien
Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Fälle ist inzwischen auf acht gestiegen (fünf laborbestätigt, drei Verdachtsfälle). Darunter befindet sich auch ein Passagier, der das Schiff bereits vorzeitig verlassen hatte und nun in einem Krankenhaus in Zürich (Schweiz) behandelt wird.
Experten gehen davon aus, dass die Infektionskette bei einem niederländischen Ehepaar begann. Die beiden hatten vor dem Start der Kreuzfahrt in Argentinien an einer Vogelbeobachtungstour teilgenommen, bei der sie mutmaßlich mit infizierten Nagetieren in Kontakt kamen. Da beide später verstarben und weitere Kontaktpersonen erkrankten, erhärtet sich der Verdacht einer seltenen Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Tröpfcheninfektion bei sehr engem Kontakt.
Luftbrücke nach Europa: Deutsche Patientin evakuiert
Am Mittwoch wurden umfassende Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. Zwei Spezialflugzeuge mit medizinischer Hochsicherheitsausrüstung brachten drei schwer erkrankte Personen von den Kapverden nach Europa:
- Eine deutsche Patientin sowie ein Niederländer wurden zur Spezialbehandlung in das Universitätsklinikum Düsseldorf bzw. in eine Klinik in den Niederlanden geflogen.
- Ein weiterer Patient wird in die Schweiz überstellt.
- Ein britischer Staatsbürger verbleibt weiterhin in kritischem Zustand auf einer Intensivstation in Johannesburg (Südafrika).
Schiff nimmt Kurs auf die Kanarischen Inseln
Nachdem die Behörden auf den Kapverden einen Landgang aus Sicherheitsgründen strikt untersagt hatten, hat die „Hondius“ die Anker gelichtet. Das Schiff befindet sich nun auf dem Weg nach Teneriffa oder Gran Canaria. Dort sollen unter Aufsicht der spanischen Behörden und der WHO umfassende Dekontaminationsmaßnahmen und weitere medizinische Screenings aller verbliebenen 150 Personen an Bord durchgeführt werden.
Quelle: WHO, RIVM (Niederlande), Deutsches Ärzteblatt, Reuters, Schifffahrtsticker.
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UPDATE: Hantavirus-Drama auf der „Hondius“ – WHO vermutet Mensch-zu-Mensch-Übertragung
PRAIA/GENF – Die Lage an Bord des Expeditionsschiffes „Hondius“, das derzeit vor der Küste der Kapverden ankert, spitzt sich zu. Neue Details der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions werfen ein neues Licht auf die tragischen Ereignisse im Atlantik.
Zahl der Fälle steigt auf sieben Wie die WHO am Dienstag mitteilte, ist die Zahl der Betroffenen auf insgesamt sieben Personen gestiegen. Davon sind zwei Fälle laborbestätigt, bei fünf weiteren handelt es sich um dringende Verdachtsfälle. Unter den drei Verstorbenen befindet sich neben einem niederländischen Ehepaar auch ein deutscher Staatsangehöriger, der am vergangenen Samstag an Bord verstarb.
Rätselhafte Infektionskette: Mensch-zu-Mensch-Übertragung im Fokus Besonders besorgniserregend: Die WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove erklärte in einem Briefing, dass die Experten aktuell von einer seltenen Mensch-zu-Mensch-Übertragung ausgehen. Die Arbeitshypothese lautet, dass sich das erste Opfer – ein 70-jähriger Niederländer – bereits vor der Einschiffung in Argentinien mit dem sogenannten Andes-Virus (einer speziellen Hantavirus-Variante) infiziert hat. Seine Ehefrau, die ihn pflegte, verstarb später ebenfalls. Das Andes-Virus ist die einzige bekannte Hantavirus-Art, bei der eine Übertragung zwischen Menschen dokumentiert ist.
Evakuierung nach Europa geplant Während ein britischer Passagier weiterhin in kritischem Zustand auf einer Intensivstation in Johannesburg (Südafrika) liegt, bereiten die Behörden die Evakuierung von zwei erkrankten Besatzungsmitgliedern vor. Ein Brite und ein Niederländer zeigen schwere Atemwegssymptome und sollen zur Behandlung in die Niederlande geflogen werden.
Quarantäne und Weiterreise Für die restlichen Passagiere – darunter 19 Briten, 17 US-Amerikaner und 8 Niederländer – bleibt die Lage angespannt. Sie wurden angewiesen, in ihren Kabinen zu bleiben und strikte Hygiene-Protokolle einzuhalten. Eine Genehmigung zum Landgang auf den Kapverden wurde bisher verweigert. Es wird geprüft, ob das Schiff für eine umfassende Untersuchung und Dekontamination Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen kann.
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Ein dramatischer Krankheitsausbruch erschüttert die Kreuzfahrtwelt: Auf dem Expeditionsschiff „Hondius“ sind auf dem Weg von Argentinien nach Kap Verde drei Menschen verstorben. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun bestätigte, steht das gefährliche Hantavirus im Zentrum der Ermittlungen. (Tageschau.de)
Drei Todesopfer im Atlantik bestätigt
Die Reise sollte eine Traumroute von Ushuaia (Argentinien) über den Atlantik bis nach Praia (Kap Verde) sein. Doch die Überquerung wurde zum Albtraum. Laut offiziellen Angaben der WHO in Genf gibt es neben den drei Todesfällen mindestens drei weitere bestätigte oder dringende Verdachtsfälle. Einer der Patienten wird derzeit unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem Krankenhaus in Südafrika intensivmedizinisch behandelt.
Die „Hondius“ unter Quarantäne?
Das betroffene Schiff, die „Hondius“ des niederländischen Anbieters Oceanwide Expeditions, liegt laut aktuellen Tracking-Daten vor der Hauptstadt Praia. Das Schiff ist speziell für Polarexpeditionen ausgelegt und bietet Platz für rund 170 Passagiere sowie 70 Besatzungsmitglieder. Die lokalen Behörden und die WHO führen derzeit eine detaillierte epidemiologische Untersuchung durch, um die genaue Infektionsquelle zu identifizieren.
Hintergrund: Wie gefährlich ist das Hantavirus?
Hantaviren werden üblicherweise durch Nagetiere (wie Mäuse oder Ratten) übertragen – meist über den Kontakt mit Ausscheidungen oder das Einatmen von Staub, der die Erreger enthält. Die Symptome reichen von plötzlichem Fieber bis hin zu schweren Atemwegserkrankungen.
- Übertragung: Meist über Nagetiere.
- Mensch-zu-Mensch: Laut Experten extrem selten, was die aktuelle Lage auf dem Schiff besonders rätselhaft macht.
Die WHO untersucht nun, wie das Virus an Bord gelangen konnte, da die Infektionen bereits während der Überfahrt auftraten.
Quelle: WHO (via X/Genf), BBC, Schifffahrtstracking-Daten.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


