Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, hat sein umstrittenes Verbot für große Kreuzfahrtschiffe rückgängig gemacht. Nachdem er noch vor einem Monat ankündigte, Schiffe mit mehr als 900 Passagieren nicht mehr zuzulassen, präsentiert er nun einen Kompromissplan.
Wirtschaftlicher Druck führt zur Kehrtwende
Lokale Unternehmen und Vertreter der Stadtverwaltung hatten sich gegen das ursprüngliche Verbot gewehrt. Insbesondere der Hafen von Villefranche-sur-Mer, wo größere Schiffe bislang ankerten, sah wirtschaftliche Einbußen kommen. Ursprünglich plante Estrosi, nicht nur das Anlegen großer Schiffe zu unterbinden, sondern auch die Nutzung von Tenderbooten in der Bucht zu untersagen. Zusätzlich sorgte seine Bemerkung, Kreuzfahrttouristen wären „Billigkundschaft“, für heftige Reaktionen.
Neuer Plan: Begrenzung statt Verbot
Laut dem neuen Vorschlag dürfen Kreuzfahrtschiffe mit bis zu 2.500 Passagieren weiterhin in der Bucht von Villefranche-sur-Mer ankern – allerdings nur ein Schiff pro Tag. Kleinere Schiffe mit bis zu 450 Passagieren können direkt im Hafen von Nizza anlegen.
Die Hafenbehörde bestätigte, dass aufgrund dieser Regelung nur 65 der für diesen Sommer geplanten 90 Kreuzfahrtschiffanläufe stattfinden könnten. Ob und wann die neuen Regelungen in Kraft treten, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass mehr als 100 kleine Kreuzfahrtschiffe weiterhin im Hafen von Nizza anlegen dürfen.
Balance zwischen Umweltschutz und Wirtschaft
Estrosi betonte, dass der neue Plan sowohl den Gesundheitsschutz der Bevölkerung als auch die wirtschaftlichen Interessen der Stadt berücksichtige. Er will die Hafenbehörde noch in dieser Woche offiziell über die Anpassungen informieren.
Ob dieser Kompromiss die Wogen zwischen Tourismus, Umweltschutz und Wirtschaft glätten kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass Nizza weiterhin eine bedeutende Destination für Kreuzfahrtschiffe bleibt.
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Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 3.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte.
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