Barcelona zieht die Notbremse: Weniger Kreuzfahrtschiffe ab 2030 erlaubt

Barcelona, 18. Juli 2025 – Barcelona macht ernst. Die katalanische Metropole, einst Sehnsuchtsziel für Millionen Kreuzfahrtgäste, plant einen drastischen Kurswechsel. Ab dem Jahr 2030 dürfen nur noch fünf Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen – ein deutliches Signal gegen den wachsenden Massentourismus.

Kreuzfahrt-Boom wird gebremst

Aktuell stehen in Barcelona sieben Terminals für Kreuzfahrtschiffe zur Verfügung. In Zukunft sollen es nur noch fünf sein. Drei bestehende Anlegestellen werden abgebaut, gleichzeitig ist ein neues Terminal geplant. Die Hafenbehörde und die Stadtverwaltung investieren dafür satte 185 Millionen Euro.

Ziel ist es, die tägliche Anzahl der gleichzeitig in der Stadt befindlichen Kreuzfahrtgäste von heute 37.000 auf maximal 31.000 zu reduzieren.

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt begrenzen wir bewusst das Wachstum der Kreuzfahrtschifffahrt“, sagte Barcelonas Bürgermeister Jaume Collboni.

Kritik am Kreuzfahrttourismus nimmt zu

Mit jährlich 3,65 Millionen Kreuzfahrtgästen ist Barcelona eine der meistfrequentierten Kreuzfahrtdestinationen Europas. Doch der Unmut in der Bevölkerung wächst: Wohnraummangel, steigende Mieten, Lärm – viele Barcelonesen machen den Massentourismus für diese Probleme verantwortlich.

Leider lernen auch die Reedereien nicht dazu, um die Profite zu optimieren werden die Schiffe immer grösser und unpersönlicher…

Auch der ökologische Fußabdruck der Branche sorgt für Kritik. Umweltverbände warnen seit Jahren vor den Emissionen der riesigen Schiffe und der Belastung für Stadtluft und Meer.

Trend: Europa wird strenger

Barcelona ist kein Einzelfall. Auch andere Städte setzen Grenzen:

  • Venedig verbannte große Kreuzfahrtschiffe bereits 2021 aus der Lagune.
  • Cannes und Nizza haben Beschränkungen eingeführt.
  • Amsterdam diskutiert ein vollständiges Kreuzfahrtverbot.

Es ist ein klarer Trend in Europa: Städte wehren sich gegen den Übertourismus – und Kreuzfahrtunternehmen müssen sich darauf einstellen.

Was bedeutet das für Reedereien und Passagiere?

Für Reedereien wie TUI Cruises, AIDA, MSC oder Costa bedeutet die Reduktion der Liegeplätze potenziell längere Wartezeiten oder die Notwendigkeit alternativer Routen. Für Kreuzfahrtgäste könnte sich der Aufenthalt in Barcelona künftig exklusiver – aber auch seltener – gestalten.

Fazit: Der einst grenzenlose Kreuzfahrtboom trifft nun auf politische Realität. Barcelona sendet ein klares Signal: Qualität vor Quantität. Die Branche steht am Scheideweg – und auch andere Häfen könnten bald folgen.


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News-Redaktion

Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 3.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte.

Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.
„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit 1999 betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog in Deutschland

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