Ein Kreuzfahrtschiff liegt derzeit vor der griechischen Küste fest, nachdem ein Gericht die Beschlagnahmung der Gemini aufgrund offener Forderungen bestätigt haben soll. Gleichzeitig verschärft sich die Lage an Bord: Besatzungsmitglieder berichten laut Medienberichten von ausstehenden Gehältern und planen offenbar, das Schiff zu verlassen.
Wie das türkische Nachrichtenportal HaberDeniz berichtet, wurde die Festsetzung des Schiffes Gemini Anfang der Woche nach einer Gerichtsanhörung in Griechenland bestätigt. Hintergrund sollen finanzielle Forderungen der türkischen DenizBank sowie weiterer Gläubiger gegen die Reederei Miray Cruises sein.
Das 1992 gebaute Kreuzfahrtschiff, das Platz für rund 960 Passagiere bietet, sollte ursprünglich Ende Mai seine Sommersaison im östlichen Mittelmeer starten. Stattdessen liegt es aktuell vor Karystos in Griechenland vor Anker. Bereits zuvor hatte Miray Cruises den Saisonstart verschoben.
Besatzung wartet seit Monaten auf Gehalt
Besonders brisant sind Berichte über die Situation der Crew. Demnach befinden sich derzeit rund 25 Besatzungsmitglieder an Bord. Mehrere von ihnen sollen seit etwa zwei Monaten kein Gehalt erhalten haben.
Laut den Berichten gehen zudem Treibstoff- und Proviantvorräte zur Neige. Einige Crewmitglieder sollen deshalb erwägen, das Schiff zu verlassen.
Finanzielle Probleme bei Miray Cruises sind nicht neu. Bereits Ende 2025 waren Berichte über ausstehende Lohnzahlungen veröffentlicht worden. Damals sollen Crewmitglieder auf der griechischen Insel Salamina zurückgelassen worden sein, nachdem sie über mehrere Monate kein Gehalt erhalten hatten.
Sommerprogramm weiter auf der Website angekündigt
Trotz der aktuellen Situation wirbt Miray Cruises auf seiner Website weiterhin mit einem Neustart des Betriebs Anfang Juli. Geplant sind Kurzreisen nach Griechenland und in die Türkei.
Ab August sollen zudem einwöchige Kreuzfahrten im Schwarzen Meer angeboten werden. Auf dem Fahrplan stehen dabei Häfen in der Türkei, Russland und Georgien.
Das Schiff fährt inzwischen unter kamerunischer Flagge und wurde laut Berichten kürzlich von Bureau Veritas freigegeben.
Verbindung zum gescheiterten „Life at Sea“-Projekt
Miray Cruises war auch an dem weltweit beachteten Projekt „Life at Sea“ beteiligt. Die geplante dreijährige Weltreise, bei der Passagiere dauerhaft an Bord leben sollten, wurde jedoch Ende 2023 abgesagt. Grund waren Schwierigkeiten bei der Finanzierung und der Beschaffung eines geeigneten Schiffes.
Ob das aktuelle Sommerprogramm der Reederei wie geplant stattfinden kann, bleibt angesichts der laufenden finanziellen Probleme und der Beschlagnahmung des Schiffes ungewiss.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


