Wie fällt unser Fazit nach 25 Tagen auf der ARTANIA aus?
25 Tage sind lang genug, um ein Kreuzfahrtschiff wirklich kennenzulernen.
Nicht nur die Kabine, das Essen oder die öffentlichen Bereiche. Nach mehr als drei Wochen erlebt man auch die kleinen Dinge des Bordalltags – und vor allem jene Situationen, in denen nicht alles exakt so läuft wie ursprünglich geplant.
Gerade unsere Reise mit der ARTANIA über den Nordatlantik nach Grönland und Island bot dafür genügend Gelegenheiten.
Wir hatten kräftigen Seegang, den Kapitän Morten A. Hansen mit einem Augenzwinkern als das eine oder andere „Schlagloch“ bezeichnete. Wir erlebten dichten Nebel im Prins Christian Sund, eine wetterbedingte Routenänderung und einen Eisgürtel vor Ilulissat, der zeitweise sogar einen regulären Landgang unmöglich machte.
Dazwischen lagen fantastische Tage mit außergewöhnlich gutem Wetter, spektakulären Landschaften, gewaltigen Eisbergen und vielen Erlebnissen, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Nach dieser Reise können wir deshalb ein ziemlich klares Fazit ziehen:
Die ARTANIA hat uns überzeugt.
Nicht, weil sie das neueste oder spektakulärste Kreuzfahrtschiff auf dem deutschen Markt ist.
Sondern weil an Bord etwas funktioniert, das sich wesentlich schwieriger bauen lässt als eine neue Attraktion:
Gastfreundschaft.
Ist die ARTANIA heute noch ein zeitgemäßes Kreuzfahrtschiff?
Natürlich muss man auch diese Frage stellen.
Die ARTANIA ist kein Neubau. Wer schwimmende Freizeitparks, riesige Shoppingwelten, spektakuläre Wasserrutschen oder eine kaum überschaubare Zahl an Restaurants sucht, findet auf modernen Megaschiffen deutlich mehr davon.
Aber genau darin liegt vielleicht eine der Stärken der ARTANIA.
Sie versucht nicht, etwas zu sein, was sie nicht ist.
Die ARTANIA ist ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit überschaubaren Dimensionen, vielen Möglichkeiten, tatsächlich aufs Meer zu schauen, und einer Atmosphäre, die wesentlich persönlicher wirkt als auf manchem sehr großen Schiff.
Gerade auf einer Reise nach Grönland haben wir das zu schätzen gelernt.
Wenn draußen plötzlich Eisberge auftauchen, möchte man schließlich aufs Meer schauen – und nicht erst das nächste Einkaufszentrum durchqueren.
Nach 25 Tagen stellt sich für uns deshalb weniger die Frage nach dem Alter eines Schiffes.
Viel wichtiger ist:
Wie gut funktioniert dieses Schiff für seine Gäste?
Und da sammelt die ARTANIA erstaunlich viele Punkte.
Was hat uns beim Service auf der ARTANIA besonders überzeugt?
Eine der größten Stärken unserer Reise war eindeutig der Service.
Natürlich kann man Service anhand von Wartezeiten, Abläufen und Standards beurteilen. Für uns gibt es aber noch einen anderen, wesentlich wichtigeren Maßstab:
Fühlt man sich als Gast willkommen und wahrgenommen?
Auf der ARTANIA können wir diese Frage nach 25 Tagen eindeutig mit Ja beantworten.
Die Freundlichkeit und Zugewandtheit vieler Mitarbeiter ist uns während der gesamten Reise immer wieder aufgefallen.
Und zwar nicht als aufgesetzte Freundlichkeit, die offensichtlich zum Pflichtprogramm gehört.
Nach einigen Tagen kennt man sich.
Man wird begrüßt.
Man wechselt ein paar persönliche Worte.
Mitarbeiter erinnern sich an Gewohnheiten und Wünsche.
Aus einer zunächst anonymen Kabinennummer wird irgendwann ein bekanntes Gesicht.
Genau das ist für uns guter Service.
Warum bleiben uns Harry’s Bar und das Lido Restaurant besonders in Erinnerung?
Zwei Bereiche möchten wir ausdrücklich hervorheben:
Harry’s Bar und das Lido Restaurant.
Gerade in Harry’s Bar haben wir erlebt, wie viel gutes Personal zur Atmosphäre eines Kreuzfahrtschiffes beitragen kann.
Natürlich soll ein Getränk schnell und korrekt serviert werden.
Aber außergewöhnlich guter Service beginnt für uns dort, wo es eben nicht mehr nur um das Getränk geht.
Aufmerksamkeit, Freundlichkeit, ein Lächeln und ein paar persönliche Worte machen aus einer Bar irgendwann den Ort, an den man gerne zurückkehrt.
Genau dieses Gefühl hatten wir in Harry’s Bar.
Ähnlich positiv haben wir das Team im Lido Restaurant erlebt.
Auch hier war der Umgang mit den Gästen ausgesprochen freundlich und zugewandt. Die Atmosphäre blieb angenehm und persönlich, obwohl natürlich täglich sehr viele Gäste versorgt werden müssen.
Gerade auf einer langen Reise macht das einen erheblichen Unterschied.
Ein Buffet kann noch so groß sein und ein Restaurant noch so schön aussehen:
Am Ende sind es die Menschen, die darüber entscheiden, ob man gerne wiederkommt.
Und wir sind gerne wiedergekommen.
Wie gut war der Kabinenservice auf unserer Reise?
Ein weiterer Bereich muss in unserem Fazit ausdrücklich erwähnt werden:
der Kabinenservice.
Gerade nach 25 Tagen merkt man sehr genau, ob die Abläufe wirklich funktionieren.
Hier hat uns die ARTANIA mit einer Kombination überzeugt, die gar nicht so selbstverständlich ist:
professionell, zuverlässig und gleichzeitig angenehm unaufdringlich.
Unsere Kabine war stets gepflegt und vorbereitet, ohne dass wir jemals das Gefühl hatten, ständig vom Service umgeben zu sein.
Vieles geschieht einfach im Hintergrund.
Und genau so wünschen wir uns das.
Guter Kabinenservice bedeutet für uns nicht, möglichst häufig an die Tür zu klopfen oder permanent Präsenz zu zeigen.
Es geht vielmehr darum, zu erkennen, wann der Gast etwas benötigt – und wann er einfach seine Ruhe haben möchte.
Diese Balance hat auf unserer Reise hervorragend funktioniert.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Über einen Zeitraum von 25 Tagen trägt genau diese unaufdringliche Professionalität aber erheblich dazu bei, ob man sich in seiner Kabine wirklich zu Hause fühlt.

Wie professionell wurde die Kreuzfahrt von Moritz Stedtfeld geleitet?
Eine besondere Erwähnung verdient für uns Kreuzfahrtdirektor Moritz Stedtfeld.
Auf einer klassischen Mittelmeerreise fällt vielen Gästen vermutlich kaum auf, wie komplex die Leitung einer Kreuzfahrt sein kann.
Auf einer Reise nach Grönland sieht das anders aus.
Wetterbedingungen ändern sich.
Routen müssen angepasst werden.
Tenderoperationen hängen von Wind, Wellen und Eis ab.
Ausflüge müssen teilweise kurzfristig geändert oder neu organisiert werden.
Und während im Hintergrund wahrscheinlich längst gearbeitet und umgeplant wird, müssen die Gäste verständlich und möglichst ruhig informiert werden.
Genau hier hat uns Moritz Stedtfeld besonders überzeugt.
Ruhig, professionell und jederzeit souverän führte er durch diese Reise.
Änderungen wurden erklärt und Informationen verständlich vermittelt. Selbst in Situationen, in denen Grönland wieder einmal seinen ganz eigenen Reiseplan geschrieben hat, entstand bei uns nie der Eindruck von Hektik.
Und genau daran erkennt man aus unserer Sicht eine gute Kreuzfahrtleitung.
Wenn alles nach Plan läuft, ist vieles einfach.
Die wirkliche Qualität zeigt sich dann, wenn der Plan plötzlich nicht mehr funktioniert.
Was macht Kapitän Morten A. Hansen für uns besonders?
Und dann ist da natürlich Kapitän Morten A. Hansen.
Viele deutsche Kreuzfahrtgäste kennen ihn aus der Fernsehsendung „Verrückt nach Meer“.
Nach 25 Tagen an Bord verstehen wir noch etwas besser, warum er bei vielen Gästen so beliebt ist.
Natürlich erwarten wir von einem Kapitän in erster Linie, dass er sein Schiff sicher führt.
Gerade auf einer Route über den Nordatlantik und durch die Gewässer Grönlands ist das schließlich seine wichtigste Aufgabe.
Was uns darüber hinaus besonders aufgefallen ist, ist seine Nähe zu den Gästen.
Morten Hansen versteckt sich nicht vor seinen Passagieren.
Er geht ihnen nicht aus dem Weg.
Er stellt sich ganz bewusst seinen Gästen.
Er zeigt sich, spricht mit ihnen, beantwortet Fragen und nimmt sich immer wieder Zeit für persönliche Begegnungen.
Das mag zunächst nach einer Kleinigkeit klingen.
Auf einem Kreuzfahrtschiff macht es aber einen enormen Unterschied.
Muss ein Kapitän überhaupt ständig für seine Gäste sichtbar sein?
Natürlich nicht.
Ein Kapitän ist kein Animateur.
Sein Arbeitsplatz ist in erster Linie die Brücke und seine wichtigste Aufgabe bleibt die sichere Führung des Schiffes.
Gerade deshalb empfinden wir es als besonders positiv, wenn ein Kapitän trotzdem bewusst den Kontakt zu seinen Gästen sucht.
Wir haben Morten Hansen während dieser Reise nicht als Kapitän erlebt, der lediglich beim offiziellen Empfang für das obligatorische Foto erscheint und anschließend möglichst schnell wieder verschwindet.
Seine Gästezugewandtheit wirkt authentisch.
Und sie passt hervorragend zur ARTANIA.
Denn dieses Schiff lebt ohnehin stärker vom persönlichen Kontakt als vom großen Spektakel.
Wie gut eignet sich die ARTANIA für eine Grönland-Kreuzfahrt?
Für uns überraschend gut.
Eine Grönland-Kreuzfahrt stellt andere Anforderungen an ein Schiff als beispielsweise eine klassische einwöchige Mittelmeerreise.
Man verbringt mehr Zeit auf See.
Man möchte Landschaft beobachten.
Man will möglichst schnell nach draußen können.
Und wenn plötzlich ein gewaltiger Eisberg neben dem Schiff auftaucht, möchte man ihn sehen.
Hier spielt die klassische Bauweise der ARTANIA ihre Stärken aus.
Sie vermittelt noch immer sehr stark das Gefühl, wirklich auf einem Schiff unterwegs zu sein.
Man ist dem Meer und der Landschaft nahe.
Gerade im Prins Christian Sund, vor Ilulissat oder zwischen den Eisgiganten der Diskobucht war das für uns ein großer Pluspunkt.
War während unserer 25 Tage auf der ARTANIA alles perfekt?
Nein.
Und das muss es für unser Testsiegel auch nicht sein.
Ein Testsiegel von Kreuzfahrttester.com bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir ein Schiff für fehlerfrei erklären.
Die ARTANIA ist ein älteres Schiff und hat naturgemäß andere Stärken und Schwächen als ein moderner Neubau.
Auch während unserer Reise gab es Dinge, die wir anders bewerten würden als andere Gäste.
Und auch die Destinationen haben uns unterschiedlich gut gefallen. So hat uns beispielsweise die fantastische Natur rund um Nuuk wesentlich stärker beeindruckt als die eigentliche Stadt.
Aber genau darum geht es bei unseren Reiseberichten und Schiffstests.
Wir möchten keine Hochglanzbroschüren schreiben.
Die entscheidende Frage lautet für uns vielmehr:
Können wir dieses Schiff nach unseren eigenen Erfahrungen guten Gewissens weiterempfehlen?
Nach 25 Tagen an Bord können wir diese Frage beantworten.
Warum erhält die ARTANIA unser Testsiegel „Vom Kreuzfahrttester empfohlen“?
Weil für uns das Gesamtpaket stimmt.
Nicht wegen einer einzelnen Mahlzeit.
Nicht wegen eines einzelnen Mitarbeiters.
Nicht wegen des Kapitäns allein.
Und auch nicht wegen der spektakulären Landschaft Grönlands, für die eine Reederei naturgemäß nichts kann.
Entscheidend ist die Summe unserer Erfahrungen.
Die ARTANIA hat uns zuverlässig durch eine anspruchsvolle Route geführt.
Notwendige Änderungen wurden professionell gehandhabt.
Die Kreuzfahrtleitung unter Moritz Stedtfeld hat uns mit ihrer ruhigen, souveränen und professionellen Art überzeugt.
Kapitän Morten A. Hansen war nicht nur auf der Brücke präsent, sondern zeigte eine bemerkenswerte Nähe zu seinen Gästen.
Dazu kommt eine Mannschaft, die ganz wesentlich zum Charakter dieses Schiffes beiträgt.
Besonders positiv in Erinnerung bleiben uns die Freundlichkeit und Zugewandtheit des Servicepersonals in Harry’s Bar und im Lido Restaurant sowie der ausgesprochen professionelle, zuverlässige und gleichzeitig angenehm unaufdringliche Kabinenservice.
Es sind genau diese Leistungen, die sich in keinem Hochglanzprospekt wirklich darstellen lassen.
Aber sie entscheiden darüber, ob man sich auch nach zwei oder drei Wochen an Bord noch wohlfühlt.
Und genau dieses Gefühl hatten wir auf der ARTANIA:
Man ist nicht einfach Passagier. Man fühlt sich als Gast wahrgenommen.
Deshalb verleihen wir der
MS ARTANIA von Phoenix Reisen
nach unserem ausführlichen Test auf dieser 25-tägigen Reise unser Qualitätssiegel
„VOM KREUZFAHRTTESTER EMPFOHLEN“

Die Auszeichnung basiert auf unseren persönlichen Erfahrungen während der gesamten Reise und wird von uns unabhängig vergeben. (Das ist unser grafisch neu gestaltetes Siegel)
Für wen können wir die ARTANIA empfehlen?
Die ARTANIA empfehlen wir insbesondere Gästen, die noch eine klassische Kreuzfahrt suchen.
Wer persönlichen Service schätzt, gerne draußen aufs Meer schaut, längere Reisen und außergewöhnliche Routen mag und nicht permanent neue Attraktionen benötigt, dürfte sich hier schnell wohlfühlen.
Wer dagegen das neueste Schiff, spektakuläre Freizeitattraktionen, riesige Shoppingbereiche und eine möglichst große Auswahl unterschiedlichster Restaurants sucht, sollte verschiedene Schiffskonzepte miteinander vergleichen.
Das ist keine Schwäche der ARTANIA.
Es ist schlicht eine andere Form der Kreuzfahrt.
Und genau deshalb ist es so wichtig, dass Schiff und Gast zusammenpassen.
Würden wir selbst wieder mit der ARTANIA fahren?
Am Ende unserer Schiffstests gibt es eine ziemlich einfache Frage.
Und manchmal sagt ihre Antwort mehr aus als eine Tabelle mit hundert Einzelbewertungen:
Würden wir selbst wieder mit diesem Schiff fahren?
Nach 25 Tagen auf der ARTANIA, nach dem Nordatlantik, dem Prins Christian Sund, Qaqortoq, Nuuk, dem Polarkreis, Ilulissat, der Diskobucht, Sisimiut, Nanortalik und Island lautet unsere Antwort:
Ja.
Nicht, weil alles perfekt war.
Sondern weil wir uns an Bord wohlgefühlt haben.
Weil wir uns als Gäste wahrgenommen fühlten.
Weil die Reise professionell geführt wurde.
Weil der Kabinenservice funktionierte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Und weil uns viele Mitarbeiter während dieser 25 Tage gezeigt haben, dass wirklich guter Service nicht daraus besteht, lediglich ein Handbuch perfekt abzuarbeiten.
Guter Service entsteht dann, wenn Menschen gerne für Menschen da sind.
Genau das ist wahrscheinlich das größte Kompliment, das wir der Mannschaft nach dieser langen Reise machen können.
Herzlichen Glückwunsch an die gesamte Crew: Die MS ARTANIA trägt nach unserem Test das Siegel „Vom Kreuzfahrttester empfohlen“.
Eine Phoenix Reisen können Sie unter Phoenix Kreuzfahrten buchen.
Entdecke mehr von Der Kreuzfahrttester
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


