Der geplante Verkauf der Oceania Sirena sorgt für Spekulationen in der Kreuzfahrtbranche – könnte das beliebte R-Klasse-Schiff künftig unter deutscher Flagge für Phoenix Reisen oder als Residenzschiff unterwegs sein?
Oceania verkauft die Sirena – wer übernimmt das beliebte Kreuzfahrtschiff?
Die Kreuzfahrtbranche diskutiert derzeit über einen möglichen Eigentümerwechsel der Oceania Sirena. Wie die Muttergesellschaft Norwegian Cruise Line Holdings (NCLH) im aktuellen Quartalsbericht bestätigt hat, wurde im Juli 2026 eine Absichtserklärung zum Verkauf des Schiffes unterzeichnet. Gleichzeitig soll die Sirena noch bis zum Frühjahr 2028 im Rahmen eines Chartervertrages für Oceania Cruises weiterfahren.
Wer hinter dem Kauf steckt, bleibt bislang geheim. Genau diese Ungewissheit sorgt nun für zahlreiche Spekulationen innerhalb der Kreuzfahrtbranche.
Warum ist die Oceania Sirena für viele Reedereien interessant?
Die 1999 als R Four gebaute Sirena gehört zur erfolgreichen R-Klasse. Mit Platz für rund 684 Gäste zählt sie nicht zu den Megaschiffen der Gegenwart, sondern zu einer Schiffsgeneration, die bei vielen Kreuzfahrtfans bis heute äußerst beliebt ist.
Besonders interessant sind:
- überschaubare Passagierzahl
- klassische Kreuzfahrtatmosphäre
- viele Balkonkabinen nach Umbauten
- hochwertige Ausstattung
- flexible Einsatzmöglichkeiten weltweit
- vergleichsweise geringe Hafenanforderungen
Gerade in einer Zeit, in der viele Neubauten immer größer werden, gelten Schiffe dieser Größenordnung wieder als attraktive Alternative.
Könnte die Sirena zu Phoenix Reisen passen?
Offiziell gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Phoenix Reisen Interesse an der Sirena hat. Dennoch fällt der Name des Bonner Veranstalters immer wieder, wenn über die Zukunft des Schiffes diskutiert wird.
Der Hintergrund: Phoenix Reisen befindet sich in einer Phase der strategischen Neuorientierung. Die Deutschland wird die Flotte verlassen, gleichzeitig wurde bislang kein Neubauprojekt vorgestellt.
Genau hier könnte die Sirena theoretisch ins Bild passen.
Was würde für Phoenix Reisen sprechen?
Die Größe des Schiffes entspricht weitgehend dem Profil vieler Phoenix-Gäste. Auch das klassische Ambiente erinnert eher an traditionelle Kreuzfahrten als an moderne Erlebniswelten mit Wasserparks und Achterbahnen.
Hinzu kommt:
- überschaubare Gästezahl
- Fokus auf Routen statt Attraktionen
- hochwertige Gastronomie
- weltweite Einsetzbarkeit
- bewährte Technik
Ein weiterer Vorteil wäre die sofortige Verfügbarkeit ab 2028 ohne die jahrelangen Vorlaufzeiten eines Neubaus.
Wichtig ist jedoch: Aktuell gibt es keinerlei Bestätigung oder Hinweise von Phoenix Reisen. Es handelt sich ausschließlich um eine Marktbeobachtung und Spekulation.
Wäre Villa Vie Residences ein realistischer Käufer?
Deutlich näher liegt für viele Branchenbeobachter ein anderer Name: Villa Vie Residences.
Das Unternehmen hat sich auf langfristiges Wohnen an Bord spezialisiert und betreibt bereits die ehemalige Braemar von Fred. Olsen Cruise Lines als Wohnschiff.
Die Sirena würde mit ihrer überschaubaren Größe, den vielen Kabinen und ihrer weltweiten Einsatzfähigkeit sehr gut in dieses Konzept passen. Ausserdem wurde bereits ein 2 Schiff, welches neuer und moderner sein soll angekündigt, auch für 2028.
Auch andere ehemalige Kreuzfahrtschiffe wurden in den vergangenen Jahren zu Residenzschiffen umgebaut. Der Markt für dauerhaftes Wohnen auf See wächst weiter und macht ältere Premiumschiffe zunehmend interessant.
Welche anderen Optionen sind denkbar?
Neben Phoenix Reisen und Villa Vie Residences gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten:
Könnte die Sirena zu einer neuen Kreuzfahrtmarke wechseln?
Immer wieder entstehen neue Kreuzfahrtunternehmen, die gezielt nach kleineren Schiffen suchen. Die R-Klasse gilt dabei als besonders begehrt, weil die Schiffe bereits über eine hochwertige Ausstattung verfügen.
Ist ein Einsatz als Expeditions- oder Weltreiseschiff möglich?
Auch Veranstalter von Weltreisen oder Langzeitkreuzfahrten könnten Interesse haben. Das Schwesterschiff Regatta wird bereits für umfangreiche Weltreisen eingesetzt, was zeigt, dass die Baureihe weiterhin gefragt ist.
Könnte ein weiterer Wohnschiff-Anbieter zugreifen?
Der Markt für schwimmende Residenzen wächst. Neben Villa Vie gibt es mehrere Unternehmen, die langfristig weitere Schiffe benötigen könnten.
Was bedeutet der Verkauf für Oceania Cruises?
Der Verkauf der Sirena ist Teil einer größeren Flottenstrategie.
Während die neuen Schiffe der Allura- und Sonata-Klasse stärker auf Luxus ausgerichtet werden, stehen die älteren R-Klasse-Schiffe zunehmend auf dem Prüfstand.
Die Entwicklungen im Überblick:
- Sirena wird verkauft und bis 2028 weiter betrieben
- Regatta wird für Weltreisen verchartert
- Nautica wird 2027 umfassend modernisiert und als Oceania Aurelia zurückkehren
- Die Zukunft der Insignia bleibt offen (der Verkauf steht auch im Raum)
Damit verändert sich die Oceania-Flotte Schritt für Schritt in Richtung eines noch luxuriöseren Marktsegments.
Fazit: Die Gerüchteküche läuft bereits heiß
Noch ist völlig offen, wer die Oceania Sirena tatsächlich übernehmen wird. Fest steht lediglich, dass das Schiff verkauft werden soll und bis mindestens Frühjahr 2028 weiterhin für Oceania Cruises fährt.
Ob am Ende Phoenix Reisen, Villa Vie Residences oder ein bislang unbekannter Käufer den Zuschlag erhält, dürfte sich voraussichtlich in den kommenden Monaten zeigen.
Aus Sicht vieler Kreuzfahrtfans wäre die Sirena jedenfalls ein Schiff, das hervorragend zu klassischen Kreuzfahrten im Stil von Phoenix Reisen passen könnte. Bis offizielle Informationen vorliegen, bleibt dies jedoch reine Spekulation.
Für Liebhaber kleinerer und persönlicher Kreuzfahrtschiffe dürfte die Zukunft der Sirena dennoch eines der spannendsten Themen der kommenden Monate bleiben.
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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.


