ARTANIA Grönland Reisebericht Teil 6: Ilulissat ist da – doch das Eis lässt uns nicht an Land

Erst die Polartaufe, dann Ilulissat: Die ARTANIA erreicht eines der großen Sehnsuchtsziele unserer Grönland-Kreuzfahrt – doch ein Eisgürtel vor der Stadt macht heute einen regulären Landgang unmöglich. Dafür liefert die Natur Bilder, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Was passiert eigentlich bei einer Polartaufe auf der ARTANIA?

Bevor wir heute Ilulissat erreichen, müssen wir erst einmal beweisen, dass wir überhaupt würdig sind, in diese Gefilde vorzudringen.

Wir haben den Polarkreis überquert.

Und wer mit einem klassischen Kreuzfahrtschiff wie der ARTANIA unterwegs ist, kommt dabei um eine alte Seefahrertradition kaum herum:

die Polartaufe.

Natürlich nehmen wir das Ganze mit dem nötigen Humor. Schließlich muss niemand ernsthaft getauft werden, um anschließend weiter Richtung Ilulissat fahren zu dürfen.

Aber die Zeremonie gehört einfach dazu.

Und am Ende gibt es sogar den schriftlichen Beweis:

eine Urkunde über die erfolgreiche Polartaufe.

Damit ist es amtlich. Wir dürfen uns jetzt wohl zumindest ein kleines bisschen als arktiserprobt betrachten.

Wobei Grönland nur wenige Stunden später dafür sorgt, dass wir uns darauf lieber nicht zu viel einbilden.

Wie sieht Grönland nördlich des Polarkreises aus?

Spektakulär.

Und manchmal braucht ein Reisebericht tatsächlich gar nicht besonders viele Worte.

Die Landschaft verändert sich. Eisberge tauchen auf, Berge ragen hinter dem Wasser empor und mit jeder Seemeile wird klarer, warum so viele Menschen von einer Reise in die Diskobucht träumen.

Genau deshalb soll dieser Teil unseres Reiseberichts auch ein Bilderbericht werden.

Nicht fünf kleine Fotos nebeneinander, sondern möglichst große Bilder.

Denn Grönland funktioniert nicht in Briefmarkengröße.

Wie weit ist die ARTANIA von Nuuk nach Ilulissat gefahren?

Von Nuuk bis Ilulissat liegen laut aktuellem Tagesprogramm der ARTANIA 390 Seemeilen hinter uns.

Für heute war die Ankunft gegen 8 Uhr vorgesehen. Die ARTANIA liegt vor Ilulissat auf Reede; anschließend sollte am Abend in der Diskobucht gekreuzt werden.

Und das Wetter meint es zunächst ausgesprochen gut mit uns.

Für heute sind lediglich 1 bis 7 Grad, dafür aber Sonne angekündigt.

Kalt?

Ja.

Aber bei diesem Anblick beschweren wir uns ganz bestimmt nicht.

Warum können wir heute in Ilulissat nicht an Land?

Und dann zeigt Grönland wieder einmal, wer hier den Reiseplan bestimmt.

Nicht Phoenix Reisen.

Nicht der Kapitän.

Und schon gar nicht wir Passagiere.

Das Eis.

Vor Ilulissat hat sich ein Eisgürtel gebildet, der einen regulären Tenderverkehr zum Land heute nicht zulässt.

Damit fällt für die meisten Gäste der erhoffte erste Landgang in Ilulissat zunächst aus.

Das ist natürlich schade. Ilulissat gehört für uns zu den Orten, auf die wir uns auf dieser gesamten Reise am meisten gefreut haben.

Aber wenn man wegen Eis nicht nach Ilulissat kommt, ist das zumindest eine ziemlich authentische Art, von Grönland ausgebremst zu werden.

Immaqa – vielleicht.

Unser inzwischen bestens bekanntes grönländisches Lieblingswort passt schon wieder.

Warum können die Ausflugsboote trotzdem fahren?

Ganz vorbei ist der Tag allerdings nicht.

Die speziell eingesetzten Ausflugsboote können fahren, sodass die gebuchten Bootsfahrten zum Eisfjord stattfinden können. Auch Rundflüge über Ilulissat stehen im Tagesprogramm. Insgesamt sind über den Tag verteilt mehrere Abfahrten für Eisfjord-Bootstouren und mehrere Rundflüge vorgesehen.

Der geplante Sermermiut-Shuttle findet heute dagegen ausdrücklich nicht statt. Bereits gebuchte Gäste wurden automatisch auf morgen, den 26. August, umgebucht.

Das zeigt sehr schön, wie flexibel eine Grönland-Reise sein muss.

Was morgens geplant ist, muss nachmittags noch lange nicht funktionieren.

Und umgekehrt kann plötzlich etwas möglich werden, mit dem am Vorabend niemand gerechnet hat.

Ist ein Eisgürtel vor Ilulissat eigentlich eine Enttäuschung?

Natürlich hätten wir heute gerne einen Fuß nach Ilulissat gesetzt.

Keine Frage.

Aber dann steht man draußen auf der ARTANIA, schaut auf das Eis und merkt ziemlich schnell:

Wir sind wegen genau dieser Natur hier.

Man kann schlecht nach Grönland fahren, sich riesige Eisberge wünschen und sich anschließend darüber beschweren, dass da zu viel Eis liegt.

Nun gut – man kann.

Aber ein kleines bisschen widersprüchlich wäre es schon.

Also machen wir das Beste daraus.

Kamera raus, warme Jacke an und schauen.

Warum ist Ilulissat eines der großen Ziele unserer Reise?

Ilulissat ist nicht irgendein Hafen auf dieser Route.

Der Ort liegt unmittelbar am berühmten Ilulissat-Eisfjord, der seit 2004 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Sermeq Kujalleq gehört zu den aktivsten Gletschern der Welt und kalbt gewaltige Eismassen in den Fjord.

Von dort gelangen die Eisberge schließlich hinaus in die Diskobucht.

Genau diese Eiswelt möchten wir während unserer zwei geplanten Tage vor Ilulissat erleben.

Und heute liefert sie uns bereits eine ziemlich eindrucksvolle Demonstration ihrer Macht.

Sie entscheidet sogar darüber, ob wir überhaupt an Land kommen.

Warum sind zwei Tage Ilulissat jetzt besonders wertvoll?

Und hier zeigt sich, wie gut es ist, dass die ARTANIA nicht nur einen einzigen Tag für Ilulissat eingeplant hat.

Heute Abend verabschiedet sich das Schiff zunächst von Ilulissat. Laut Tagesprogramm soll die ARTANIA gegen 21 Uhr aufbrechen und anschließend in der Diskobucht kreuzen.

Und dann kommt der entscheidende Satz:

Morgen kehren wir wieder zurück.

Damit bleibt die Hoffnung, dass sich die Eissituation verändert und am Mittwoch doch noch ein Landgang möglich wird.

Genau darauf setzen wir jetzt.

Was erwartet uns heute Abend in der Diskobucht?

Auch ohne Landgang ist dieser Tag noch lange nicht vorbei.

Nach dem geplanten Auslaufen kreuzt die ARTANIA in der Diskobucht.

Allein dieser Name hat uns während der Vorbereitung auf die Reise immer wieder begleitet.

Jetzt sind wir tatsächlich hier.

An Bord soll der Tag außerdem mit einer passenden Eisparty ausklingen. Das Barteam baut dafür eine Eisbar auf, dazu gibt es heiße Getränke, Musik und Unterhaltung auf dem Außendeck.

Eine Eisparty vor Ilulissat, während draußen echte Eisberge vorbeiziehen?

Das Thema könnte zumindest kaum besser gewählt sein.

Entschädigt die Natur für den ausgefallenen Landgang?

Für heute ganz klar:

Ja.

Natürlich möchten wir Ilulissat sehen.

Wir möchten durch den Ort laufen, nach Sermermiut und möglichst nah an den Eisfjord herankommen.

Aber Grönland ist kein Freizeitpark, bei dem morgens um neun Uhr zuverlässig die Tore öffnen.

Die Natur entscheidet.

Heute sagt sie:

Anschauen ja. An Land gehen nein.

Und gleichzeitig schenkt sie uns Sonne, Eis, Berge und eine Kulisse, für die man eigentlich gar keinen Filter mehr benötigt.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Reise:

Man muss Grönland nehmen, wie es kommt.

Oder, um wieder bei unserem inzwischen unvermeidlichen Wort zu bleiben:

Immaqa.

Vielleicht klappt es morgen.

Kommen wir morgen endlich nach Ilulissat?

Genau das ist jetzt die große Frage.

Die ARTANIA soll am morgigen 26. August erneut nach Ilulissat zurückkehren. Auch der heute ausgefallene Sermermiut-Shuttle wurde zunächst auf morgen verschoben.

Ob ein normaler Landgang dann tatsächlich möglich sein wird, hängt von der Eissituation ab.

Wir hoffen natürlich darauf.

Denn nach all den Monaten, in denen wir über Ilulissat geschrieben, Bilder angesehen und diese Reise vorbereitet haben, möchten wir jetzt auch endlich selbst dort stehen.

Aber heute ärgern wir uns nicht.

Wir schauen aus dem Fenster beziehungsweise vom Außendeck auf das Eis und denken:

Genau deshalb sind wir nach Grönland gefahren.

Morgen geht es weiter.

Immaqa.

Dieser Artikel ist Teil 6 unseres großen ARTANIA-Grönland-Reiseberichts 2026. Alle Etappen, persönlichen Erfahrungen, Fotos und Videos unserer 25-tägigen Reise sammeln wir zusätzlich in unserem zentralen ARTANIA-Grönland-Reisebericht.


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„Der Kreuzfahrttester“ wird bereits seit mehr als 25 Jahren redaktionell durch verschiedene Blogs und Interseiten zum Thema Kreuzfahrten betrieben. Die Seite www.kreuzfahrttester.com gilt damit als ältester Kreuzfahrt-Blog auf dem deutschsprachigen Markt. Chefredakteur und Inhaber Claus Blohm gilt mit weit mehr als 5.000 Nächten an Bord verschiedener Schiffe als erfahrener Kreuzfahrtexperte. Neben den allgemeinen Reiseberichten erstellt er auch eine Vielzahl interner und vertraulicher Testberichte, die zum Teil von den Reedereien beauftragt werden. Diese Berichte gelten nicht selten als Grundlage für neue Standards an Bord.

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